Brust gedrückt hielt . » Reginald , « rief Franziska überwältigt - » was ist geschehen ? Um Gottes Willen , wer ist das ? « » Franziska , « sagte er , seufzend vor ihr niederknieend - und alle Wogen seines brausenden Innern sanken bei ihrer Anrede zusammen . - » Dich will ich fragen ! Du - Du wirst es begreifen - Du wirst es mir erklären - ob Souvré , der Rothmantel - oder ob ich der Mörder bin ? « In diesem Augenblicke theilte sich der Kreis ; die Herrschaften standen alle vor der entsetzlichen Scene ! » Reginald , « rief Graf d ' Aubaine - » Chevalier - stehen Sie auf ! « fuhr er heftig fort - » zu welcher unschicklichen Scene gebrauchen Sie hier meine Tochter ! « » Unschicklich ? « rief Reginald - » Thor , sage entsetzlich ! schrecklich ! Ist denn sein Tod unschicklich ? O , sage lieber - das jammervollste , grausamste Elend der Erde ! « » Wer - wer ist die Leiche , die der Wahnsinnige hält ? « stammelte die Marschallin und drang mit Heftigkeit vor . Doch Graf d ' Aubaine vertrat ihr den Weg - er wollte sie wegführen , aufhalten ; die entsetzliche Wahrheit , daß dies ihr Enkel sei - wie entstellt er auch war - tagte in ihm ! Er bat , sich rasch an seine Gemahlin wendend , daß die Damen die Halle verlassen möchten ; doch nur Madame d ' Aubaine war dazu bereit ; mit Eifer stieß die Marschallin den Grafen zurück , während Franziska wie am Boden gewurzelt vor Reginald stand und keine Aufforderung hörte , die an sie erging . Es hatte sich indeß der Kammerdiener des Marquis de Souvré dem Grafen genaht und ihm einen Theil der Wahrheit flüchtig mitgetheilt . Die Marschallin hörte einzelne Worte - sie schritt vor . - » Mein Enkel , « sprach sie zitternd - » ein Mord sagst Du - wer - wer - wo ist Dein Herr ? « » Ich glaubte ihn hier zu finden , « sprach der Kammerdiener . » Ja , « riefen mehrere Stimmen - » er war hier - und fuhr der Herrschaft nach Mont-Réal entgegen . « » Fragen Sie den Menschen dort ? « sprach die Marschallin , am ganzen Körper zitternd und auf Reginald zeigend . Doch ein Blick dahin zerstörte die wenige Fassung , die sie noch behaupten wollte ; - sie stürzte vor - riß die Leiche selbst von Reginalds Brust , die sie ihr verhüllte , und erkannte trotz der Entstellung die Leiche des Enkels - den einzigen ihrem Ehrgeize noch lebenden Grafen Crecy-Chabanne ! Ihre Zähne schlugen zusammen ; sie hatte keinen Laut in der Kehle . » Ja , es ist Ludwig - Dein Enkel ! « rief Reginald . » Er ist todt - ermordet ; - mein theurer Bruder ist todt - und Niemand weiß , ob Souvré oder ich ihn ermordet habe ! « - » Du - Du , Elender - Du sein Mörder ? « Mit diesen Worten , den ersten , die sie ihm jemals gönnte , brach der Starrkrampf ihrer Lippen . - » Mein Enkel todt - todt ! Durch Dich getödtet ! Schlange , die Du Dich unter uns genährt - warum hast Du ihn Deiner Bosheit geopfert ? « - » Halt ! « rief Reginald und ließ seine Arme langsam los , da mehrere Diener sich bemühten , die Leiche ihm zu entwinden . - » Arme alte Frau , Du dauerst mich um Deiner Schmerzen Willen ! Aber Du weißt nicht , was Du sprichst ; - ich werde es Dir sagen - später - später - doch jetzt bin ich krank - mein Kopf ist wüst ! Ich war ja sein Bruder - Du weißt es ! - Sein ältester Bruder war ich - an dem Du Dich so sehr versündigt hast , böse alte Frau ! « Die Marschallin sah das ruhige , hinsterbende Antlitz Reginalds , und ihr klarer Verstand überraschte sie gegen ihren Willen mit der Ueberzeugung - er sei der Mörder nicht ! » Wer ist der Mörder ? « stammelte sie . Reginald faßte an seine immer bleicher werdende Stirn . - » O , « sprach er mit den herzzerreißendsten Tönen des Schmerzes - » das kann ich nicht ergründen , so sehr ich mich darum bemühe ! Wer mir das sagte ! Wer mir sagte - ich sei es nicht ! Aber Einer muß es sein - entweder der Rothmantel , der Spinola , oder Souvré , der Bösewicht , der schon meine Mutter tödtete - oder ich selbst ! « Da stieß Franziska einen Schrei aus - sie trat dicht vor ihn hin - » Reginald , « rief sie , » Du bist es nicht ; - nein , nein , Du bist kein Mörder ! « » Und doch - und doch ist er der Mörder ! « schrie plötzlich eine nur zu kenntliche Stimme - und Souvré stand unter ihnen . » Graf d ' Aubaine , ich fordere Sie auf , augenblicklich gerichtlich über diesen Menschen zu bestimmen ; - er ist der Mörder des Grafen Crecy ! - Ich kam zu spät , das Verbrechen zu hindern . - Er hatte ihn nach Ste . Roche gelockt - ich kam in dem Augenblicke an , wo der Schuß fiel , und fand ihn noch mit aufgehobenem Pistol vor seinem Opfer . « » Sag ' - sag ' Du « - rief Franziska mit brechender Stimme - » ich will nur Dir glauben - sag ' - antworte ihm - ermanne Dich ! Nein , Du bist der Mörder nicht ! « » Gebe Gott , daß ich es nicht bin ! « seufzte Reginald ; - » aber es war mein Pistol - und Alle haben den Schuß gehört . « Er schien