als das Wohl der Stadt achteten und als ihrer aller Vermögen , dagegen rief sie ihrem kleinen Anton zu , er solle sich nicht vor ihr blicken lassen , wenn er nicht Friede und Freiheit der Stadt erbeten habe . Als die andern Frauen diese Gesinnung vernahmen , schämten sie sich ihrer Feigherzigkeit und segneten ihre Kinder und ließen sie im Namen Gottes gegen den Feind ziehen der sich auf den Hügeln schon regte und sich zu einem Sturme anzuschicken schien . Dieser anscheinende Sturm war das frühzeitige Aufschmücken der Pferde und Panzer zum prachtvollen Einritte in Waiblingen , Anton selbst half dabei seinem Diener , daß nichts gebrechen solle er trug wie sein Pferd einen stahlblauen Panzer , auf welchem der Sündenfall durch ein Weib dargestellt war , Susanna hatte einen kurzen silbernen Brustharnisch auf Purpurunterkleidern , Katharina hatte sich einen vergoldeten Harnisch angelegt , doch wollte sie ihr weibliches Unterkleid aus gewürfeltem grün und roten Wollenzeuge , das sie als Schäferin trug , nicht auslassen , und der lutherische Geistliche , der seiner Studien wegen in Frankreich gewesen war , versicherte ihr , sie gleiche dem Bilde der Jungfrau von Orleans . Sie erkundigte sich nach den Taten der Jungfrau und nach ihrer Abkunft und sagte dann verächtlich , daß derselben schon recht geschehen , als sie verbrannt worden , weil sie aus so niedrer Abkunft in die hohen Ereignisse der Welt eingegriffen habe ; der Geistliche fragte spottend , ob sie denn durch Taten ihre Abkunft beweisen werde ? Sie antwortete , daß die Welt ihrer Taten noch nicht wert sei , da sie ihrer Worte noch zu wenig achte . Während dieses Gesprächs nahete sich der wunderliche Zug der Kinder , die wie ein Mohnfeld mit Weiß , Rot und Blau , wie der Wind ging , abwechselten , keiner konnte sich den Zug erklären , doch erkannte Anton , wie er sich näherte , seinen Sohn an der Spitze , verhüllte sich in seinem großen grünen Mantel und wartete ab , was sich ereignen werde . Der Kleine konnte seinen Vater , der sein Gesicht halb bedeckte , indem er vortrat , nicht erkennen , denn er erwartete ihn nicht und hatte ihn nie in so fremder Tracht gesehen , er beugte vor ihm ein Knie , hob die Hände auf und sprach sehr gefaßt : » Feldhauptmann , ich komme nicht für uns Kinder zu bitten um Schirm und Schutz , denn wir werden alle einmal als gute Landsknechte ritterlich in die Welt ziehen und müssen alle früh oder spät auf grüner Heide unser junges Leben lassen , aber Herr , wir flehen für die Mütter , die uns ernähren . « Anton konnte sich hier des Lachens und der Tränen zugleich kaum erwehren , er unterbrach deswegen die feierliche Rede des Kleinen , indem er ihn mit verstellter Stimme fragte : » Gibt dir die Mutter auch etwas Gutes zu essen ? « Der kleine Anton sah ihn verwundert an und sprach : » Sonst als der Vater noch zu Hause war , da gab ' s immer was Gutes , jetzt aber kocht sie Klöße einen Tag und alle Tage . « » Das soll untersucht werden « , fuhr Anton fort , » ihr andern bleibt hier , du aber Kleiner , gehe flugs hin und hole deine Mutter , sage ihr , daß ich die Stadt an allen vier Ecken anzünden wolle , daß kein Schwalbennest übrig bleiben soll . « Die stolze Katharina freute sich über die gedemütigte stolze Stadt , die mit ihren Wällen und Wachttürmen , voll Menschen , die den Ausgang erspähend , sich regten , vor ihnen ausgebreitet lag , in der kein Schornstein rauchte , kein Wagen fuhr , sie mußte ihren Bruder umarmen , es schien ihr die neue Saat der Zeit aufzugehen ; sie gebot den guten Pforzheimern , die aus Mitleiden den Kindern ihren Irrtum deutlich machen wollten , Stille und Ergebenheit , sie glaubte sich hinein , daß sie als feindliches Heer vor den Mauern dieser Stadt ständen und ordnete , daß jeder bei seinem Pferde bleibe , um vor jedem Überfalle sicher zu sein . Unterdessen kam Frau Anna , die aus den Reden des Knaben , der Klöße und Feldhauptmann , Friede und Fastenspeisen , und Kraut und Lot zusammen mischte , nicht hatte klug werden können , sie kam in ihrer häuslichen Kleidung , ihre Tasche und ihre Schlüssel an der Seite , und als Anton sie erblickte , hielt er sich nicht mehr , er ließ den Mantel fallen , er trat in der Pracht seiner Rüstung vor sie hin , die Wut machte ihn stumm ; sie aber nach Weiberart immer beredt , rief ihm zu : » Anton , du Tunichtgut , du Geldverschwender , du liederlicher Landschweifer , so muß ich dich hier noch als Ruhestörer wiederfinden , du gehörst ja an den Galgen , wem hast du die schöne Rüstung ausgezogen , in Gold gehst du , aber deine Frau und dein Kind müssen darben ; dir soll ich noch gute Worte geben , hab ich dich nicht verflucht , so fluche ich dir jetzt , daß deine Arme verdürren , mit denen du mich an dich gedrückt , das die Lippen dir vergehen , mit denen du mich geküßt . « » Halt inne Weib « , rief Anton , » ich habe dich längst verflucht , du gibst mir zurück alle Blitzstrahlen , die ich auf dein Haupt zusammenbeschworen , als du mich hilfsbedürftigen Kranken , der sich von ganzer Seele nach dir sehnte , der ein ehrlich Leben fleißig und fromm mit dir zu führen begehrte , mit Spott von dir wiesest , jetzt will ich dich bezahlen , wie du es verdient hast . « - Bei diesen heftigen Worten ergriff er seinen großen Sack mit Geld und warf ihn der Frau hin , daß die Gulden daraus umherflogen ; » da hast du deine silbernen Becher und