Eskadronschefs selber für die Unterhaltung der Pferde Sorge tragen mußten . Daher bestrebten sich viele der in den Nachbarstädten , auch in der Residenz selbst garnisonierenden Rittmeister resp . Oberstwachtmeister , ihre Pferde in den Bruchdörfern auf Grasung zu geben . Zu dem Ende wurden dieselben auf Flößen und zusammengebundenen Kähnen übergeführt . Hauptsächlich waren es drei Regimenter , die Nutzen davon zogen , nämlich das Zietensche , später Göckingsche Husarenregiment , sowie die Gensdarmen und die Pfalzbayern-Dragoner . Zuweilen lag in einem Dorfe eine ganze Eskadron . Doch hatten die Dorfbewohner , wie schon angedeutet , wenig Vorteil von solcher Einquartierung , da monatlich im Durchschnitt nur ein Taler Futtergeld pro Pferd gezahlt wurde . 2. Die Verwallung 2. Die Verwallung Graben und Wall Haben bezwungen das Element , Und nun blüht es von End ' zu End ' All überall Fische und Heu hatten Jahrhunderte lang den einzigen Reichtum der Oderbruchgegenden gebildet ; die Bewohner hatten davon gelebt , indessen , im großen und ganzen , selbst in guten Jahren kärglich genug . Gute Jahre gab es aber nicht immer . Gab es statt dessen ein Wasserjahr , so daß die Überschwemmungen weitergingen oder länger andauerten als gewöhnlich , so war Not und Elend an allen Enden . Zwar wurden schon im sechzehnten Jahrhundert Versuche gemacht , der Wassersnot durch Eindeichung des linken Oderufers , namentlich auf der Straße von Frankfurt bis Küstrin , ein Ziel zu setzen , aber alle diese Arbeiten waren teils auf kleinere Strecken beschränkt , teils mangelhaft in sich . Schon unter der Regierung des Kurfürsten Johann Georg , etwa um 1593 , hatte man mit solchen Verwallungen den Anfang gemacht und Arbeiter aus Holland , Brabant , Schlesien herbeigerufen ; die aufgeführten Dämme zwischen Reitwein und dem Küstriner Kietz bewährten sich aber schlecht , und 1613 brach die Oder von neuem durch . Auch der Große Kurfürst zog Holländer und Bewohner der unteren Elbufer , also Leute , die sich auf Damm- und Deichwirtschaft verstanden , ins Oderbruch hinein , ihre sehr beschränkten Mittel indessen reichten nicht aus , eine viele Meilen lange Schutzmauer aufzuführen , ohne welche die Anstrengungen des einzelnen in den meisten Fällen nutzlos bleiben mußten . Nur einige wenige Dominien , die durch kleine Höhenzüge eines natürlichen Schutzes genossen und vielleicht nur an einer schmalen Stelle noch eines Damms bedurften , waren glücklicher und brachten es dahin , sich zu einer Art Festung zu machen , in die das Wasser nicht hinein konnte . Eine solche kleine Festung , die den Anprall des Wassers glücklich abgeschlagen hatte , lernte König Friedrich Wilhelm I. kennen , als ihn eine Reiherbeize , die er bekanntlich sehr liebte , in dem großen Überschwemmungsjahre 1736 in diese Gegenden führte . Der König sah die Verheerungen , die das Oderwasser angerichtet hatte , sah aber auch zu gleicher Zeit , daß die geschickt eingedeichten Besitzungen seines Staatsministers von Marschall auf Ranft von diesen Verheerungen wenig oder gar nicht betroffen worden waren . Was er in Ranft im kleinen so glücklich ausgeführt sah , mußte bei größeren Mitteln und Anstrengungen auf der ganzen Strecke des Oderbruches , zwischen Frankfurt und Oderberg , möglich sein , und energisch wie er ans Werk gegangen war , das große havelländische Luch trockenzulegen , war er jetzt nicht minder entschlossen , auch das Oderbruch zu einem nutzbaren Fleck Landes zu machen . Er nahm die Sache persönlich in Angriff und beauftragte seinen Kriegsrat Haerlem , einen Holländer , der sich schon durch ähnliche Wasserbauarbeiten ausgezeichnet hatte , ihm ein Gutachten einzureichen , ob das Oderbruch auf seiner ganzen Strecke eingedämmt und gegen Überschwemmungen gesichert werden könne . Haerlems Gutachten lautete dahin : » daß das allerdings geschehen könne ; daß die Arbeit aber schwierig , weit aussehend und kostspielig sei . « Dem König schien dies einleuchtend , und so vertagte er ein Unternehmen , dessen Wichtigkeit er sehr wohl erkannte , mit den Worten : » Ich bin schon zu alt und will es meinem Sohn überlassen . « Es ist anzunehmen , daß Friedrich II. von dieser Äußerung seines Vaters Kenntnis erhielt und Veranlassung daraus nahm , bald nach seinem Regierungsantritt , einesteils zur Entwässerung , andererseits zur Eindeichung des Bruchs Veranstaltungen zu treffen . Dies geschah nach Beendigung des zweiten Schlesischen Krieges . Der Plan zur Ausführung des Werkes wurde sehr wahrscheinlich von demselben Manne , Kriegsrat von Haerlem , entworfen , der schon unter Friedrich Wilhelm I. sein Gutachten in dieser Angelegenheit abgegeben hatte ; um aber bei einem Unternehmen von solchem Umfange möglichst sicherzugehen , wurde von seiten des Königs noch eine besondere Kommission zur örtlichen Besichtigung und zur Begutachtung des Unternehmens ernannt . Es war dabei der ausdrückliche Befehl des Königs , daß der berühmte Mathematiker Leonhard Euler , dazumal anwesendes Mitglied der Berliner Akademie der Wissenschaften , an den Beratungen dieser Kommission teilnehmen solle . Der König hatte guten Grund , nach Möglichkeit Autoritäten und berühmte Namen in diese Kommission hineinzuziehen , da er im voraus von dem Widerstande überzeugt war , dem er , wie immer in solchen Fällen , bei den Anwohnern des Bruchs , den adligen und den bäuerlichen , begegnen würde . Etwas von der Opposition , die später , und zwar namentlich von 1748 – 1752 , der am Rande des Oderbruchs reichbegüterte Markgraf Karl machte , mochte schon damals zu Ohren des Königs gedrungen sein . Die Kommission ging ans Werk und stattete ihren Bericht ab . Dieser Bericht , von Schmettau , Haerlem und Euler unterzeichnet , ist umfangreich , aber in Erwägung der Schwierigkeit und Wichtigkeit der Materie verhältnismäßig kurz gefaßt , und läuft , hinsichtlich seiner Vorschläge , auf drei Hauptpunkte hinaus : 1. der Oder einen schnellen Abfluß zu verschaffen , 2. die Oder mit tüchtigen Dämmen einzufassen 3. das Binnenwasser aufzufangen und abzuführen . Alle drei Aufgaben sind im wesentlichen gelöst worden . Ad 1. Um der Oder einen schnelleren Abfluß zu verschaffen , wurde ihr auf der Strecke von