Przeklety ! Du hast meine Söhne gemordet , Du mußt sterben ! « Der Stoß des Dolches streifte seine Wange und riß sie blutig , aber er achtete der Wunde nicht , und im nächsten Moment hatte er den jungen Mann gefaßt und zu Boden geworfen . Er kniete auf seiner Brust , bestrebt , die Faust der haltenden Hand zu entreißen , die sich bemühte , das lange Mordmesser , mit dein sie jetzt bewaffnet war , von sich abzuwehren . Alle Furien des Hasses und der Wuth trimuphirten in den flammenden Augen , in den fletschenden Zähnen . Die losgerungene Faust holte weit aus zum Todesstoße - - » Main ! Djemala-Din ! Retten Sie Herrn Djemala-Din ! « eine fremde Stimme in jüdischem Dialekt dicht neben den Kämpfenden rief die Worte . - Das Messer des Wirthes fuhr nieder - - - eine rasche Bewegung des jungen Offiziers wendete den Stoß , die spitzige Klinge durchbohrte nur den linken Unterarm - im nächsten Augenblicke spritzte Blut und Gehirn über den Liegenden und mit zerschmettertem Schädel stürzte der Pole über sein Opfer weg . Ein Fußstoß warf die blutige Leiche bei Seite und eine kräftige Hand half dem so unerwartet Geretteten empor . Neben ihm standen zwei fremde Männer im weiten jüdischen Talar , unter dem eine seltsame fremde Tracht hervorschimmerte , Beide lange , mit Silber und Elfenbein eingelegte Pistolen in den Händen , von denen die eine noch von dem eben gethanenen Schuß dampfte . Starke gebogene Nasen unter dunkel blitzenden Augen , schwarze sorgfältig gepflegte Bärte zierten beide Gesichter von fremdartigem , aber majestätischem Schnitt - einige Schritte hinter ihnen stand ein dritter Mann , gleichfalls in jüdischer Tracht , deren Berechtigung jedoch seine Physiognomie und die Angst und Furcht , die sich auf ihr ausprägten , deutlich verkündete . Die Augen der Männer waren fragend , freudig , begeistert auf den jungen Mann gerichtet . » Bist Du wirklich Djemala-Din , des großen Imams Sohn ? « Die Frage ward in einer Sprache an ihn gerichtet , die das Ohr des jungen Mannes seit 16 Jahren nur selten und ausnahmsweise vernommen ; dennoch schlugen diese Klänge , in denen er die ersten Laute gestammelt , die Erinnerungen der Knabenzeit bewahrt hatte , wohlthuend und verständlich an sein Ohr und er antwortete sogleich in ihnen : » Schamyl ist mein Vater ! - aber seht ! - helft ! « - er eilte trotz der Wunde dem treuen Jäger zu , der hart bedrängt war , - im Nu standen die seltsamen Fremden an seiner Seite und stürzten auf die noch kämpfenden Räuber , die bei der unerwarteten Verstärkung zu entrinnen suchten . Aber nur dem kühnen Boris gelang die Flucht , indem er sich auf eines der Pferde warf und in dem Gluthregen des einfallenden Daches auf jenem das Thor und den Wald gewann ; die andern Drei , von denen zwei verwundet waren , wurden nach kurzem Widerstand überwältigt , zu Boden geworfen und gebunden . Die beiden Weiber schienen sich schon während des wilden Kampfes geflüchtet zu haben . - Auch der Graf und der Jäger bluteten aus leichten Wunden und athmeten dankend auf über die unverhoffte Rettung . Während der Graf mit des Offiziers und des Juden Hilfe das von den Schrecken des Abends und der Nacht tief erschütterte Mädchen aus der gefährdenden Nähe des brennenden Gehöfts geleiteten , war Bogislaw mit den beiden Fremden beschäftigt , die von den Flammen wildgewordenen Thiere abzuwehren , und wenigstens den Schlitten der Reisenden aus dem Brande zu retten . Auch das gelang nur mit Mühe , alles Andere war verloren und unter den Trümmern des zusammenstürzenden Hauses begraben . Da bereits auch die Schuppen und dürftigen Nebengebäude von den Flammen ergriffen wurden , mußte man die gefangenen Räuber herausschleppen und an die nächsten Bäume binden . Die Gräfin war zu einem in der Nähe des Gehöfts auf dem vorbeiführenden einsamen Wege angebundenen Gefähr der Fremden gebracht und in den Schlitten gehoben worden . Erst jetzt bemerkte sie , daß ihr Retter verwundet war und das Blut stark aus seinem Arm hervordrang und ihn zu entkräften drohte . Während sie ihr Tuch fest um die Wunde schlang und die Blutung zu stillen suchte , kamen auch der Jäger und die Fremden herbei . Die Letzteren stürzten sich sogleich auf den Offizier , küßten den verwundeten Arm und übernahmen das Geschäft des Verbindens der Wunde , in dem sie geschickt und erfahren schienen . Dann auch kamen der Graf und der Jäger an die Reihe . Während dessen fand eine kurze Verathung statt , was man zunächst beginnen wolle . Der Offizier hatte einige Worte mit den Fremden in ihrer unbekannten Sprache gewechselt und führte darauf den Grafen bei Seite . » Mein Herr , « sagte er , » das Schicksal hat uns seltsam zusammengeführt und schwere Gefahren gemeinschaftlich bestehen lassen . Der glückliche Zufall unserer Rettung ist mir selbst noch unklar , aber ich habe eine Bitte an Ihre Ehre , es ist die , wenn Sie das Schloß des Fürsten mit jenem Gespann , das ich zu Ihrer Disposition stelle , erreichen , Sie in der dort versammelten Gesellschaft nicht näher der beiden Männer erwähnen , die unsere Rettung bewirkt haben , und die hier mit mir zurückbleiben werden . « » Sie müssen mit uns gehen , « entgegnete bestimmt der Graf . » Sie bedürfen von uns Allen zuerst besserer Hilfe , und mein Jäger und unsere fremden Retter können hier zurückbleiben , bis wir Beistand senden können , der vielleicht schon auf dem Wege ist , da man sicher den Brand bemerkt hat . « » Es ist unmöglich , Herr ! ich habe mit diesen Männern zu sprechen . « » So sind sie Ihnen bekannt ? ich hörte Sie in fremder Sprache mit ihnen reden und einen Namen , der mir nicht unbekannt ist . Sie sind ... « » Ich bin Djemala-Din , des Imam Schamyl