, aber mir zerschneidet der Hohn des entsetzlichen Menschen das Herz ! - Benzon ! - wer ist es , wer ist der Wahnsinnige ? « - » Mit zwei Worten « , sprach die Benzon , » erkläre ich alles . Als ich mich vor fünf Jahren in - « ( M. f. f. ) - mich überzeugte , daß in einem echten , tiefen Dichtergemüt auch kindliche Tugend wohnt und Mitleid mit dem Bedrängnis der Genossen . Eine gewisse Schwermut , wie sie oft junge Romantiker befällt , wenn sie den Entwicklungskampf der großen erhabenen Gedanken in ihrem Innern bestehen , trieb mich in die Einsamkeit . Unbesucht blieben mehrere Zeit hindurch Dach , Keller und Boden . Ich empfand mit jenem Dichter die süßen idyllischen Freuden im kleinen Häuschen am Ufer eines murmelnden Bachs , umschattet von düster belaubten Hängebirken und Trauerweiden , und blieb , mich meinen Träumen hingebend , unter dem Ofen . So kam es aber , daß ich Mina , die süße schöngefleckte Mutter , nicht wiedersah . - In den Wissenschaften fand ich Trost und Beruhigung . O , es ist etwas Herrliches um die Wissenschaften ! - Dank , glühender Dank dem edlen Mann , der sie erfunden . - Wie viel herrlicher , wie viel nützlicher ist diese Erfindung als jene des entsetzlichen Mönchs , der zuerst es unternahm , Pulver zu fabrizieren , ein Ding , das mir , seiner Natur und Wirkung nach , in den Tod zuwider . Die richtende Nachwelt hat auch den Barbaren , den höllischen Barthold , gestraft mit höhnender Verachtung , indem man noch heutigen Tages , um einen scharfsinnigen Gelehrten , einen umschauenden Statistiker , kurz , jeden Mann von exquisiter Bildung recht hoch zu stellen , sprichwörtlich sagt : » Er hat das Pulver nicht erfunden ! « Zu Belehrung der hoffnungsvollen Katerjugend kann ich nicht unbemerkt lassen , daß ich , wollte ich studieren , mit zugedrückten Augen in die Bibliothek meines Meisters sprang und dann das Buch , was ich angekrallt , herauszupfte und durchlas , mochte es einen Inhalt haben , wie es wollte . Durch diese Art zu studieren gewann mein Geist diejenige Biegsamkeit und Mannigfaltigkeit , mein Wissen den bunten glänzenden Reichtum , den die Nachwelt an mir bewundern wird . Der Bücher , die ich in dieser Periode des dichterischen Schwermuts hintereinander las , will ich hier nicht erwähnen , teils weil sich dazu eine schicklichere Stelle vielleicht finden wird , teils weil ich auch die Titel davon vergessen , und dies wieder gewissermaßen darum , weil ich die Titel meistenteils nicht gelesen und also nie gewußt habe . - Jedermann wird mit dieser Erklärung zufrieden sein und mich nicht biographischen Leichtsinnes anklagen . Mir standen neue Erfahrungen bevor . Eines Tages , als mein Meister eben in einen großen Folianten vertieft war , den er vor sich aufgeschlagen , und ich , dicht bei ihm unter dem Schreibtisch , auf einem Bogen des schönsten Royalpapiers liegend , mich in griechischer Schrift versuchte , die mir vorzüglich in der Pfote zu liegen schien , trat rasch ein junger Mann hinein , den ich schon mehrmals bei dem Meister gesehen , und der mich mit freundlicher Hochachtung , ja mit der wohltuenden Verehrung behandelte , die dem ausgezeichneten Talent , dem entschiedenen Genie gebührt . Denn nicht allein daß er jedesmal , nachdem er den Meister begrüßt , zu mir sprach : » Guten Morgen , Kater ! « so kraule er mir auch jedesmal mit leichter Hand hinter den Ohren und streichelte mir sanft den Rücken , so daß ich in diesem Betragen wahre Aufmunterung fand , meine innern Gaben leuchten zu lassen vor der Welt . Heute sollte sich alles anders gestalten ! Wie sonst niemals , sprang nämlich heute dem jungen Mann ein schwarzes zottiges Ungeheuer mit glühenden Augen nach , zur Türe hinein und , als es mich erblickte , gerade auf mich zu . Mich überfiel eine unbeschreibliche Angst , mit einem Satz war ich auf dem Schreibtisch meines Meisters und stieß Töne des Entsetzens und der Verzweiflung aus , als das Ungeheuer hoch hinaufsprang nach dem Tisch und dazu einen mörderlichen Lärm machte . Mein guter Meister , dem um mich bange , nahm mich auf den Arm und steckte mich unter den Schlafrock . Doch der junge Mann sprach : » Seid doch nur ganz unbesorgt , lieber Meister Abraham . Mein Pudel tut keiner Katze was , er will nur spielen . Setzt den Kater nur hin , sollt Euch freuen , wie die Leutchen miteinander Bekanntschaft machen werden , mein Pudel und Euer Kater . « Mein Meister wollte mich wirklich niedersetzen , ich klammerte mich aber fest an und begann kläglich zu lamentieren , wodurch ich es denn wenigstens dahin brachte , daß der Meister mich , als er sich niederließ , dicht neben sich auf dem Stuhle litt . Ermutigt durch meines Meisters Schutz , nahm ich , auf den Hinterpfoten sitzend , den Schweif umschlangen , eine Stellung an , deren Würde , deren edler Stolz meinem vermeintlichen schwarzen Gegner imponieren mußte . Der Pudel setzte sich vor mir hin auf die Erde , schaute mir unverwandt ins Auge und sprach zu mir in abgebrochnen Worten , die mir freilich unverständlich blieben . Meine Angst verlor sich nach und nach , ganz und gar und ruhig geworden im Gemüt , vermochte ich zu bemerken , daß in dem Blick des Pudels nichts zu entdecken als Gutmütigkeit und biederer Sinn . Unwillkürlich fing ich an , meine zum Vertrauen geneigte Seelenstimmung durch sanftes Hin- und Herbewegen des Schweifes an den Tag zu legen , und sogleich begann auch der Pudel mit dem kurzen Schweiflein zu wedeln auf die unmutigste Weise . O ! mein Inneres hatte ihn angesprochen , nicht zu zweifeln war an dem Anklang unserer Gemüter ! - » Wie , « sprach ich zu mir selbst , » wie konnte dich das