« » Nicht so übereilt geflucht « , sagte Anton . RAUTENSTRAUCH : » Herr , warum soll ich nicht fluchen , ich weiß es doch , daß Gott solch einen Lümmel mit Strafen heimsucht , wenn er mich gottseligen Mann in seinem bißchen Armut stört . Vermaledeiter Schlingel , Konradus , Laienbruder , hast du mir mein Lagerbier in den Krügen zerbrochen ? « KONRAD : » Herr , ich koste eben , ob es zerbrochen ist , es scheint mir aber alles noch gut , ich bin jetzt beim dritten Krug . « Kaum hatte der Einsiedler das Wort mit den Ohren gekostet , so sprang er in unwiderstehlicher Wut dem armen Konrad in den Keller nach , da gab ' s ein Schreien , ein Fluchen in der Tiefe , als wäre ein Dutzend Dachshunde eben in einen Dachstau gelassen , und die versammelten lustigen Seelen stimmten ein frohes Jagdlied an : Hatz , hatz , hatz , Ein jeder auf seinem Platz , Ein jeder auf der Lauer , Den fetten Dachs , den Einsiedler , Den treibet jetzt der Bauer , Den treibet jetzt der Bierfiedler In seinem Bau herum : Fluchet ihn lahm und krumm , Prügelt ihn taub und stumm , Haltet das Loch nur zu , Sonst kriegt er Ruh . Nachdem sie beide in ihrer Grube Frieden versprochen hatten , wurden sie herausgelassen , der alte Niklas äußerte aber jetzt seine Bedenklichkeit , wie er bei so wüsten Händeln sein Leben bessern könne , seine Frau brauche nur hinzuzukommen , so wäre der Teufel ganz los . Anton fand diese Bedenklichkeiten gegründet und gab ihm vorläufig die Aufsicht über seinen eignen Teufelsbeschwörer , worauf ihm dieser in aller Heiligkeit die Schwerenot anfluchte . Die Gesellschaft fing schon an , ihren Ritt in diese wüste Waldgegend zu mißbilligen , der Einsiedler kam vor lauter Ärger gar nicht dazu ihnen die Bequemlichkeiten seines Hauses zu zeigen , die sich endlich elend genug fanden . Es war sein Vögelmonat und er hatte durchaus nichts vorzusetzen , als ein Faß mit kleinen und großen Vögeln , die eigentlich schon zu lange seinen totenrichtenden Augen zur Besichtigung vorgelegt waren , er befahl Konrad die Vögel am Spieße zu braten , während er einigen Bauerweibern , die sich in der kleinen Kapelle eingefunden , die Beichte abnehmen mußte . Konrad hatte eben kein Arges dabei , daß er die Vögel nicht rupfte , es war ihm nur zu langweilig , er steckte sie mit den krausen Federn lustig an den Spieß und dachte , es könne sich jeder schon selbst den Gefallen tun , die Federn abzunehmen beim Essen . Mitten in der Beichte kriegte aber Rautenstrauch ein Gelüsten , so einen Vogel , wenn er recht frisch gebraten , zu verzehren , er gebot also den Frauen ein paar Dutzend Paternoster zu beten und ging indessen zu seinem Vögelkameraden , der eben , als er die Butter mit dem schönsten Geknister darüber gegossen , neugierig geworden war , wie die Bauerweiber dort in der Beichte wohl aussehen möchten , denn seit er von seiner Grete fort in den Krieg gezogen , hatte er kein Bauerweib in der Nähe gesehen und die Stadtjungfern waren ihm allzu schnippisch . Der Einsiedler zog sich einen großen Dompfaffen vom Spieß und freute sich recht , wie knusprig er anzufühlen , biß auch mutig hinein , aber die Zähne blieben ihm zwischen den rauhen Federn stecken , die sich wieder aus einander taten . » Daß dir doch alle Zähne ausfallen mögen , Bruder Konradus « , seufzte er vor sich , » daß dir ein Reiher im Hals niste und ein Wiedehopf dazu ! - mich heiligen Mann so in der Andacht zu stören , o das ist jämmerlich , ach daß du doch eine Katze mit Haut und Haar und allen ihren Jungen aus Hunger fressen müßtest , ach Gott , du bist ungerecht gegen deinen treuen Diener ! « Bei diesen Worten ging er in wildem Ekel sich den Konrad aufzusuchen , den er aber in der Kapelle schon unter viel schärferen Klauen fand , als alle seine gebratenen Vögel aufweisen konnten . Eine der beichtenden Frauen war Grete , das Eheweib des armen Konrad , die eben ihr Bekenntnis abgelegt hatte , daß ihr Mann aus Ärger über ihr Hausregiment den Krieg möchte angestiftet haben ; nun kam der unschuldige Kerl , der eine fremde Frau zu necken meinte , indem er den Weihkessel über sie ausschüttete , mit einem Eimer Wassers frisch gefüllt , jetzt in ihre gewaltigen Arme fiel und die Nägelmale sehr bald aufweisen konnte . » Gnädiger Gott « , rief der Einsiedler bei diesem Anblicke , » du bist allwissend , du bist die Hand deiner Getreuen , du schlägst , wem wir fluchen , darnieder , schlage noch recht tüchtig , auf daß dieser ungeratene Diener deines Wortes zum Nachdenken und zur Buße gelange . Nur sechs Nasenstüber und drei Ohrfeigen fluche ich auf dich - da hast du sie - noch drei , noch vier . « Anton , durch Konrads Geschrei herbeigelockt , mußte bei diesem Verfluchen mit einem reuigen Gefühle jenes Fluchs gegen seine Frau gedenken , seit welchem ihm die zärtliche Gestalt so überlästige Besuche machte , doch drängte das Mitleid gegen den armen Geschlagenen , dem die andere Frau Greten zur Gesellschaft diente ; ihre Schwester , die Frau Niklassen , hatte sich nicht minder über den armen Teufel mit Faustschlägen erbarmt . Anton schmiß sie auseinander , das Weib aber so heftig gegen den Beichtstuhl , daß dieser alte baufällige Sessel umfiel und das Ansehen eines zweischläfrigen Ehebettes gewann . Der Einsiedler war dabei nicht müßig im Fluche , er rief alle Engel Gottes , daß sie Anton alles Inwendige auswärts sollten kehren , doch blieb Anton unversehrt , vielmehr setzte er sich auf die alte Bundeslade und ließ sich den Fall ordentlich vortragen . Da fand es sich , daß Frau Grete ihren Mann