bei uns ? « » Grüß dich Gott , Bruckner ! An Treiber tät ich brauchen für acht Täg . Hast net Lust ? Der Graf zahlt net schlecht , vier Markln für ' n Tag . « » Ich ? Und treiben ? Wie fallt dir denn so was ein ? « Die Furchen im Gesicht des Bauern verschärften sich . » Oder hat dich der Schipper geschickt ? « » Der Schipper ? « Franzl schien die Frage nicht zu begreifen . » Gott bewahr ! Bist mir schon selber eingfallen . Also ? Magst ? « » Na ! « Bruckner prüfte die Schneide der Sense und ging auf die Haustür zu . » No , no , no ! Ich hab mir halt denkt , es könnt dir a bißl Verdienst net zwider sein . « » Ja , Lenzi , « fiel Mali ein , » sei gscheit ! Dreißg Markln sind net von Holz ! « » In Ruh laß mich ! « Der Bauer trat auf die Schwelle , musterte den Jäger über die Schulter und sagte grob : » Willst noch was ? « Franzl bekam einen roten Kopf , blieb aber ruhig . » Red , wie d ' magst , ich nimm dir nix übel . « Er wandte sich ab und strich mit der Hand über das Köpfl des Kindes . » Bhüt dich Gott , Mali ! An andersmal ! « Mit dem Ellbogen die Büchse rückend , ging er davon . Mali sah den Bruder an . » Aber Lenzi ? Was hast denn ? « Langsam trat der Bauer auf die Schwester zu . » Was willst denn du mit dem Jagerischen da ? « » Warum denn ? Was is denn ? « » Gelt , du ! Da fang mir nix an ! Es könnt mir net taugen . « Mali erhob sich und schlang den Polster um das Kind , aus dessen kraftlosen Händchen die Nelken zur Erde fielen . » Ich will dir was sagen , Lenzi ! Bei der Schwester hab ich ' s net schlecht ghabt . Aber aufs erste Wörtl , daß mich der Bruder braucht , hab ich den Kufer packt . Deine drei Kinder sollen net merken , daß ihnen d ' Mutter fehlt . Im übrigen hab ich meine ausgwachsenen Jahr und bin freund , mit wem ich mag . Was gegen den Franzl hast , da frag ich net drum . Mir war der Franzl mein Kamerad . Und dös weißt , Lenzi : so bin ich allweil gwesen , daß ich meine Sachen net versauen laß . « Sie drückte das Kind an sich und ging am Bruder vorüber ins Haus . In ratloser Bestürzung sah ihr der Bauer nach . Wie von einer Schwäche befallen , tappte er zur Hausbank hin und ließ sich niedersinken . Vom Nachbargehöft herüber klang die Stimme Franzls , der einen jungen Burschen anrief . In ihm fand der Jäger den Treiber , der noch zu bestellen war . Und nun ging ' s den Bergen zu , hinauf zur Jagdhütte , in der Graf Egge am liebsten hauste , weil sie mitten im besten Gemsrevier gelegen war . Franzl hatte einen fünfstündigen Marsch vor sich , zuerst durch Buchenwälder , in deren Laub schon gelbe Blätter leuchteten , dann durch dunklen , kühlen Fichtenwald und über breite Almen . In einer Sennhütte rastete Franzl und löffelte zu bescheidenem Mittagsmahl eine Schüssel Milch . Dabei fand er Gesellschaft . In die Hütte trat ein junges Mädel , das hübsche , runde Grübchengesicht von der Hitze gerötet . Ihr schmuckes , zur Üppigkeit neigendes Figürchen in der halb städtischen Kleidung ließ erkennen , daß sie gute Freundschaft mit dem Spiegel hielt . Das schwarze Haar war nicht in Zöpfe geflochten , sondern zeigte eine » Frisur « . Das grüne Lodenhütchen , das sie in der Hand trug , war mit Bergblumen besteckt , und ein Sträußlein Alpenrosen war an die Spitze des Bergstockes gebunden . Sie schien den Jäger nicht ungern zu gewahren . Während sie Hut und Stock auf die Holzbank legte , grüßte sie mit einem zutraulichen Wink ihrer schwarzen Augen . » Grüß Gott , Lieserl ! « nickte Franzl und löffelte weiter . Die alte Sennerin , die beim Herdfeuer stand , drehte das Gesicht über die Schulter ; der neue Gast schien ihr nicht zu gefallen . » Wo kommst denn her ? « brummte sie . » Man muß net allweil an der Maschin sitzen . Luftschnappen muß der Mensch auch . D ' Stubenluft taugt mir net . Jetzt bin ich auf der Bergpartie . « » Geh ? « fragte die Alte anzüglich . » Und ganz allein ? « » Ja , gelt , dös is schad ! « Lieserl lachte , daß man zwischen den roten Lippen die kleinen blinkenden Zähne sah . » Es hätten sich schon a paar zur Begleitung anboten . Aber jeder paßt mir net . Ich bin anspruchsvoll . « Sie setzte sich an Franzls Seite , drückte den Arm an seinen Ellbogen und guckte in die Schüssel . » Hast alles aufschnabuliert ? Gar nix hast übrig für mich ? « » Na , gar nix ! « Franzl erhob sich und stellte die leere Schüssel auf die Bank . » Was rennst denn ? Bleib doch sitzen und laß a bißl plauschen ! « » Mir pressiert ' s. « Der Jäger griff nach seiner Büchse und ging . » Bist a Feiner ! Dös muß ich sagen ! « schmollte Lieserl , während die Sennerin vergnügt vor sich hinkicherte . Dann lief die Alte dem Jäger nach . Hinter der Hütte holte sie ihn ein , laut in die Schürze lachend . » Die hast schön abfahren lassen ! So eine ! Ihr Vater muß rein nix wissen , und der Zauner-Wastl is doch sonst an ehrenwerter Mensch ! Was