wenn er heute abend nicht Laden kam . Hein Mück dachte noch immer an die große , gefährliche Reise über das Eis , die Störtebeker gemacht hatte , und mit einem Mal sagte er mehr zu sich selbst als zu den andern : » Junge , dat is jüst so as der Reiter und der Bodensee ! « Gotts den Donner , - Klaus Mewes verschüttete den halben Kaffee , und Kap Horn blieb der Brotknust im Halse stecken , so verwunderten sie sich schließlich dieser Rede ihres Speisemeisters . » Wat is dat ? « fragte der Schiffer zuletzt . » Och , nix . « » Nix ? « » Ne , nix ! « » Ik will di gliek bi nix ! Hier vertillst oder du wardst afmunstert , un Klaus Störtebeker ward uns Kock « , befahl Klaus . » Och nix : ik dach bloß an een Gedicht in uns Leesbook , dat is meist as Störtebeker sien Reis . « » Upseggen ! « Hein Mück bekam einen roten Kopf . Das war eine schöne Tasse Tee ! Hätte er doch nichts gesagt ! Nun mußte er in seine Koje steigen und sein Lesebuch aus dem Stroh suchen . Kap Horn konnte sich einen kleinen , freundlichen Hieb auf Klaus nicht verbeißen : » Jä , jä , Klaus Mees , du kiekst un wunnerst di woll , dat he sien Leesbook noch hett , wat ? He hett dat nich so mokt as du . Du hest den letzten Dag jo all dien Beuker opfluckern loten , hest dor annen Westerdiek een grote Ostermoon von mokt ! « » Jo « , sagte Klaus Mewes , » ik wür son groten Döskupp : man god , wat de Jungens nu all een Deel kleuker sind . Non , denn legg los , Heinrich Mücke « , setzte er gemütlich hinzu , und der Koch las von dem Reitersmann , der über den zugefrorenen Bodensee geritten war , ohne es zu wissen ... Den Reiter schauderts , er atmet schwer : Da hinten die Ebne , die ritt ich her . Da recket die Magd die Arm ' in die Höh : Herrgott , so rittest du über den See ! An den Schlund , an die Tiefe bodenlos Hat gepocht des rasenden Hufes Stoß ! Und unter dir zürnten die Wasser nicht , Nicht krachte hinunter die Rinde dicht , Und du wardst nicht die Speise der stummen Brut , Der hungrigen Hecht ' in der kalten Flut ? Sie rufet das Dorf herbei zu der Mär ; Es stellen die Knaben sich um ihn her , Die Mütter , die Greise , sie sammeln sich : Glückseliger Mann , ja segne du dich ! Herein zum Ofen , zum dampfenden Tisch , Brich mit uns das Brot und iß vom Fisch ! .. . .... .... .... .... .... .... .... .... .... .... .... .... .... .... Als der Junge fertig war , entstand eine kleine , stille Pause im Ewer , obgleich Klaus Mewes der Schluß nicht recht gefallen wollte , denn hinterher vor Angst sterben , war nichts für ihn . Auch Störtebeker war still , so sehr wunderte er sich darüber , daß Hein Mück laut lesen konnte . Dann stand sein Vater auf , klopfte dem Koch auf die Schulter und sagte anerkennend : » Du kannst god beten , Hein ! Bliew man giern beten bi de Beuker : wennt weiht , hest dor Tied genog to . « Damit stand er auf und ging an Deck , um wieder nach einer Schiffsgelegenheit für seinen Jungen zu suchen . Und diesmal fand sie sich , obschon Störtebeker wünschte , es möchte kein einziges Schiff vorbeisegeln , damit er die Nacht und immer an Bord bleiben mußte . Aber da kam Jan Külper mit seiner alten Jolle heraufgesegelt und drehte richtig bei , als Klaus Mewes ihn anrief und ihm die Sache verklarte . Jawohl , er nehme ihn gern mit , sagte Jan . Da kamen auch schon Kap Horn und Hein Mück an Deck . Störtebeker sah , daß die Herrlichkeit vorbei war , und daß er von Bord sollte . Tränen standen ihm in den Augen , als sein Vater ihn hinüberwriggte und Kreek und Peek an die Jolle übergab . Dann mußte er selbst übersteigen . » Adjüst , Störtebeker . « » Jüst , Vadder ! « Er konnte kaum sprechen , so traurig war er geworden , und hatte für Jan Külper keinen guten Tag und guten Weg . » Greut Mudder man un segg man , wi kommt bald mit een Reis lebennige Schullen , hürst ? Un to Sommer kummst du ok mit no See ! « » Jo « , sagte Störtebeker dumpf und dachte : Lot dien Snacken doch bloß no ! Klaus Mewes wriggte zurück , und Jan Külper ließ die Jolle schwoien . » Adjüst , Störtebeker ! « riefen Kap Horn und Hein Mück , die auf den Luken standen , aber der Junge starrte ins Wasser und gab keine Antwort mehr . Er war ganz krank und wollte nichts hören und sehen . Er wollte auch den Ewer nicht mehr angucken . Jan Külper hatte gedacht , einen munteren Fahrtgenossen zu bekommen , der ihm den langen Weg verkürze , aber Störtebeker blieb ein trübseliger Maat und blickte während der ganzen Fahrt bis nach Finkenwärder hinauf starr ins Wasser . » Ward man ne seekrank , Störtebeker « , sagte der Elbfischer einmal . » Dor quäl di man ne üm ! « » Sutje , mien Jung , anners kriegst du de Utsettung « , drohte der Fischer . » Smiet mi doch ober Burd , wenn mi ne mihr mithebben wullt « , rief der Junge patzig . Da goß Jan ihm zur Strafe ein Euschfatt voll Wasser über den Kopf . Mit der hereinbrechenden Dämmerung kamen sie in Finkenwärder an