angetan « , raste der Doktor und rannte im Zimmer umher ; » der Böse , der Beelzebub , nach meiner Konjektur der Stinker . « » Der Rausch hat dir ' s angetan , du Lump « , schrie die Zärtliche , riß ihren breitgetretenen Pantoffel ab und rannte ihm nach ; ich aber schlich mich die Treppe hinab und zum Haus hinaus und dachte bei mir , dem Doktor ist ganz recht geschehen , man soll den Teufel nicht an die Wand malen , sonst kömmt er . Der Doktor Schnatterer wurde von da an in seinen Kollegien ausgepocht , und konnte , selbst mit den kühnsten Konjekturen , den Eifer nicht mehr erwecken , der vor seiner Fatalität unter der studierenden Jugend geherrscht hatte . Die Kollegiengelder erreichten nicht mehr jene Summe , welche die Frau Professorin als allgemeinen Maßstab angenommen hatte , und der Professor lebte daher in ewigem Hader mit der Unversöhnlichen . Diesem hatte , sozusagen , der Teufel ein Ei in die Wirtschaft gelegt . Zehntes Kapitel Satan wird wegen Umtrieben eingezogen und verhört ; er verläßt die Universität Um diese Zeit hörte man in Deutschland viel von Demagogen , Umtrieben , Verhaftungen und Untersuchungen . Man lachte darüber , weil es schien , man betrachte alles durch das Vergrößerungsglas , welches Angst und böses Gewissen vorhielten . Übrigens mochte es an manchen Orten doch nicht ganz geheuer gewesen sein ; selbst in dem sonst so ruhigen ..... en spukte es in manchen Köpfen seltsam . Ich will einen kurzen Umriß von dem Stand der Dinge geben . Wenn man unbefangen unter den » Burschen « umherwandelte und ihren Gelagen beiwohnte , so drängte sich von selbst die Bemerkung auf , daß viele unter ihnen von etwas anderem angeregt seien , als gerade von dem nächsten Zweck ihres Brotstudiums ; wie einige großes Interesse daran fanden , sich morgens mit ihren Gläubigern und deren Noten ( Philister mit Pumpregistern ) herumzuzanken , nachher den Hund zu baden und ihn schöne Künste zu lehren , sodann Fensterparade vor ihren Schönen zu machen usw. , so hatten sich andere , und zwar kein geringer Teil auf Idealeres geworfen . Ich hatte zwar dadurch , daß ich sie zum Studium des Trinkens anhielt , dafür gesorgt , daß die Herren sich nicht gar zu sehr der Welt entziehen möchten ; aber es blieb doch immer ein geheimnisvolles Walten , aus welchem ich nicht recht klug werden konnte . Besonders aber äußerte sich dies , wenn die Köpfe erleuchtet waren ; da sprach man viel von Volksbildung , von frommer deutscher Art , manche sprudelten auch über und schrien von der Not des Vaterlandes , von - . Doch das ist jetzt gleichgültig , von was gesprochen wurde , es genügt zu sagen , daß es schien , als hätte eine große Idee viele Herzen ergriffen , sie zu einem Streben vereinigt . Mir behagte die Sache an sich nicht übel ; sollte es auf etwas Unruhiges ausgehen , so war ich gleich dabei , denn Revolutionen waren von jeher mein Element ; nur sollte nach meiner Meinung das Ganze einen eleganteren , leichteren Anstrich haben . Es gab zwar Leute unter ihnen , die mit der Gewandtheit eines Staatsmannes die Menge zu leiten wußten , die sich eine Eleganz des Stils , eine Leichtigkeit des Umgangs angeeignet hatten , wie sie in den diplomatischen Salons mit Mühe erlernt und kaum mit so viel Anstand ausgeführt wird ; aber die meisten waren in ein phantastisches Dunkel geraten , munkelten viel von dem Dreiklang in der Einheit , von der Idee , die ihnen aufgegangen sei , und hatten Vergangenheit und Zukunft , Mittelalter und das Chaos der jetzigen Zeit so ineinandergeknetet , daß kein Theseus sich aus diesen Labyrinthen herausgefunden hätte . Ich merkte oft , daß einer oder der andere der Koryphäen in einer traulichen Stunde mir gerne etwas anvertraut hätte ; ich zeigte Verstand , Weltbildung , Geld und große Konnexionen , Eigenschaften , die nicht zu verachten sind , und die man immer ins Mittel zu ziehen sucht . Aber immer , wenn sie im Begriff waren , die dunkle Pforte des Geheimnisses vor meinen Augen aufzuschließen , schien sie , ich weiß nicht was , zurückzuhalten ; sie behaupteten , ich habe kein Gemüt , denn dieses edle Seelenvermögen schienen sie als Probierstein zu gebrauchen . Mochte ich aber aussehen , wie ein verkappter Jakobiner , mochte ich durch meinen Einfluß auf die Menge Verdacht erregt haben ? Eines Morgens trat der Pedell mit einigen Schnurren in mein Zimmer und nahm mich im Namen Seiner Magnifizenz gefangen . Der Universitätssekretär folgte , um meine Papiere zu ordnen und zu versiegeln , und gab mir zu verstehen , daß ich als Demagoge verhaftet sei . Man gab mir ein anständiges Zimmer im Universitätsgebäude , sorgte eifrig für jede Bequemlichkeit , und als der Hohe Rat beisammen war , wurde ich in den Saal geführt , um über meine politischen Verbrechen vernommen zu werden . Die Dekane der vier Fakultäten , der Rector Magnificus , ein Mediziner , und der Universitätssekretär saßen um einen grünbehängten Tisch in feierlichem Ornat ; die tiefe Stille , welche in dem Saal herrschte , die steife Haltung der gelehrten Richter , ihre wichtigen Mienen nötigten mir unwillkürlich ein Lächeln ab . Magnificus zeigte auf einen Stuhl ihm gegenüber am Ende der Tafel , Delinquent setzte sich , Magnificus winkte wieder und der Pedell trat ab . Noch immer tiefe Stille ; der Sekretär legt das Papier zum Protokoll zurecht , und schneidet Federn ; ein alter Professor läßt seine ungeheure Dose herumgehen . Jeder der Herren nimmt eine Prise bedächtlich und mit Beugung des Hauptes , Doktor Saper , mein nächster Nachbar , schnupft und präsentiert mir die Dose , läßt aber das teure Magazin , von einem abwehrenden Blick Magnifici erschreckt , mit polterndem Geräusch zu Boden fallen . » Alle Hagel , Herr Doktor « , schrie