wie trefflich und zweckmäßig er die Dinge hatte zubereiten lassen , und wie sehr ich von ihm lernen könne . Ich freute mich schon auf die Zeit , die nicht mehr ferne sein konnte , in welcher der Vater mit meinem Gastfreunde zusammen kommen würde . Als wir von dem Wasserwerke weg gingen , führte mich Klotilde nun zu dem Platze , von welchem eine Aussicht in die Gegend geboten ist , und den man mit einer Brustwehr zu versehen beschlossen hatte . Die Brustwehr war schon zum Teile fertig . Sie war aufgemauert , war mit den von mir gebrachten Marmorplatten belegt , und war seitwärts mit Marmor bekleidet , den sich der Vater verschafft hatte . Auch meine Simse und Tragsteine waren verwendet . Ich sah aber , daß noch vieles an Marmor fehlte , und versprach , daß ich suchen werde , zu Stande zu bringen , daß die ganze Brustwehr aus gleichartigen Stücken und in gleicher Weise könne hergestellt werden . » Du siehst , daß wir auch in der Ferne deiner denken und dir etwas Angenehmes zu bereiten streben « , sagte Klotilde . » Ich habe ja nie daran gezweifelt « , antwortete ich , » und denke auch eurer , wie meine Briefe beweisen . « » Du solltest doch wieder einmal einen ganzen Sommer hier bleiben « , sagte sie . » Wer weiß , was geschieht « , erwiderte ich . Als die Dunkelheit bereits mit ihrer vollen Macht hereinzubrechen anfing , kam der Vater wieder aus der Stadt , und wir nahmen unser Abendessen in dem Waffenhäuschen . Da sehr lange Tage waren , und da es nach dem Eintreten der völligen Finsternis schon ziemlich spät war , so konnten wir nach dem Speisen nicht mehr so lange in dem Häuschen mit den gläsernen Wänden beim Brennen der traulichen Lichter sitzen bleiben , wie in dem Herbste , wenn ich nach einer langen Sommerarbeit wieder zu den Meinigen zurückgekehrt war . Auch hatte man heute in dem lauen Abende mehrere der Glasabteilungen geöffnet , der Eppich flüsterte in einem gelegentlichen Luftzuge , und die Flamme im Innern der Lampe wankte unerfreulich . Wir trennten uns , und suchten unsere Ruhe . Am anderen Tage am frühesten Morgen kam Klotilde zu mir . Als ich auf ihr Pochen geöffnet hatte und sie eingetreten war , verkündigte ihr Angesicht , daß die Mutter über meine Angelegenheit mit ihr gesprochen habe . Sie sah mich an , ging näher , fiel mir um den Hals , und brach in einen Strom von Tränen aus . Ich ließ ihr ein Weilchen freien Lauf , und sagte dann sanft : » Klotilde , wie ist dir denn ? « » Wohl und wehe « , antwortete sie , indem sie sich von mir zu einem Sitze führen ließ , auf den ich mich neben ihr niederließ . » Du weißt nun also alles ? « » Ich weiß alles . Warum hast du mir es denn nicht früher gesagt ? « » Ich mußte doch vorher mit den Eltern sprechen , und dann , Klotilde , hatte ich gegen dich gerade den wenigsten Mut . « » Und warum hast du nicht in früheren Sommern etwas gesagt ? « » Weil nichts zu sagen war . Es ist erst jetzt zu gegenseitiger Kenntnis gekommen , und da bin ich hergeeilt , mich den Meinigen zu offenbaren . Als das Gefühl nur das meine war , und die Zukunft sich noch verhüllte , durfte ich nicht reden , weil es mir nicht männlich schien , und weil die Empfindung , die vielleicht in kurzem gänzlich weggetan werden mußte , durch Worte nicht gesteigert werden durfte . « » Ich habe es immer geahnt « , sagte Klotilde , » und habe dir immer das höchste und größte Glück gewünscht . Sie muß sehr gut , sehr lieb , sehr treu sein . Ich habe nur das Verlangen , daß sie dich so liebt wie ich . « » Klotilde , « antwortete ich , » du wirst sie sehen , du wirst sie kennen lernen , du wirst sie lieben ; und wenn sie mich dann auch nicht mit der in der Geburt gegründeten schwesterlichen Liebe liebt , so liebt sie mich mit einer anderen , die auch mein Glück , dein Glück , das Glück der Eltern vermehren wird . « » Ich habe oft gedacht , wenn du von ihr erzähltest , wie wenig du auch sagtest , und gerade , weil du wenig sagtest , « fuhr sie fort , » daß sich etwa da ein Band entwickeln könnte , daß es sehr zu wünschen wäre , daß du ihre Neigung gewännest , und daß daraus eine bessere Einigung entstehen könnte als durch die Verbindung mit einem Mädchen unserer Stadt oder mit einem anderen . « » Und nun ist es so « , erwiderte ich . » Warum hast du denn nie ein Bild von ihr gemalt ? « fragte sie . » Weil ich sie eben so wenig oder noch weniger darum bitten konnte als dich oder die Mutter oder den Vater . Ich hatte nicht das Herz dazu « , antwortete ich . » Nun sei recht glücklich , sei zufrieden bis in dein höchstes Alter , und bereue nie , auch nicht im geringsten , den Schritt , den du getan hast « , sagte sie . » Ich glaube , daß ich ihn nie bereuen werde , und ich danke dir innig für deine Wünsche , meine teure , meine geliebte Klotilde « , erwiderte ich . Sie trocknete ihre Tränen mit dem Tuche , ordnete gleichsam ihr ganzes Wesen , und sah mich freundlich an . » Wer wird jetzt mit mir zeichnen , spanische Bücher lesen , Zither spielen , wem werde ich alles sagen , was mir in das Herz kömmt ? « sprach sie nach einer Weile . » Mir , Klotilde , «