wurden den beiden Jünglingen genannt , sie sahen ihre belebten Gestalten , es schien , als habe Alle , die nacheinander dieser Zeit gedient , ein Hoffest hier vereinigt . Es waren die Sitten , die damals geltenden , bewunderten Formen der Geselligkeit ; Alles diente , empfing , erwiederte ; und man sah Alle gruppenweis in gesellschaftlicher Beweglichkeit . Die Jünglinge wurden wie im Wirbel fortgetrieben ; ob es Sekunden , ob es Stunden waren , sie wurden sich dessen nicht mehr bewußt ; mit überspannter Neugierde ernteten sie mit ihren Augen die Wunder ein , die sich ihnen enthüllten . - Bald waren sie getrennt , bald waren sie vereint ; - doch Keiner sagte dem Anderen mehr ein Wort ; es schien , als verlören auch sie die Sprache . Denn , wie sehr auch Reginald sich mühte , klar zu werden , ob dieser glanzvolle Kreis durch Worte sich verständige , es gelang ihm nicht ; - er verlor den Gedanken daran ; oder die Anstrengung , ihn festzuhalten , verging in angstvoller Betäubung , die endlich in dem Anblick unterging , der so berauschend war . - Da ergriff sie plötzlich der rothe Mann , zog sie zum Kamin und stellte sie dicht vor die Königin ; - er nannte ihre Namen und starrte höhnend auf sie hin . Sie fuhr zusammen ; - einen Schrei des Schmerzes glaubten sie zu hören . Die Flammen des Kamins umzüngelten wie ein Saum das glänzende Gewand ; - sie sträubte sich und strich die Flammen mit den Händen ab . Da sah Reginald , wie ihre , Füße nackt und bis zum Knöchel roth gefärbt waren ; - sie wehrte die Jünglinge ab , der rothe Mann jedoch hielt sie vor ihr fest und forderte eine hohe , in Goldstoff gekleidete Gestalt , die hinter Katharina stand , heraus , hervorzutreten ; hohnneckend zeigte er ihr die Jünglinge , dann hob er den rothen Mantel auf und zählte die runden Löcher : eins - zwei - drei ; - da taumelte der Andere und sank zusammen . - Es war Theophim , Graf von Crecy ! Im nächsten Augenblicke wurden die glänzenden Tischchen von getriebenem Kupfer mit sammetnen Beuteln zum Spiele eingerichtet , herbeigerollt . Die verschiedensten Partieen wurden schnell geordnet . - Alles saß - die Königin Claudia ausgenommen ; sie hatte die Spindel los gemacht und zog die feinen Fäden , langsam durch die bunten Reihen wandelnd , als sei sie hier allein . Reginald erblickte Ludwig mit Katharinens schönen Frauen beim Brettspiele ; heftig erregt , suchte er zu ihm zu kommen ; aber die Luft schien in schweren , hindernden Schichten zwischen ihnen zu liegen ; er konnte ihn nicht erreichen . Dagegen stand er mit einem Male zur Seite der Medicäerin ; sie spielte mit Theophim von Crecy ein mystisches Spiel mit goldenen und silbernen Figuren ; auf der kupfernen Platte des Tisches waren Bilder eingelassen , nach deren Zeichen sich die Spieler zu richten schienen . Schrecklich war ihm Theophim ' s Bild - bleich - das Gesicht mit grünen Flecken übersäet - die Hände mit goldgestickten Handschuhen bedeckt , die so grauenhaft schlotterten , als ob sie eine dürre Knochenhand bedeckten . Unruhig auch war der Königin Betragen , und schaudernd - zuckend - fuhr sie oft zusammen . Da sah Reginald mit Entsetzen , daß in den reichen Locken die rothen , schwarzgefleckten Würmer krochen , die den lebendigen Leib der Menschen fliehen und nur bei Todten hausen ; - er sah , wie aus den Falten des Sammtes , aus dem Juwelenplatze sie ihren Weg lustwandelnd über die reine Wölbung des schönen Halses nahmen - wie sie den runden Arm entlang bis zu den Fingerspitzen krochen - und wie die Königin ohne Weigern ihrem Treiben sich ergab . Doch schien es ihm , das Auge werde ihm stets klarer und deutlicher , die Gegenstände zu erfassen ; - die Frauen , so schön , so reizend und glänzend anfangs erscheinend - erstarrten plötzlich - sie hatten keinen Blick im Auge - sie glitten pfeilschnell ohne Schatten , ohne Schritt oder Bewegung über den Boden . - Claudia ging , als ob der Fußboden sich langsam mit ihr fortzöge . Keiner berührte den Anderen ; - seufzend , wie fernes Geheul , durchfuhr den ganzen Raum schneidender Zugwind ; - überhaupt wehte eine kalte und belastende Luft , die bis zum Herzen die Kraft zu hemmen drohte . Reginald erwartete immer bestimmter einen Hauptmoment , ein Entsetzliches - das alles Grauenhafte vor ihm überbot . Doch schien es auszubleiben ; - die Thüren öffneten sich , die Tafel war gerüstet , der Dienerschwarm eilte herein ; wie rollender Sand durchdrang er blitzschnell die jetzt fast ganz erstarrten Gruppen der stolzen Versammlung . Alles schob sich vor , die Herren und die Damen , wie getrieben , wie gejagt von dem sturmschnellen Dienertrosse . - Zwischen ihnen Beiden stand hohnlachend der rothe Mann am Eingange des Banketsaales , und ängstlich schaudernd drängten die Eindringenden sich zusammen , als ob sie seine Berührung fürchteten . Er aber zeigte mit dem langen , dürren Finger auf den Einen oder Anderen , bald Mann , bald Frau ; und jeder der Bezeichneten trug ein ähnliches Merkmal , als er selbst - ein Paar runde Löcher im Mantel oder Wamms , die Frauen in dem zarten Mieder . - O , wie gern hätte sich Reginald der Einen in Silberstoff , mit dem Halsbande von niedertropfenden Rubinen , genaht ! Es war Eudoxia Nemours ; - sie deckte mit der lilienweißen Hand die Stelle in dem Mieder , wohin der unerbittliche Rothmantel höhnend deutete . Doch kreiste die Besinnung wieder in Reginald , überwältigt von den Gegenständen und ihrem fabelhaften Gemische . - Er saß an der Tafel neben schönen starrblickenden Frauen ; er sah am oberen Ende derselben Ludwig an der Königin und Teophim ' s Seite sitzen und ward umsaust von der