Eingeborenen unterschieden . « » Doch auch diese mied ich ; meine Abneigung gegen die weißt Race vermochte ich nicht hinlänglich zu überwinden , um mich mit ihnen in irgend welche Verbindungen einzulassen . Unter meinen rothhäutigen Gefährten erfreute ich mich einer verhältnißmäßig ruhigen Zufriedenheit , und mögen die Indianer noch so viele Fehler und Gebrechen in ihrer Denkungsweise sowohl , als auch in ihren Einrichtungen aufzuweisen haben , mögen die gerechtesten Vorwürfe sie von allen Seiten treffen , so lange ich unter den Mandanen lebte , fand ich nie einen Grund , über sie zu klagen , oder mein Bleiben unter ihnen zu bereuen . « » Sie betrachteten mich eben vollständig als einen der Ihrigen ; ich begleitete sie auf ihren Jagdzügen , und betheiligte mich an ihren wilden Festlichkeiten , so lange dieselben nicht einen meinen Gefühlen widersprechenden Charakter erhielten , und wohl erfüllte es mich mit Freude , daß nach einer erfolgreichen Jagd nie ein Gastmahl gefeiert wurde , zu welchem ich nicht mit aller Förmlichkeit als Ehrengast eingeladen worden wäre . « » Für die mir bewiesenen freundlichen Gesinnungen erzeigte ich mich dankbar , indem ich bei Erkrankungen die mir von der Heimath her bekannten Hausmittel oft mit dem besten Erfolg in Anwendung brachte und meine Gastfreunde manche kleine Kunstgriffe lehrte , die ihnen hin und wieder die Arbeit und das Leben erleichterten . Man hielt mich in Folge dessen für einen hervorragenden Medicinmann , und immer gewichtiger wurde meine Stimme im Rathe der Krieger und weisen Männer . « » Drei Jahre waren mir auf diese Weise unter den Mandanen in ungetrübter Ruhe hingegangen , und fünf Jahre , seit ich die Heimath verlassen hatte . Ich wohnte noch immer bei derselben Familie , als deren Mitglied man mich allgemein betrachtete , und in demselben Grade , in welchem ich mich heimischer in meiner Umgebung fühlte , erbleichte auch die Erinnerung an Diejenige , die einst kaltblütig mein Lebensglück zerstörte , wenn auch das Bild meiner kleinen unschuldigen Johanna mir stets mit derselben Lebhaftigkeit vorschwebte und mir manche Stunde des bittersten Kummers verursachte . Wie gern hätte ich das Kind wiedergesehen , mit meinem Leben hätte ich einen kurzen Anblick desselben bezahlen mögen , doch , wie konnte ich mich dem Kinde nähern , ohne zugleich mit der Mutter zusammenzutreffen , mit ihr , die mich für tobt halten sollte ? Ich gewöhnte mich daher leicht an den Gedanken , die Wildniß und die Mandanen nie wieder zu verlassen , und eine natürliche Folge dieses Entschlusses war , daß ich mich zur größten Freude des ganzen Stammes mit der Tochter meiner Gastfreunde vereinigte und meinen eigenen Hausstand gründete . « » Wiederum verstrichen mehrere Jahre . Ich war durch die Geburt einer Tochter , welche ich nach mir und meiner fernen Johanna Jeannette taufte , beglückt worden , und die Schwermuth , welche noch immer auf mir lastete , erhielt eine mildere , freundlichere Färbung durch die Hoffnung , dereinst der Lehrer meiner kleinen lieblichen Jeannette zu werden , sie , so viel eben in meinen Kräften lag , für ein besseres Loos vorzubereiten und auf geeignetem Wege in andere , meinem eigenen Herkommen entsprechende Verhältnisse einzuführen . « » So lieb ich meine indianischen Gefährten auch gewonnen hatte , wiederstrebte es doch meinem Gefühl und meinen Ansichten über die eigentliche Bestimmung des Menschen , mein Kind als eine einfache , zur Sklavin ihres dereinstigen Gatten bestimmte Squaw aufwachsen zu lassen . Mein Haß gegen die Weißen , überhaupt gegen Alles , was Civilisation heißt , sollte in seinen Folgen nur auf mich beschränkt bleiben ; ich hoffte von der Welt Milde , Nachsicht und Theilnahme für meine liebliche , unschuldige Tochter . Solcher Art gestalteten sich meine Pläne . Doch wo sind sie geblieben ? Sie zerfielen in Nichts ! « » Jeannette hatte noch nicht das zweite Jahr erreicht , als unser Dorf eines Nachts von den Blackfoot-Indianern überfallen , und der größte Theil der Bevölkerung , dem es nicht gelang , zu entfliehen , auf grausame Weise niedergemacht wurde . « » Ich kämpfte Hegen die Uebermacht , mit allen mir zu Gebote stehenden Mitteln ; ich kämpfte mit Erbitterung , denn ich kämpfte für Weib und Kind . Doch Alles war vergeblich . Ein furchtbarer Schlag mit einer kurzen Kriegskeule von hinten gegen mein Haupt geführt , warf mich besinnungslos zu Boden , und was dann weiter mit mir vorging , liegt für mich im tiefsten Dunkel . « » Als ich nach langer Zeit wieder zum Bewußtsein erwachte , da befand ich mich in dieser Hütte , vielleicht auch in einer andern , aber ähnlichen . Ich war gekleidet wie heute , so daß ich mich nicht wiedererkannte und die Beute eines wirren Traums zu sein glaubte . Einige alte Krieger richteten Fragen der seltsamsten Art an mich , die ich , ohne den Sinn derselben in Erwägung zu ziehen , so beantwortete , wie es mir gerade einfiel , wodurch sie aber auf ' s Höchste zufriedengestellt zu sein schienen . Ich muß nach dem empfangenen Schlage beständig phantasirt haben , weßhalb ich für einen weisen Medicinmann erklärt worden war . « » Wie lange dieser gräßliche Zustand gedauert hatte , vermag ich nicht anzugeben ; doch schwebt mir vor , daß ich , indem ich mich betrachtete , über die Hagerkeit meiner Arme heftig erschrak . Nur Jahre konnten eine derartige zerstörende Wirkung auf meinen sonst so kraftvollen Körper ausgeübt haben . « » Befremdet schaute ich umher , überall trafen meine Blicke auf ernste , mir vollständig unbekannte Gesichter , die mir mit dem gespanntesten Ausdruck zugewendet waren . Starr vor Staunen sah ich auf meine Hände ; sie waren schwarz angestrichen , als ob ich es selbst gethan hätte ; mit demselben Erstaunen bemerkte ich , daß meine Mokassins abgetragen waren , ein neuer Beweis , daß ich schon seit geraumer Zeit in diesem schlafähnlichen Zustande umhergewandelt war . « » Da ertönte wieder das