gewesen waren , kehrten schnell wieder um , weil sich jenseits der Höhen die Plätze befanden , wo ihre Pferde einstweilen untergebracht worden waren . Von dort aus war es ihnen leicht , im Osten hinabzukommen und die Umzingelung der Schatten zu verstärken . Es schien , als ob Jedermann von einer Art von Verfolgungsfieber ergriffen worden sei , ausgenommen die Leute des Schah-in-Schah , welche nun nach der Entfernung des Hauptmannes ein Najyh-y-Aewwäl105 kommandierte . Auch wir fühlten uns nicht berufen , wegen fliehender Schatten unsere Pferde anzustrengen ; wir blieben . Zudem wurden wir von dem Anblicke festgehalten , den der Ruinenplatz jetzt bot . Die Lawine war , wie bereits erwähnt , in zwei Hälften herabgestürzt . Die beiden hohen , gewaltigen Erd- und Steinhaufen , welche sich hierdurch gebildet hatten , lagen im Hintergrunde vereinigt , vorn aber nicht . Es gab da eine schmale Einbuchtung der Trümmer , durch welche die Tür zum Allerheiligsten freigelassen worden war . Dort hatte ein Teil der Massaban gestanden , um den geheimen Gang zu bewachen . Wie sich später herausstellte , war es ihnen gelungen , sich durch die Flucht zu retten und einstweilen zu verbergen . Und doch gab es Leute dort . Sie traten aus der Tür , Einer nach dem Andern , und zeigten durch ihre Bewegungen , wie sehr sie über den Anblick erschraken , der sich ihnen bot . Es folgten Mehrere , und als sie weiter nach vorn kamen , sahen wir , daß es unsere Leute waren , welche in dem Gang postiert gewesen waren , um die Ultra-Taki nicht hindurchzulassen . Sie hatten das Aufschlagen der Lawine und die erdbebenartige Erschütterung sehr deutlich gespürt und einen Kameraden herausgeschickt , um nachzusehen , was geschehen sei . Er meldete es ihnen , und nun kamen sie Alle , um sich zu retten . Sie wußten ja , daß die Säulen unter den Ruinen einzubrechen begannen , und waren überzeugt , daß die Decke die niedergestürzten Massen nicht zu tragen vermöge . Wenn sie einbrach , so mußte Jeder , der sich im bedrohten Teile des Ganges befand , verloren sein . Darum hatten sie sich geflüchtet und beeilten sich , in der schnellsten Weise herunter in den Duar zu kommen . Hinter ihnen erschienen die eingeschlossenen Taki , Allen voran der Selige , der Heilige , der Imam und die Generale . Sie waren sehr wohl bedacht gewesen , die Gefahr des Kampfes zu meiden , und aber nun in eine viel größere geraten . Wie behend sie klettern konnten ! Wie sie sprangen und rannten , ganz gegen alle früher gezeigte Würde ! Nur um den lieben , irdischen Leib in Sicherheit zu bringen ! Nach diesen drängten sich die Andern aus der Tür , alle die Feinde , die wir bei den Taki hatten . Sie schoben sich ; sie stießen sich ; sie trieben einander mit den Fäusten vorwärts . Ihre Zahl wuchs mehr und mehr . Und wie sie so dem Dunkel der Erde entquollen und schreiend , fluchend , stolpernd , über einander stürzend , in sinnloser Hast zu entrinnen und nur zu entrinnen suchten , kamen sie mir vor wie fliehende Ratten , welche von ihrem Schiffe nichts mehr wissen wollen , weil es zu sinken beginnt . Sie waren so voller Angst und so Hals über Kopf verwirrt und verschüchtert , daß sie sofort Alles , was sie an Waffen bei sich trugen , wegwarfen , als der Oberleutnant ihnen unten entgegentrat und sagte , daß er sie als Feinde gefangen zu nehmen habe . Trotz dieser Bereitwilligkeit aber erklärten der Selige , der Heilige , der Imam und die beiden Generale , sofort mit dem Ustad sprechen zu müssen . Weder sie noch die hier anwesenden Taki hätten je irgend Etwas gegen uns unternommen , und es sei also eine schreiende Ungerechtigkeit von uns , sie als Gefangene zu betrachten und zu behandeln . Als sie hörten , daß der Ustad hier oben am Beit-y-Chodeh sei , verlangten sie , hinaufgeführt zu werden , damit diese wichtige Sache sogleich entschieden werde . Er hielt es für keinen Fehler , auf dieses Verlangen einzugehen , und so sandte er uns die ganze Cohorte zu , von einer Anzahl Leibgardisten als Wache begleitet . Als sie oben anlangten , kamen sie alle in den Tempel herein und stellten sich hinter uns auf . Der Selige trat vor , um zum Ustad zu sprechen ; dieser aber forderte ihn auf , jetzt noch zu schweigen und hinüber nach den Ruinen zu sehen , wo soeben ein Anderer zu sprechen beginne , der über allen Seligen erhaben sei und dessen Rede man nicht nur zu hören , sondern auch zu sehen bekommen werde . Er hatte mit diesen Worten nicht zuviel gesagt , denn was sich jetzt da drüben vorbereitete , mußte Jeden , der es sah , mit Grauen erfüllen . Es war im Osten vollständig morgenrot geworden , und die Sonne stand dem Aufgange nahe . Die Alabasterkrone hoch oben lag bereits in vollster , goldiger Glut . Sie flimmerte wie von millionen Diamanten und Rubinen . Aber tief unter ihr war es unheimlich , denn da begann es , sich zu regen und zu bewegen , und man konnte doch nicht deutlich erkennen , wo und wie . Es war wie ein langsames Wiegen hin und her . Hier und hier und dort und da schütterte und verschwand der Boden in sich hinein , in die Tiefe , wie durch sich bildende Schächte . Wir hörten einen Knall , als ob die Erde von innen heraus auseinandergesprengt werde . Es folgte ein steinernes Knacken und Prasseln , wie von einem gigantischen Ungeheuer , welches Berge verzehrt und die Felsenknochen derselben mit den Zähnen zermalmt . Und da - da - - da tat sich vor unsern Augen da drüben ein furchtbarer Rachen auf , und begann , die Ruinen mitsamt den herabgestürzten Höhenmassen zu