Herr gewesen , der Richtmann Runotter von der Ramsau . « » Wo find ich ihn ? « Ein rauhes Lachen . » Da braucht Ihr Euch mit dem Suchen nit plagen . Der ist weiter , als Menschen laufen oder reiten können . « Malimmes sah zur Sonne auf . » Wer den Runotter finden möcht , müßt fliegen lernen und höher steigen als ein Isländer Falk . « Während Herr Pienzenauer erschüttert schwieg , stammelte Lampert Someiner mit heiserem Laut : » Malimmes - « Neben dem Friedensthron begannen die Trompeten zu blasen . Ihr Geschmetter weckte ein dreifaches Echo an den hohen Mauern , und Hall und Widerhall verschmolzen miteinander zu einem rasselnden Tongewirr , das sich anhörte wie das Gelächter eines Riesen . Nun eine summende Stille . Auf dem Friedensthron erhob sich die Majestät im funkelnden Prunk der königlichen Würde . Alle Gesichter der vielen Tausende , der Hohen und Niederen , waren dem schönen , lächelnden König zugewendet . Nur ein einziges nicht , das schmale , rosige Gesichtchen der zierlichen Königin . Die streckte das schlanke Hälslein und lugte hinüber zu den Reihen der Harnischer . In anmutsvoller Bewegung die beringte Hand erhebend , begann die Majestät mit gutgeschulter , klingender Stimme zu sprechen : » Ihr meine lieben Oheime und Vettern ! Ihr hochgeborenen Fürsten und Herren , die Ihr Beschirmer der Gerechtigkeit und Liebhaber des Guten seid , Ausreuter des Übels , Vertilger von Schande und Laster , eine sichere Zuflucht für alle Betrübten , gepeinigten und hilflosen Menschen ! « Die Fürsten blieben ernst , obwohl sie bei dieser Ansprache ein bißchen verwundert dreinguckten . Doch das Volk , das die spottende Heiterkeit flink erfaßte , brach in munteres Gelächter aus . Durch die ganze Rede , die ein blühendes Loblied des Friedens wurde , schwang der König die anmutige Geißel des Spottes , der ihm die Herzen des Volkes eroberte . Und als er den Tausenden gebot , den in die bayerischen Lande heimgekehrten Engel des Friedens mit deutschem Heilruf zu begrüßen , rauschte ihm aus aufgereckten Händen eine brausende Woge der Freude und Begeisterung entgegen . Noch ehe das frohe , dankende Geschrei verhallte , kam vom Hause der Weltenburger ein wunderlicher , gar nicht festlicher Zug einhergewandert ; voraus der land- und dienerlos gewordene Herzog Ludwig , der die beiden Hunde an seinen Gürtel gekoppelt hatte ; ihm folgten Kaspar Törring und Wieland Swelher mit zwölf von Ludwigs letzten Getreuen , und sie alle , der Herzog wie die Seinen , waren gleich gekleidet und trugen graue Knechtshosen , graue Bauernkittel und graue Kappen , die mit Marderschwänzen gezottelt waren . Ein Lachen und Hälserecken im Volk , wie auf allen Bänken der Herren . Und belustigt fragte der König : » Oheim Ludwig ? Was soll zu ernster Stunde dieser wunderliche Fasching ? « » Fasching ? Nein , Majestät ! « Stolz und ruhig hob Herr Ludwig den Kopf . » Das ist Würde und Weihe . Mit diesem grauen Gewande wollen wir die Sieger ehren , die uns in solchen Bauernkitteln bekriegten . « Über den weiten Haidplatz rann ein Fragen und Schwatzen hin . Und Herzog Heinrich murrte geärgert : » Wollte ich so viel Geld an jeden billigen Spaß vergeuden , so wäre mein Schatzturm bald eine Flohfalle , aus der die gelben Flöhe bis auf den letzten entsprangen . « Dieser heiteren Minute folgte eine ernste Zeremonie . Während umflorte Kirchenfahnen entschleiert und geknickte Wachskerzen aufgerichtet und entzündet wurden , bliesen dumpfe Posaunen . Würdevolle Spannung lag auf allen Gesichtern . Nur Kaspar Törring war nicht völlig bei dieser ernsten Sache . Immer musterte er die beiden Hunde , die an Herzog Ludwigs Gürtel gekoppelt waren . Und in Erregung flüsterte er gegen das Ohr des Freundes : » Du , Loys , das sind die zwei schönsten aus meinem Zwinger ! Ein Rüd und eine Hündin . Die sollen der Welt ein neu Geschlecht erwecken . Fällt von ihnen der erste Wurf , so will ich dabeisein . Ich gehe mit dir nach Ungarn . « Die feierlichen Posaunen schwiegen , und unter dem Baldachin des Friedensthrones erhob sich der päpstliche Legat , um den Ingolstädter vom Kirchenbanne loszusprechen und als reuige Seele in den Schoß der römischen Mutter zurückzuführen . Während Herr Ludwig das gebeugte Knie streckte , sprach er mit starker Stimme : » Gott im Himmel wird mich richten nach meinem Herzen , nicht nach der Torheit meiner Fäuste und meines Blutes . « Er ging auf den Markgrafen von Brandenburg zu : » Verzeihe mir ! Nach Verdienst belehnte mich die Majestät mit der Narrenkappe . Dich hätt ich erkennen und für mich gewinnen sollen . « Fritz von Zollern reichte ihm die Hand und sagte lächelnd : » Mich mißversteht man immer . Ich weiß nicht , woher das kommt . « » Ferne Berge sind den Narren wie Maulwurfshügel . « Und Herr Ludwig wandte sich zu den Herzögen von München : » Wider Euch hab ich schweres Unrecht getan . Wollt Ihr meiner üblen Torheit vergessen ? « Freundlich nickend , bot ihm Herzog Ernst seine schwere Rechte . » Dinge , die geschehen sind , sollen ein Gutes nicht bedrücken , das kommen will . Waren wir keine guten Vettern , so wollen wir ' s werden . Gelt ? « Schweigend sah Herr Ludwig dem Vetter in das lachende Bartgesicht . Dann wandte er sich , betrachtete den Herzog Heinrich , blieb wie steinern vor ihm stehen und wartete . Mit langsamen Schritten kam der kleine Herzog näher : » Nach Inhalt des Urteils , das die Majestät gesprochen , bitte ich dich in schuldiger Demut um Verzeihung . « Herr Ludwig sah die Narben an seinen Händen und sagte rauh : » Du gibst mir schöne Worte . Wenn es dir wahrhaft leid wäre , müßtest du andere Augen haben . « Ein feines Lächeln . » Ich habe Augen