und sich hinauf zu uns geflüchtet hatten . Sie kehrten zu dem verlassenen Platz zurück . Auch kamen von allen Seiten die Angehörigen der Festgäste und die Frauen und Kinder unserer heimischen Dschamikun herbei . Sie hatten sich selbstverständlich zurückziehen müssen und nun aber die Nachricht erhalten , daß sie sich wieder einstellen könnten . Man kann sich das Erstaunen denken , als sie die Veränderung sahen , welche mit dem Ruinenplatze vor sich gegangen war . Wir warnten sie , die gern sogleich hinaufgestiegen wären . Ehe man dies wagen konnte , hatte sich die Masse erst noch zu beruhigen und zu senken . Zugleich langten diejenigen von unsern Leuten an , mit denen an der andern Seite des Berges der geheime Gang von außen besetzt worden war . Auch sie hatten die Detonationen gehört und die Erschütterung der Erde gespürt . Als sie dann später bemerkten , daß sich die Ultrataki gar nicht mehr in dem Gange befanden , hatten sie geglaubt , ihren Posten verlassen zu dürfen . Sie kamen eben von der einen Seite in den Duar , als die von ihnen eingeschlossen Gewesenen von der andern , der Seite des Tempelberges , sich näherten . Diese Letzteren gingen mit würdevoll abgemessenen Schritten und hochgetragenen Häuptern stolz zwischen den Dschamikun hindurch , um jenseits in der Schlucht des Baches zu verschwinden ! Den Ersteren aber sagte der Ustad , daß die nicht gebrauchten Signalflammen sich heut Abend in Freudenfeuer zu verwandeln hätten , wobei auch die verteilten Fackeln mit zu verwenden seien . Das brachte die schnellste Bewegung auch in die Menge der Frauen und Kinder . Man ging sofort an das Werk , alles vorhandene Brennmaterial zusammenzusuchen und die Zahl der Holzstöße zu vermehren , denn heut Abend müsse es im Tale so hell wie am Tage sein . Hierauf wurde beschlossen , einen Ritt um den See zu machen , um nach den gefallenen Schatten zu sehen . Sie lagen nur an den Stellen , welche von den Kanonen bestrichen worden waren . Wir fanden nicht nur den Vertrauten des Mirza , sondern auch sämtliche Pädäran , welche an jenem Sonntage des Gottesdienstes mit dem Mirza und dem Henker als Bluträcher zu uns gekommen waren . Der Ustad beschloß , diese Leichen alle den Ultra-Taki hinüberzuschicken , um nach dem von dem Scheik ul Islam vorgeschriebenen Dogma und Ritus begraben werden zu können . Das solle eine Todeskarawane werden , welche wirkliche Verstorbene , nicht aber Gewehre für Empörer transportiere . Als wir das andere Ende des Sees erreichten , stand das Zelt Ahrimans verlassen , gänzlich menschenleer . Wir gingen hinein . Es war fürstlich ausgestattet . An der hintern Wand stand zwischen einem Diwan und einem langen Speiseserir eine köstlich gearbeitete , verschlossene Truhe . Ueber ihr hing ein kleines Bild und ein vergoldeter Schlüssel dabei . Der Ustad trat hinzu , um nachzusehen , was für ein Bild es sei . Kaum fiel sein Blick darauf , so stieß er einen Ruf der Ueberraschung aus . Er nahm es herab und ging zum Eigang , um besser sehen zu können . Dann öffnete er vorn sein Gewand und zog eine Perlenkette unter demselben hervor , an welcher auch ein Bild , von ganz derselben Form und Größe , hing . Er hielt beide neben einander , um sie zu vergleichen . War das seinige vielleicht dasselbe Bild , von welchem Pekala mir erzählt hatte , daß er es an einem einzigen Tage des Jahres auf seinem härenen Gewande trage ? Nach einiger Zeit kehrte er zur Truhe zurück und versuchte , ob der Schlüssel passe . Es war der richtige . Sie schien nur Papiere zu enthalten . Er griff hinein um zu sehen , was für welche . Er las , griff weiter und las wieder . Dann drehte er sich zu mir herum und sagte : » Befremdet es dich , wenn ich Euch bitte , mich jetzt zu verlassen ? Ich muß allein sein , muß suchen und lesen . An der Verfolgung der Schatten beteiligte ich mich nicht ; sie widerte mich an . Nach dem aber , was ich hier sehe , möchte ich , daß keiner von ihnen entkomme , kein einziger . Ich habe sie alle zu fassen , alle , und dem Beherrscher auszuliefern . Das Reich muß frei werden von ihnen , gänzlich frei ! Darum bitte ich Euch , reitet unsern Leuten nach , und sorgt dafür , daß man ja nicht nachsichtig oder gar sorglos verfahre ! Ich vermute , daß ich lange Stunden brauche , bis ich hier fertig bin ; für mich habt Ihr Euch also mit Eurer Rückkehr nicht zu beeilen . « So stiegen wir Drei also wieder auf und ritten nicht nach dem Duar zurück , sondern nach Osten , gegen die Pässe . Die dorthin führende Ebene lag frei . Kein Mensch war auf ihr zu sehen . Die sehr flüchtig berittenen Schatten hatten keine Nachzügler oder gar Marode zurückgelassen , und die Verfolger waren ebenso schnell hinterher gewesen . Als wir in der Nähe des Gebirgszuges angekommen waren , sahen wir , daß man sich geteilt hatte , um gleichzeitig durch beide Pässe zu gehen . Wir wählten den südlichen , den des Hasen , durch welchen Kara damals mit Tifl geritten war . Auf seiner Höhe angekommen , sahen wir die herrenlose , steppenähnliche Fläche unter uns liegen , auf welcher Kara den von den Bluträchern gejagten Scheik der Kalhuran und seine Frau gerettet hatte . Sie war die festgeschlossene Falle , in welcher sich die Sillan jetzt befanden . Sie bildete ein großes , von der Natur mit Bergeszügen abgeschlossenes Viereck , dessen Seiten folgendermaßen besetzt waren : Auf der Westseite , also grad unter uns , die Duardschamikun , die Gewappneten von Schohrd und die verbündeten Taki ; auf der Nordseite alle unsere männlichen Festgäste , welche zur rechten Zeit gekommen waren , mit eingreifen zu können ; im Osten