so glanzreich . » Irrsinnige Schönheit ! « flüstert er zaghaft . Und er wagt nicht zu atmen . Er dreht sich langsam , ohne es zu wollen . Und seine Augen verlieren sich in den glänzenden Gletschern , die hoch aufragen - und seine Augen verlieren sich in den Schluchten , die tief hineingehen in Nebelreiche . Und aus den Nebeln der sieben Schluchten kommen nun sieben grosse Walfische - sie schwimmen in den Nebeln , als wären sie im Wasser . Schwarz und weiss schachbrettartig karriert ist das Fell der Walfische . Wie sie mit den grossen dicken Köpfen aus den Schluchten heraus sind , heben sie die Schwänze hinten hoch auf , sodass ihre Leiber krummen Schwertern nicht so unähnlich sehen . Und nun sprechen die Walfische im Chore , während sich Kaidôh noch immer langsam mit ausgebreiteten Armen um sich selber dreht : Ja , nun wollen wir singen das lange Lied , Das so still wie ein Schwan durch das Weltmeer zieht , Unser Lied von der sternraumentrannten Zeit Mit der weithinflammenden Ewigkeit . Das klang so dunkel und schwer , als hätten die grossen Tiere grosses Leid zu tragen . Nach einer längeren Pause , in der sich Kaidôh nicht mehr dreht , flüstern die Tiere - geheimnisvoll wie Mondscheinnebel : Morgen , Heute , Gestern Sind drei liebe Schwestern , Aber nicht die Ewigkeit . Wir aber wollten zum Herzen des Lichts Und da die Ewigkeit umfassen . Urplötzlich aber begriffen wir nichts Und mussten alles Denken lassen . Der Riese horcht und schaut die Tiere lange an , deren weisse Hautquadrate heftig leuchten im Mondenlicht , während die schwarzen dunkler sind als alles andere . Sodann spricht ein Walfisch allein - seine Stimme dröhnt so wie tausend rauhe Bässe : Als langes wüstes Träumen Erschien uns alles Leben . Stumpf wie altes Weltgewürm Schwammen wir nun ohne Worte Durch den langen Himmelsraum , Kamen so an eine Pforte , Deren weite Schallgewölbe Auf Säulen ruhten , die aus Glas bestanden Und blitzten , dass wirs überall empfanden . Als wir nun sehr bald bemerkten , Dass die Schläge sich verstärkten , Riss uns die Geduld - wir schimpften ; Unsre dicken Walfischfelle brannten . Nach diesen sehr kräftig gesprochenen Versen räusperten sich die Wale , wackelten bedächtig mit den hinten hoch aufragenden Schwanzflossen hin und her und sprachen - abermals im Chore : Und mit vielen Donnerworten , Die wir itzo singen werden , Brüllten uns die Säulen an . Dröhnend sprach hiernach der Walfisch mit der rauhen Bassstimme : Es sangen die Säulen ! Und im mächtigsten Posaunentone sangen die Walfische , was die Säulen gesungen hatten : Also scheuert Ihr nicht ab Eure Weltnatur . Diese Pforte sei für euch Starres Sinnbild nur Und ein Jenseitsgruss . Denn hier geht es zu den Weltgesichtern , Die auch hinter allen Räumen lachen , Und auch hinter allen Farbenlichtern Leben aus den Sehnsuchtsträumen machen . Zwar zu der Jenseitsherrlichkeit Kommt ganz allein die Weltenzeit . Die geht so leicht durch diese Pforte Und weilt an manchem Wunderorte ; Sie hängt beinah an jeder Weltallsfalte , Nicht nur an der , die sich mit Sternen schaukelt ; Sie ging nach vielen Seiten , Ohne zu verschwinden , Und pflegte fortzuschreiten , Ohne wegzugehen . Die in Räumen sich befinden , Werden niemals das verstehen . Es schwebt die leichte Unbekannte Nicht über dem ganzen Allgewande , Doch hat sie viel davon gesehen . Wollt ihr das Ganze sehen , seht ihr nichts . Wollt ihr das Ganze hören , hört ihr nichts . Ihr schwimmt im räumlichen Faltenschoss Und wisst von Formen und Farben bloss . Und die andren Höhen , Weiten und Tiefen , Die im Allgewande wachten und schliefen Und weder Höhen , noch Weiten , noch Tiefen sind - Für euch sind sie nicht da . Ihr wisst nicht , was geschah . Was wisst ihr von dem Ganzen ? Mit dem könnt ihr nicht tanzen . Doch hier vor unsrer Säulenpforte Entwickelt sich ein Ahnungsspiel Von andrer Sinne Sehnsuchtsziel . Atmet doch in jedem Augenblick Noch manches andre Weltgeschick , Das weder Lichter noch Schatten kennt Und nicht vom Einen zum Andern rennt . Und jede selige Stunde Wird von dem Ahnungsspiel durchglänzt , Dass eure Sehnsuchtsallkunde Sich licht- und schattenlos ergänzt . Ja , nur Zeit und Ewigkeit Stehn mit einem Bein in andren Sphären , Des Gewürmes Wenigkeit Soll in Sehnsucht sich verzehren Und ein Ahnungsspiel gebären . Diese Pforte sei für euch Starres Sinnbild nur Und ein Jenseitsgruss Von der Allnatur Mit den Faltengebilden Aus den Rauschglanzgefilden . Nach diesem langen Gesange rufen die Wale sämtlich , als wär ihnen ein Stein vom Herzen gefallen : Schluss ! Es steckte viel Trutzigkeit in diesem kleinen Wort . Und die sieben Wale im karrierten Fell kommen mit ihren dicken Köpfen dem Kaidôh in Brusthöhe ziemlich nahe , sodass die Köpfe einen Kranz um seinen Oberkörper bilden . Während sich nun Kaidôh mit ausgebreiteten Armen um sich selber dreht , streichen seine Hände , ohne dass ers will , über die Köpfe der Wale . Und die Wale sinken nach dieser Berührung langsam in die Tiefe , in der ein blutrotes Rubinmeer funkelt . Die blutroten Rubinen sind natürlich lauter grosse Sterne . Kaidôh kann nicht den Kopf bewegen und sieht so nichts von dem Meere . Er hört nur unten die Wale noch einmal singen . Der Gesang klingt so lächelnd . Die Wale singen : Nun schwimmen wir wieder ohne Begehren , Wir ahnen der Welten Sehnsuchtsziel - Und wollen uns gar nichts weiter erklären , Wir bleiben beim grossen Ahnungsspiel . Und thun wir auch manchen Skorpionen leid , Wir sind doch die Weisen - im Narrenkleid . Es hallt lange in den Schluchten nach . Die Wale tauchen im Rubinmeere unter , und klatschend schlagen die Rubinwogen über den schwarz und weiss karrierten Leibern zusammen . Ein Brausen steigt empor und weckt in den