und das Andere findet sich . « Ben David trat in die Stube . » Ich komme von Zodick , « sprach er heiter : » die Wunde heilt , obschon der Kranke , wie das Gebot es will , die abgefallnen Pflaster nicht mehr auflegen ließ . Gott gab seinen Segen . « » Das Vertrauen auf ihn wirkt Wunder ! « bekräftigte Ben Jochai . » Auch ich höre Wunderdinge ! « fiel Esther ihm rasch in ' s Wort : » Bestätige sie mir , Vater . Ich soll den Knecht ehelichen , daß er mein Herr werde ? « Mißbilligend sah Ben David auf den Vater . » Man hat Dir , « sprach er , » zu früh von Dingen gesprochen , die ... « » Die mich elend machen ; « rief Esther heftig , mit Thränen in den Augen : » elend , Vater ; die Du nicht verantworten kannst ... wenn einst der Todesengel vor Dir steht und der Blitz seiner tausend Augen Deine Thaten prüft . « » Zodick denkt edel und großmüthig , « sprach Jochai : » Ich habe ihm vorgeschlagen , seine unbekannten Gegner , die ihn zu morden dachten , aus ihrem Dunkel zu ziehen durch die Befragung des Fürsten des Öls , oder der Hand . Er schlägt aber alles aus , will seine Feinde nicht kennen , verzeiht ihnen ... « » Und denkt noch nicht des Tags , der Dich mit ihm verbinden soll ; « unterbrach ihn Ben David , zu Esther gewendet . - » Schweige darum , und laß uns den Schabbat genießen in Frohsinn , Lust und freundlicher Einsamkeit . « - Und dem geschah also . Jochai und die Seinen verbrachten den Tag in Ruhe und Festlichkeit . Der arme kleine Hans verlebte ihn auf den Knieen der stummen Grete . - Da aber die Abendmahlzeit vorüber war , der Hausvater Wein , Gewürz und Brod sammt seinen Angehörigen gesegnet , und durch das Anzünden der Habdalahkerze , wie durch das Kaddischgebet den Sabbath geschieden hatte von der übrigen Woche , und alle sich zur Ruhe begeben wollten , hielt Ben David seine Tochter allein auf , und gebot ihr , am Morgen des nächsten Tags sich verstohlen einzuschleichen in das Haus des Altbürgers Diether Frosch , mit Vorsicht in das Gemach der edeln Frau Margarethe zu dringen , und ihr kund zu machen , Ben David habe gethan nach ihren Wünschen , und erwarte die Bestimmung der Zeit und des Orts , die ihr gelegen seyn würden , seinen Bericht anzuhören . Mit diesem Auftrag und dem herkömmlichen väterlichen Kuß und Segen entließ Ben David seine Tochter . Fußnoten 1 Begräbnißplatz . Viertes Kapitel . » Trägt der Bube mein Gesicht ? « » Lieber Vater , zweifle nicht . « » Ist das meiner Augen Licht ? « » Vater , Vater , zweifle nicht . « » Ist das meiner Nase Zier ? « » Vater , Vater , glaube mir ! « » Ist des Knaben Mund der meine ? « » Größre Ähnlichkeit gibt ' s keine . « » Aber , Weib , der Nachbar spricht ... « » Bösen Zungen traue nicht . « Romanze von der verschlagenen Ehefrau . » Du bist heute so saumselig und faul ! « schalt die Ehewirthin des ehrsamen Altbürgers Diether Frosch ihre Gürtelmagd , die am Sonntagmorgen nicht mit dem Zöpfeflechten fertig werden wollte . - » Wenn ich heute die Kirche besuchen wollte , so könnte ich , nur immerhin im Schlafmantel dahin gehen . Träges mißleidiges Ding ! Was Dir seit einigen Tagen im Kopfe steckt , begreife ich nicht . « Else schwieg einige Augenblicke und seufzte . Dann aber sprach sie , da gerade wieder die Gebieterin ihre Ungeduld durch eine heftige Bewegung verrathen hatte : » Ehrsame Frau ! die Schuld , daß ich nichts recht mache , mag wohl zunächst in Euch selbst liegen , denn Ihr seyd seit geraumer Zeit so reizbar und unwirsch , daß Euch immer beim geringsten Anlaß gleich der Zorn übermannt , und ich nur mit Zittern und Zagen Kamm und Schnürnadel zur Hand nehme , mein Amt bei Euch zu verrichten . « Else schwieg , sich selber ob der Keckheit wundernd , mit der sie zu der raschen Gebiterin gesprochen , und die bösen Folgen fürchtend ; aber zu ihrer größeren Verwunderung blieb die Letztere in Schweigen versunken . Die gefalteten Hände auf dem Schooß haltend , sah sie vor sich hin , wie von tiefem Nachdenken gefesselt , blickte dann schnell in die Höhe , strich sich die spiegelglatten Augenbraunen und sagte : » Dießmal hast Du nicht Unrecht gute Else . Ich finde das selbst . Dieser Zustand dauert schon einige Wochen . « » Freilich , liebe gnädige Frau ! « versetzte Else mit gutmüthiger Besorgniß ihr ins Gesicht schauend : » Ich fürchte , Ihr seyd krank , oder auf dem Wege es zu werden . Eure rosenrothen Wangen haben an Farbe verloren , und Euer Auge sieht oft aus , als schwämme es in Thränen , oder , als habe es viel geweint . Ich an Eurer Stelle würde den Judenarzt um Rath fragen . « Frau Margarethe schüttelte langsam den Kopf . » Der alte Joseph ist ein geschickter Mann , « sprach sie , » aber seine Arzeneien heilen mein Übel nicht . « » Warum denn nicht ? « fragte die Magd : » Ist er nicht dafür bezahlt , Euch zu helfen ? Ein Jude kann Alles . Wo seine Kräuter nicht ausreichen , da hext er die Krankheit weg . « » Einfältiges Geschwätz ! « eiferte die Gebieterin » Ich werde doch wissen , ob ich krank bin oder nicht . Das Ganze wird meines Bedenkens nichts anders seyn , als die Folge der Unruhe , die meinen Schlaf stört , und mir böse Träume verursacht . « » Die bösen