bist . « Ich sprach die Hoffnung aus , daß ich bald wieder kommen werde , und ging die Treppe hinab . Meine Reise war sehr schnell , weil überall die Pferde schon bestellt waren , weil ich nirgends schlief und zum Essen nur die kürzeste Zeit verwendete . Als ich im Sternenhofe in das Zimmer Mathildens trat , kam sie mir entgegen und sagte : » Seid willkommen , es ist alles , wie ich gedacht habe ; denn sonst wäret Ihr nicht zu mir , sondern zu unserm Freunde gekommen . « » Meine Angehörigen ehren Euch , ehren unseren Freund , und glauben an unser Glück und an unsere Zukunft « , erwiderte ich . » Seid willkommen , Natalie , « sagte ich , als diese gerufen worden und in das Zimmer getreten war , » ich bringe freundliche Grüße von den Meinigen . « » Seid willkommen , « antwortete sie , » ich habe immer gehofft , daß es so geschehen und daß Eure Abwesenheit so kurz sein wird . « » Meine Hoffnung war wohl auch dieselbe , « erwiderte ich , » aber jetzt ist alles klar , und jetzt ist völlige Beruhigung vorhanden . « Wir blieben bei Mathilden und sprachen einige Zeit mit einander . Am zweiten Tage nach meiner Ankunft reiste ich zu meinem Gastfreunde . Mathilde hatte mir einen Wagen und Pferde mit gegeben . Als ich in das Schreinerhaus gekommen war , in welchem sich mein Gastfreund bei meiner Ankunft befand , reichte er mir die Hand und sagte : » Ich bin von Eurer Rückkunft bereits benachrichtigt ; man hat mir von dem Sternenhofe gleich nach Eurem Eintreffen in demselben geschrieben . « Eustach sah mich seltsam an , so daß ich vermutete , er wisse auch bereits von der Sache . Wir gingen nun in das Haus , und man öffnete mir meine gewöhnliche Wohnung . Gustav kam nach einer Weile zu mir herauf und konnte seiner Freude beinahe kein Ende machen , daß alles sei , wie es ist . Mein Gastfreund hatte ihm die Tatsache erst heute eröffnet . Er sprach ohne Rückhalt aus , daß ihm die Sache so weit , weit lieber sei , als wenn Tillburg seine Schwester aus dem Hause geführt hätte , dessen Wille wohl immer dahin gerichtet gewesen wäre . 2. Das Vertrauen Ich blieb einige Zeit bei meinem Gastfreunde , teils weil er es selber verlangte , teils um jene Ruhe zu gewinnen , die ich sonst immer hatte , und die ich brauchte , um in meinen Bestrebungen klar zu sehen und sie nach gemachter Einsicht zu ordnen . Die Leute blickten mich fragend oder verwundert an . Vermutlich hatte es sich ausgebreitet , in welche Beziehung ich zu Personen getreten bin , welche Freunde des Hauses sind , und welche oft in dasselbe als Besuchende kommen . Nirgends aber trat mir der Anschein entgegen , als ob man mir das Verhältnis mißgönnte oder es mit ungünstigen Augen ansähe . Im Gegenteile , die Leute waren fast freundlicher und dienstwilliger als vorher . Ich kam in das Gartenhaus . Der Gärtner Simon trat mir mit einer Art Ehrerbietung entgegen und rief seine Gattin Clara herbei , um ihr zu sagen , daß ich da sei , und um sie zu veranlassen , daß sie mir ihre Verbeugung mache . Er hatte dies sonst nie getan . Als diese Art von Vorstellung vorüber war , führte er mich erst in den Garten , wie er mit kurzem Ausdrucke bloß seine Gewächshäuser nannte . Er zeigte mir wieder seine Pflanzen , erklärte mir , was neu erworben worden war , was sich besonders schön entwickelt habe , und was in gutem Stande geblieben sei ; er erzählte mir auch , welche Verluste man erlitten habe , wie die Pflanzen im schönsten Gedeihen gewesen seien , die man verloren habe , und welchen besonderen Ursachen man ihren Verlust zuschreiben müsse . Er bedachte hiebei nicht , daß etwa meine Gedanken anderswo sein könnten , wie er bei einer früheren Gelegenheit auch nicht geahnt hatte , daß mein Gemüt abwesend sei , da er mir ebenfalls mit vieler Lust und großer Umsicht seine Gewächse erklärt hatte . Besonders eifrig war er in der Darlegung der Vorzüge und Schönheiten der Rose , welche die Frau des Sternenhofes für den Herrn des Hauses aus England verschrieben habe . Er führte mich zu ihr und zeigte mir alle Vortrefflichkeiten derselben . Dann mußte ich auch mit ihm in das Kaktushaus gehen , wo er mir sogleich den Cereus Peruvianus wies , der durch meine Güte , wie er sich ausdrückte , in den Asperhof gekommen sei . Er wachse bereits steilrecht in seinem Glasfache empor , was durch viele Mühe und Kunst bewirkt worden sei . Die gelbliche Farbe vom Inghofe sei in die dunkelblaugrüne , gleichsam mit einem Dufte überflogene übergegangen , welche die völlige Gesundheit der Pflanze beweise . Wenn es so fortgehe , so könne auch noch die Freude der fabelhaften weißen Blumen der lebendigen Säule in dieses Haus kommen . Er führte mich dann zu einigen Kaktusgestalten , die eben im Blühen begriffen waren . Es lag eine ziemlich große Sammellinse in der Nähe , um die Blumen und nebstbei auch die Waffen und die Gestaltungen der Pflanzenkörper unter dem Einflusse des vollen Sonnenlichtes betrachten zu können . Er bat mich , die Linse zu gebrauchen . Es war eine farblos zeigende und zugleich eine , bei welcher die Abweichung wegen der Kugelgestalt auf ein Kleinstes gebracht war . Überhaupt wies sie sich als vortrefflich aus . Er erzählte mir , daß der Herr das Vergrößerungsglas eigens zum Betrachten der Kakteen habe machen , es in das schöne Elfenbein fassen und in das reine Sammetfach habe legen lassen . Heute erst sei er noch in dem Kaktushause gewesen und habe mit dem Glase die Blüten und viele Stacheln angeschaut . Ich bediente mich des Glases und sah in