eigenthümlichen Eindruck und Schauspiel hingegeben haben , das die Friedhöfe der Moslems machen . Sie sind die Spaziergänge von Alt und Jung , Männern und Frauen während des Tages , der Aufenthaltsort , oft die Schlafstätte des Gesindels während der Nacht . Zwischen den schmalen und aufrechtstehenden Leichensteinen , welche die Form umgestülpter Obelisken oder Säulen haben , auf deren Spitze ein Turban oder Fez den Rang des Verstorbenen anzeigt , während blaue und rothe Farben , Vergoldungen und Inschriften den Stein schmücken , spielen die Kinder , liegen die Müssiggänger und sitzen klatschend die Weiber . Hin und wieder ragen aus diesen Begräbnißplätzen noch Trümmer der alten hellenischen Mauern hervor , die sich nach dem Gipfel zu mehren . Pausanias setzt den Ursprung der Stadt in die Zeit Alexanders des Großen , der sie in Folge eines Traums für die von Ephesus gekommenen Smyrnäer gegründet haben soll . Unter der Römerherrschaft kam sie zur Blüthe , Tzachas machte sie im Jahre 1084 zur Hauptstadt seines neugegründeten ionischen Reichs ; Johannes Ducas , der griechische Admiral , belagerte sie 1097 . Zu Anfang des dreizehnten Jahrhunderts war die Stadt bis auf die Akropolis ein Trümmerhaufe , Angelus Comnenus aber stellte sie vor seinem Tode ( 1227 ) wieder her . Im vierzehnten war sie häufig der Schauplatz der blutigen Kämpfe der Ritter von Rhodus mit den Moslems ; Tamerlan , als er auf seinem Zuge von den Kämpfen der Christen und Türken in der Stadt hörte , belagerte sie 1402 vierzehn Tage lang , nahm sie im Sturm und zerstörte sie auf ' s Neue . All diese Erinnerungen zogen an den Beiden vorüber , als sie den riesigen Trümmern des Schlosses zueilten . Die Mauern desselben schließen einen beträchtlichen Raum ein , in ihrem Mittelpunkt finden sich die Reste einer alten Kirche , nach den Volksüberlieferungen : der alten Kirche Smyrna ' s. Desgleichen viele Cysternen , Gewölbe und Gänge , die einen ganzen unterirdischen Bau unter den Trümmern bilden sollen . Eine weite , herrliche Aussicht bietet sich von diesen Ruinen über Stadt und Meer , über die vom Hermuss durchzogenen Ebenen im Osten und die Flächen im Süden , die der Meles mit seiner Wasserleitung befeuchtet . Etwas weiter zur Seite , unfern der in die Felsen gegrabenen Stadien , wo der heilige Polycarp den Märtyrertod erlitt , stehen noch einige Trümmer des Jupiter-Tempels , und hier hatten die Flüchtlinge aller Nationen sich zur Berathung versammelt . Man hatte mit der Eröffnung derselben auf Welland gewartet , und er wurde genöthigt , von einem der riesigen Postamente herab nochmals die Erzählung der grausames Art und Weise zu wiederholen , in der Costa verhaftet worden . Welland sah sogleich , daß die Exaltation der Menge durch die Einwirkungen Einzelner auf ' s Höchste gesteigert worden und daß eine besonnene Vermittelung dringend Noth that . Er knüpfte daher sofort an seine Erzählung den Vorschlag , daß die in der Angelegenheit zu thuenden Schritte einem Comitee übertragen werden möchten , daß dieses von dem österreichischen Consul die Freigebung Costa ' s verlangen , und durch Deputationen die Mitwirkung aller andern Consuln , namentlich der französischen und englischen , in Anspruch nehmen solle . Doch das war nur ein Tropfen auf den heißen Stein der geweckten Leidenschaften . Fumagalli mit all dem lodernden Feuer seiner Landsleute , nahm den Platz des bedächtigen Deutschen ein und reizte mit flammenden Worten die Menge zu Thaten der Rache . » Wie es Costa ergangen , « rief er , » wird es auch uns gehen ; Einen nach dem Andern werden die feilen Schergen der Tyrannei hinwegholen , um uns in Ketten in ihre tiefen Kerker auf dem Spielberg und Kufstein zu werfen , wo so viele edle Söhne der Freiheit lebendig vermodern . Zeigen müssen wir ihnen , daß wir Mann zu Mann stehen , Blut müssen wir haben zur Sühne , mit rothen Flammenzeichen wollen wir unser Gericht halten ! Brüder , Freunde , edle Männer der Magyaren ! Söhne des freien Italiens ! - laßt uns hinunterziehen und die steinerne Zwingburg unsers Feindes , des österreichischen Consuls , mit gewaffneter Faust stürmen . Wenn die Lohe als Warnungszeichen unserer Rache über seiner Habe zusammenschlägt , wenn wir ihn und jedes lebende Wesen in seinem Hause gefangen halten und unsere Dolche ihre Brust bedrohen , wirb man uns den Verrathenen sicher ausliefern , und haben wir ihn erst zurück , dann Wehe den Elenden ! « Mit wildem Jubel erwiderte die Menge die Rede . Wahnwitzige Vorschläge aller Art wurden laut , der Ungar Cricca wollte die am Kastell liegende türkische Fregatte mit Gewalt nehmen und mit ihr den Gefangenen befreien , ein Anderer schlug einen Angriff bei Nacht mit Böten vor , ein Dritter gar , die Stadt an allen Ecken anzuzünden . Je abentheuerlicher und entsetzlicher die vorgeschlagene That , desto stürmischer war der sinnlose Beifall . Vergebens suchte in diesem Tumult Welland zur Ruhe und Ueberlegung zu mahnen ; verzweifelnd wollte er sich abwenden und den Platz verlassen , als er im Gedränge einen Zettel in seine Hand gedrückt fühlte . Rasch wandte er sich um , doch unbekannte , nur mit der aufregenden Versammlung beschäftigte Gesichter zeigten sich rings umher . Er flüchtete aus dem Gewühle und las den Zettel . Ein Kreuz , ähnlich dem , das Costa ihm gezeigt , war in flüchtigen Zügen mit Bleistift auf das Papier gezeichnet . Darunter standen die Worte : » Keine Gewalt ! die Zeit ist noch nicht gekommen . Gehen Sie morgen zum amerikanischen Consul und verlangen Sie seinen Schutz für Costa als amerikanischen Bürger . Die Hilfe wird zur rechten Zeit bereit sein . Gehorsam ! « - Welland trafen die Zeilen wie ein Blitzstrahl , freudig , daß sich eine Aussicht zeigte , den Gefangenen zu retten , überraschend , daß auch hier in so weiter Ferne eine unsichtbare geheimnißvolle Macht seine Handlungen zu leiten , Alles zu überwachen schien . Er drängte sich mit Gewalt