warm , wenn auch noch nicht ganz klar . Es war zum Herzbrechen , und doch so gut , so gut . Wir weinten , erst Mary , dann auch ich , endlich alle drei . Wie kam es doch ? Wir sanken uns in die Arme . Er küßte erst sie , dann mich , und gab uns seinen Segen . Hierauf schloß er die Augen , lächelte wie ein Seliger und schlief ein - - - im Paradiese ! Durften wir ihn stören ? Nein . Er liegt noch dort ! Fang und Mary sind bei ihm . Ich aber wurde abberufen , geholt . Es sei Jemand da , der mich sprechen wolle . Könnt Ihr erraten , wer es war ? « » Robert Waller , genannt Dilke ? « » Ja , dieser . Und das ist das Dritte , was ich Euch zu sagen habe . Ich mußte ihn abweisen , natürlich ! Dieser Mann ist im höchsten Grade gefährlich ; er darf um keinen Preis mit seinem Onkel zusammen ! Ich war sehr kurz mit ihm , konnte ihn also nicht prüfen ; aber mir scheint , er gehöre in die Beobachtungsstation eines Irrenhauses . Habt Ihr den Sejjid gefragt ? « » Ja ; ich erfuhr Folgendes . « Ich erzählte ihm , was wir heut früh im Einkehrhause von Omar erfahren hatten . Da nickte er sehr ernst und sagte : » Also wirklich - - - ! Der Letzte seines Stammes - - - die Quersumme seiner Ahnen - - - ! Drücken wir es einstweilen in dieser Weise aus ; es ist aber noch viel anders ! Wißt Ihr , wovor wir stehen ? Vor einem geistigen Geburts- und einem geistigen Todesfalle . Sorgen wir dafür , daß die Geburt nicht auch eine Leiche ergibt ! « Das , was er mit diesen Worten meinte , war mir keineswegs unverständlich ; darum warnte ich ihn vor Dilke , der noch anwesend sei , aber von dem Sejjid beobachtet werde . » Beobachtet ? Nur beobachtet ? Das genügt mir nicht ! « erklärte er . » Ich werde sofort das Nötige selbst veranstalten . Bitte , habt die Güte , an meiner Stelle nach dem Paradiese zu gehen und Fang zu veranlassen , daß Waller entfernt werde , aber so leise , daß er nicht erwacht . Der Ho-Schang hat gebeten , es mit seinen Priestern noch vor dem Abendessen sehen zu dürfen . « Er ging , um seine Absicht auszuführen , und ich begab mich nach dem Gemäldesaal , den ich von einigen Bogenlampen erleuchtet fand , fast mehr als tageshell . Waller schlief nicht mehr ; er war soeben aufgewacht . Fang war nicht da ; er hatte sich entfernt , und ich konnte mich meines Auftrages an ihn also nicht entledigen . Wie lieb der Kranke mich empfing ! Ich mußte mich zu ihm setzen und ihm meine Hand geben . Er hielt sie lange , lange fest , ohne etwas zu sagen . Endlich mußte ich aber doch das Schweigen brechen und den Beiden sagen , daß Leute kommen würden , und wer sie seien . » Ein Ho-Schang ? « fragte er . » Mit seinen Unterpriestern ? Also Heiden - - - Heiden ! « » Darf ich dich nach deinem Zimmer tragen lassen , Vater ? « fragte Mary . » Nein , « antwortete er . » Ich bleibe ! Diese Heiden sollen mich hier auf meinem Posten finden ! Ich kenne meine Pflicht ! « » Um Gottes willen ! « rief sie erschrocken aus . » Vater , laß dich erbitten , mir - - - « » Sei still , mein Kind ; sei ruhig ! « unterbrach er sie . » Du hast nichts zu befürchten . Und wenn du glaubst , ich sei meiner Sache nicht gewiß , so erinnere mich nur schnell an deine Mutter ! Das , was sie mir auf Erden war , werde mir zum guten Geiste , der mich schützt ! « Da kam Fang wieder . Er hatte nichts dagegen , daß Waller blieb . Und wenn ich die hellen Augen und das stille , glückliche Lächeln des Patienten sah , dachte auch ich , keine Sorge haben zu dürfen . Er lag , halb aufrecht sitzend , in einem leichten Feldbette , unter prächtigen , seidenen Decken . Die Vorhänge waren von beiden Bildern weggezogen . Jetzt aber erschien ein Diener , welcher sie wieder vor sie zog , weil die Herrschaften in einigen Augenblicken erscheinen würden , sagte er . Und so war es allerdings . Es dauerte nicht lange , so traten sie herein , sie alle , alle , von Fu und John , den beiden Höchsten , an , bis herunter auf die letzten » Spitzen der hiesigen Gesellschaft « . Yin ging heut nicht nach hinten , um , wie bei mir , die Saiten erklingen zu lassen . Sie hatte andere Pflichten , die eine Chinesin sonst nicht zu haben pflegt ; nämlich man höre und staune : die » Pflichten der Repräsentation « ! Ich beeilte mich , Tsi mitzuteilen , warum Waller sich noch hier befand , und erfuhr sodann von ihm , daß weder der Sejjid noch Dilka zu finden gewesen seien . Das berunruhigte mich , doch war jetzt nichts zu machen . Ich setzte mich da , wo ich bisher gewesen war , nämlich an der Seite Wallers , wieder nieder . Dieser raunte mir zu : » Der Reverend hat mir die Sage auch erzählt , die er wahrscheinlich jetzt nun vorzutragen hat , vom Lande Ti und für das erste Bild . Für das zweite möchte dann ich Etwas sagen . Bitte , sorgt dafür , daß man mich höre ! Leider , leider spreche ich nur schlecht chinesisch , der beste Beweis , daß ich verrückt gewesen bin ; aber wenn ich langsam sprechen