Lästerbalg , « murrte er , » den Kopf hätt ' ich ihm eingedrückt in den Windeln . Ein Wort jedoch Alter ! « - Er zog den Alten bei Seite , und befragte ihn scharf nach den in der Scheuer liegenden Reitern . Marten blieb dabei , von denselben sey keine Gefahr zu besorgen . Der Eine sey sterbend , ein Zweiter zu seiner Pflege bestimmt , und der Dritte sey , wie er meine , schon von dannen geritten . - » Sind ' s Reisige , die zurückkommen aus einer Fehde , « sagte Zodick überlegend , » so könnte zu finden seyn Beute bei ihnen . Warum gehen wir nicht dahin , und bringen sie um , und nehmen , was sie haben ? Zum mindesten sind werth die Gäule ihren Schilling . « - » Recht ; « erwiederte Marten : » wenn nur kein Sterbender in der Scheuer läge ! Aber s ' ist ruchlos , da zu plündern , wo ein an Gebreste Verschmachtender verscheidet . Das bringt Unglück , weißt Du wohl . Glück bringen nur die Leichen , die wir selbst mit rothen Wunden gezeichnet . « - Zustimmend nickte Zodick . » Du hast Recht , Marten , « sagte er alsdann : » s ' ist gefährlich und nicht geheuer . Steht doch zu den Füßen des Sterbenden der Engel des Todes mit seinen tausend Augen , und schlägt herum mit seinem scharfen Schwerte , daß man geblendet rennt in dessen Schärfe ! Nein , - wir wollen verharren , bis er seyn wird starr , und alles Wasser hinweggegossen2 ; dann wollen wir sehen . Schofel ist ' s aber , daß in der heutigen Nacht nicht kann werden etwas gewonnen , bevor ich steige zu Bett mit dem Liebchen . « - » Ho ! wenn Dir das Noth anthut und Zwang , so wüßte ich wohl zu helfen ; « meynte Marten mit schalkhaftem Zähnefletschen : » Hab ' s Euch nur nicht anbieten wollen , Zodick , ... oder ... vergebt , ... Friedrich , wollt ich sagen . « - » Laßt ' s beim Alten , trunkener Goi ; « schaltete Zodick finster lächelnd ein , » und laßt hören , was es ist . « - » Ein glockenhell und unvereitelbarer Fang ; « antwortete Marten leise : » Ich weiß von guter Hand , daß heut gegen Mitternacht am Sprünglin Bürger von Bergen nach einem Schatz zu graben gedenken , den ihnen eine nächtliche Flamme verrathen , und ein Pfaffe verheißen haben soll . Die Dummköpfe haben Geld zusammengebeutelt aus allen Kisten und Truhen , denn sie müssen hundert Mark Silbers auf den Platz bringen , und nur über dem Gelde kann die Beschwörung gehalten werden . Merkst Du nun , Jude ? Die armen Schlucker sind wohl darauf gefaßt , den Teufel in eines Hundes Gestalt auf dem Schatze zu finden , doch auf zwei rüstige Männer mit rothgefärbten Gesichtern und scharfen Messern sind sie nicht vorbereitet . Geh mit , Zodick , und wir heben den sichern Schatz . Ich hätte dem Wulfhard gern den Antheil gegönnt ; der Bube bleibt aber aus , und Deine Faust ist doch die gewandtere . « - » Topp ! « sprach der andre : » ich gehe mit , doch muß zuvor Dein Weib geloben , meine Esther dort zu hüten , wie den Stern des Auges , und mir sie aufzubewahren sonder Falsch . « - » Ei , warum denn nicht ? « lachte die Alte frech , die hinter die Sprechenden geschlichen war . » Bei meiner Seligkeit will ich geloben ... « » Nichts da ! « fuhr Zodick dazwischen : » Bei Deiner Gurgel schwöre , Alte ; denn Du trägst sie nicht ganz davon , wenn ich nimmer finde mein Lieb . « - Die Alte betheuerte noch mit aller Zuversicht , sie wolle ihre Kehle wagen , denn es sey unmöglich , daß Esther entfliehen könne aus ihrem Gewahrsam . Die Männer möchten nur bald wiederkehren , und ihr und der Tochter einen gehenkelten Silbergroschen verehren . - » Putze die Schemmlinge ; « sprach noch Zodick zu der Alten : » Du hast zu hüten zwei Schlangen . Esther und das blödsinnige Thier , Deine Tochter . Wahrlich , wären nicht zu verdienen hundert Mark , ich wollte eher verlieren das Paradies , denn weggehen von der Dirne , meinem Lieb . Aber Dein Leben Alte , ist mir Bürge , daß ich finde Alles im Alten . « - » Verlaßt Euch darauf ; « schwur noch einmal die Alte , und die beiden Mörder machten ihren scheußlichen Aufzug zurecht . Die entblößten Arme wurden feuerroth angestrichen , so wie die verzerrten Gesichter , rauhe Kappen über den Kopf gezogen , und ein Lederwamms über die Brust geknüpft , von welchem ein nicht mit der größten Sicherheit geführter Stoß oder Hieb abprallen mußte , wie von einem eisernen Bruststück . Zodick wählte , sein zerbrochenes Handmesser zu ersetzen , einen schneidenden Dolch aus Marten ' s Rüstkammer , und da er die Waffe in seinen Gürtel steckte , schien er sich mit verdoppelter Grausamkeit und Bosheit ausgestattet zu haben . Von Habsucht und Mordlust glühend , drang er nun selbst in Marten , aufzubrechen , und nachdem er der von seinem großen Ansehen zurückbebenden Esther noch einmal seine Drohungen wiederholt , und sie abermals der Wachsamkeit der Wirthin empfohlen hatte , stürmte er mit seinem trunknen Gefährten dem Schauplatze eines neuen Frevels zu . - In welchen Qualen Esther zurückblieb , läßt sich denken , nicht beschreiben . Sprachlos starrte sie zu der beräucherten Decke der elenden Stube hinauf , und flehte in ihrer Seele um Vernichtung . Judith saß an ihrer Seite mit gefalteten Händen , und betete mit lauter Stimme ein lateinisches Gebet . Die Mutter , nachdem sie die Hütte wieder verschlossen , fragte die Tochter mürrisch , was