hätte mit Ruhe geschehen können , und die Zenzi wäre heute noch ohne Aufsehen fortgekommen , und kein Wort hätte man darüber reden brauchen ; aber nein ! Es muß einen Krawall geben , und aus der verschwiegenen Nacht muß die Dummheit ans Licht hingestellt werden , daß sie nur ja recht dreckig ausschaut ! Und geredet muß darüber werden , wo jedes Wort zu viel ist und alles erst aufrührt . Er hätte sich selber schon die Leviten gelesen und aus der Geschichte seinen Merks genommen ; aber von einem andern läßt man sich so was nicht unter die Nase reiben . Herrgott ! Wie das zuwider und dumm war ! Stellt sich die Gans hin und kehrt den Schmutz zu einem rechten Haufen zusammen . Bei der Magd bist gewesen in der Kammer ! Zu der Magd bist hinaufgeschloffen in der Nacht ! O du Lall ' n ! Wäre es gar nicht gegangen , daß man das Maul gehalten und bloß mit den Augen geblinzelt hätte ? Ich weiß alles , verstehst schon , aber ... Dann war dem Respekt nicht weh getan ; und wenn der Schiefling ausgezogen war , hätte die Wunde schön verheilen können . So aber war das Kurieren schier nicht mehr möglich . Wenn er die Zenzi wegschickte , schaute es aus , als hätte er reumütig der Tochter nachgegeben und sich von ihr zwingen lassen ; und ob die Magd nach der Schimpferei sich still verziehen wolle , das war auch nicht gewiß . Und wenn er sie bis Lichtmeß im Hause ließ , war die Geschichte erst recht nichts . So oder so : die Blamaschi war einmal da . Wie das Sprichwort sagt : Lange Haar und kurzer Verstand , und immer das Maul voraus und immer zuerst plärren und nachher erst zum Denken anfangen . Wenn er die Zenzi daließe - gelt wie die in sich hineinlachen würde , aber doch nicht so heimlich , daß es die andere nicht sehen könnte und nicht alleweil wieder eine Ursach hätte zum Spektakel aufschlagen ! Ja , was tun ? Da hätte der Gescheiteste eine harte Nuß zum Aufknacken ! Und so einfach wär ' es zu machen gewesen ! Fein still und mit aller Ruhe . Der Schormayer schaute zum Fenster hinaus . Gerade fuhr die Zenzi einen Schubkarren voll Mist auf den Dunghaufen . Aha ! Die dachte gar nicht ans Gehen und tat ihre Arbeit wie jeden Tag . Jetzt leerte sie den Schubkarren um und sah zu ihm her . Er ging zurück und setzte sich auf die Ofenbank . Das war nichts , daß die Dirn noch bleiben sollte . Wer wußte denn , ob die zwei Weibsbilder nicht eines Tags im Hofe zu raufen kämen , oder ob die Ursula vor dem Knecht ihre Worte in acht nehmen würde ? Ein Ausweg war vielleicht , die Zenzi wegschicken , und gleich hinterdrein die Ursula . Die sollte nur zum Basel nach Arnbach ziehen ; eine Ausrede ließ sich schon finden . Hernach bald heiraten , und weg damit ! Der Schormayer konnte es anschauen , wie er wollte : es war jedenfalls das einzige , was sich noch tun ließ . Und mit der Zenzi wollte er gleich reden . Er stand resolut auf ; und wie er hinaussah , fuhr sie gerade wieder mit dem Schubkarren aus dem Stall . Er öffnete das Fenster und pfiff ihr . » Zenzi ! « Sie wandte das Gesicht lachend gegen ihn . » Was is ? « » In a halb ' n Stund , und bal ' s d ' mit der Arbet firti bist , kimmst zu mir eina ! « » Was willst denn ? « » Dös sag i dir nacha scho . « Er schloß das Fenster . Sein Sohn , der Lenz , stand unter der Türe und schaute ihn mit groben , zornigen Augen an . » Was hat denn mir d ' Ursula g ' sagt ? « fragte er schier drohend . » Was woaß denn i , was dir de g ' sagt hat ? « » Is dir nix bekannt ? « » Frag mi net a so aus ! Gel ? Dös is do mir ganz wurscht , was de sagt ! « » Aba mir it ! « » So ? Na red no fleißi damit und stell di in d ' Kuch ' l und ratsch ! « » Da braucht ' s koa ratsch ' n gar it ! Dös is schnell g ' sagt g ' wen , was sie mir zu ' n sag ' n g ' habt hat . « » Lang oda kurz , - mir is wurscht . « » Ja , dir muaß scho viel wurscht sei , wann die du gar nimma schamst und bei da Nacht umanandsteigst wia ' r an alta Koda . « » Hoscht du mi g ' sehg ' n ? « » Na ! Sinst hätt i ' s no bei da Nacht außi g ' haut , dös lüaderliche Mensch ! « » Bal i di lass ' n hätt ' , gel ? « » I hätt di scho it g ' fragt , und frag ' di nacha aa net , bal i außi geh und hau s ' mit da Goaßl zu ' n Hof außi ! « » Du ? « » Ja , i ! « » Dös will i sehg ' n ! « » Dös ko ' st glei sehg ' n , bal ' s d ' am Fensta steh bleibst ! « Lenz griff an die Türklinke . » Da bleibst ! « herrschte ihn sein Vater an . » Was nacha ! « » Du bischt a Mannsbild , und vo dir valang i was andersts , als wia von dem dumma Frauenzimma da draußd . « » Bei dir waar a jed ' s