folgendes über Goethe schrieb : » Er starb den seligsten Tod , selbstbewußt , heiter , ohne Todesahnung bis zum letzten Hauch , ganz schmerzlos . Es war ein allmählich sanftes Sinken und Verlöschen der Lebensflamme , ohne Kampf . Licht war seine letzte Forderung , eine halbe Stunde vor dem Ende befahl er : Die Fensterladen auf , damit mehr Licht eindringe . « * * * An Goethe Heute wollen wir der Leier andre Saiten aufziehen ! Heute bin ich so glücklich ! Herr und Meister ! Heute ist mir ein so herrlicher überraschender Entschluß aus der Seele hervorgegangen , der mich Dir so nah bringen wird . Du hast mich wie ein läuterndes Feuer durchgriffen und alles Überflüssige , alles Unwesentliche weggezehrt . Es rauscht so selig durch mich - keine lustvollere , keine jugendlichere Zeit von heut an bis zu Dir hinüber . Wer kann sich mit mir messen ? - Was wollen die ? - die über mich urteilen ? - Wer mich kennt , wer mich fühlt , will nicht urteilen . - Wie die Sonne freundlich mit ihren Streiflichtern auf Deinem Antlitz spielt , so spielt die Liebe , die Laune mir am Herzen , und wen ich liebe , dem bringt es Ehre , und wen ich Freund nenne , der kann sich darüber freuen , dem hab ich Ehre erzeugt , denn er kam gleich nach Dir . Wenn ' s in mir klopfte und tobte , dann strömte mir die Liebeslust die Melodien dazu , und die Begeistrung nahm sie in den allumrauschenden Ozean der Harmonien auf . Du hörtest mir zu und ließest die andern den Verstand haben , sich meiner Narrheit zu entsetzen ; unterdessen strömte Ewiges durch Deine Lieder , und der Eifersucht Brand teilte die Nebelschauer auseinander , der Sonne kräftiger Strahl lockte Blüte und Frucht . Ja , ewiger Rausch der Liebe und Nüchternheit des Verstandes , Ihr stört einander nicht , die eine jauchzt Musik , die andre liest den Text . - Bildet euch , urteilt , macht euch Namen , nützlich , herrlich und groß . Habt Launen und was ihr versäumt ? - erkennt es nie ! Denn ich und er , der mir im ungemeßnen Leben zuströmte , ersetzt mir alles . Du bist oben , Du lächelst herab ! O dieses Jahres Frühlingsregen , die Gewitter seiner Sommerzeit , sie kommen aus Deinem Bereich . Du wirst mir zudonnern , Du wirst Deine gewaltige tiefe Natur mir ans Herz schmettern , und ich jauchze mich hinauf . Wenn die Begeistrung den Weg zum Himmel nimmt , dann schwingt sie sich tanzend im Flug , und die Götterjünglinge stehen gereiht und freuen sich ihrer Kühnheit . - Und Du ? - Du bist stolz , daß sie der Liebling Deiner irdischen Tage ist , die den Luftozean mit luftbrausender Ungeduld durchrudert , aufspringt mit gleichen Füßen am Himmelsbord und mit hochauflodernder Fackel Dir entgegenfliegt , sie über Dir schwingend , dann sie hinschleudernd in die hallenden Himmelsräume , daß sie dem Zufall leuchte zum Dienst , ihr ist ' s einerlei wie ; sie liegt im Schoß des Geliebten , und Eros , der Eifersüchtige , hält Wache , daß nicht ähnliche Flammen in ihrer Nähe sich zünden . In Böhmen , am Waldesrand auf der Höhe , da harrtest Du meiner , und wie ich Dir entgegenkam , den steileren kürzeren Weg kletternd , da standest Du fest und ruhig wie eine Säule ; der Wind aber , der Bote des heranrückenden Wetters , raste gewaltig und wühlte in den Falten Deines Mantels und hob ihn und warf ihn Dir übers Haupt und wieder herab und wehte an beiden Seiten ihn mir entgegen , als wolle er Dich mit herabziehen zu mir , die ich ein kleines Weilchen unweit Deiner Höhe ausruhte vom Steigen , um die klopfenden Schläfen und die erhitzten Wangen zu kühlen , und dann kam ich zu Dir , Du nahmst mich vor Dich an die Brust und schlugst die Arme um mich , in Deinen Mantel mich einhüllend . Da standen wir im leisen Regen , der sich durch das dickbelaubte Gezweig stahl , daß hie und da die warmen Tropfen auf uns fielen . Da kamen die Wetter von Osten und Westen , wenig wurde geredet . Wir waren einsilbig . - » Es wird sich verziehen jenseits « , so sagtest Du , » wenn es nur nicht da unten so schwarz heraufkäme . « - Und die Scharen der Wolken ritten am Horizont herauf , - es ward dunkel , - der Wind hob kleine Staubwirbel um uns her . Deine linke Hand deutete auf die Ferne , während die rechte das Gekräut und die bunten Pflanzen hielt , die ich unterwegs gesammelt hatte . - » Sieh , dort gibt ' s Krieg ! - Diese werden jene verjagen ; wenn meine Ahnung und Erfahrungen im Wetter nicht trügen , so haben wir ihrer Streitsucht den Frieden zu danken . « - Kaum hattest Du diese Worte ausgesagt , so blitzte es und brach wie von allen Seiten der Donner los ; - ich sah über mich und streckte die Arme nach Dir , Du beugtest Dich über mein Gesicht und legtest Deinen Mund auf meinen , und die Donner krachten , prallten aneinander , stürzten von Stufe zu Stufe den Olympos herab , und leise rollend flüchteten sie in die Ferne , kein zweiter Schlag folgte . - » Hält man das Liebchen im Arm : läßt man die Wetter überm Haupt sich ergehen ! « Das waren Deine letzten Worte da oben , wir gingen hinab , Hand in Hand . - Die Nacht brach ein , in der Stadt zündete die Obstfrau eben ihr Licht an , um ihre Äpfel zu beleuchten , Du bliebst stehen und sahst mich lange an . - » So benützt Amor die Leuchte der Alten , und man betrachtet bei einer