so seien wie in seiner Knabenzeit . Sonst war er auch bei den Beschäftigungen seines Hauses tätig . Im Herbste wurde der hölzerne Stall fertig . Die Männer pflanzten ein Tannenbäumlein mit Zierden auf den Giebel , und erhoben ein Jauchzen . Witiko hielt auf der Gasse ein Mahl , zu dem die Mithelfer und alle kommen durften , die da wollten . Der alte Pfarrer tat einen frommen Spruch , und die andern wünschten dem Hause Gedeihen . Am nächsten Morgen wurden Raimund und Benedikt , der Sohn des Schenken Zacharias , der Witiko einmal zu Rowno geleitet hatte , nach Pric geschickt , daß sie die zwei braunen Pferde , welche Witiko von dem Herzoge Wladislaw zum Geschenke bekommen hatte , an Zäumen mit ihrer Ausrüstung nach Plan führten . Sie kamen nach vier Tagen mit den Pferden zurück . Witiko entkleidete mit Raimund die Tiere ihres Schmuckes , und ließ sie mit weichen Hüllen versorgt in den neuen Stall führen . Den Schmuck aber verwahrte er sorgsam in dem Hause . Dann wurden auch das graue Pferd Witikos und das Pferd Raimunds in die Stände des neuen Stalles , die für sie bestimmt waren , gestellt . Nun ging Witiko zu Peter Laurenz , dem Schmiede , und sagte : » Ich will deinem Neffen Urban Unterricht in der Kunst des Reitens geben , wenn du einwilligest , und wenn es seinen Eltern genehm ist . « » Es muß so sein und ist notwendig « , antwortete der Schmied , » seinen Eltern ist es recht ; denn ich muß auf den Knaben schauen , daß er lerne sich selber zu verteidigen , wenn ich einmal nicht mehr auf der Welt bin , und ihm einer das Leben nehmen will . Er soll mit meinem Danke besser bei dir reiten lernen . Und ich werde nach Netolic gehen , und werde ihm ein Pferd kaufen , wie es die Ritter brauchen . « » So tue es « , sagte Witiko . » Ja , ich werde es tun « , antwortete der Schmied . Hierauf ging Witiko zu Elias , dem Steinhauer , und zu Anna , seinem Eheweibe , welche die Eltern Urbans waren , und sagte ihnen und dem Jünglinge Urban , was er mit dem Schmiede gesprochen habe . Elias und Anna willigten ein , und Urban war sehr erfreut . Da dieses geschehen war , ging Witiko zu Paul Joachim , dem Maurer , und sagte , er wolle seinen Sohn Augustin , den Pfeifer , welchen er im Frühlinge von der Stadt Prag mit sich in die Stadt Nürnberg genommen habe , im Reiten unterrichten . Er brauche kein Pferd , er könne das Pferd Raimunds nehmen . Paul Joachim sagte Dank , und rief seinen Sohn Augustin herbei . Augustin war wie Urban erfreut . Und an dem folgenden Tage begann der erste Unterricht in dem Hofe des steinernen Hauses . An dem Pferde Raimunds wurden die ersten Stellungen und Handgriffe gezeigt . An jedem Tage war nach der Morgenpflege der Pferde der Unterricht durch zwei Stunden . Der Schmied war schon an dem ersten Tage zugegen , und schaute zu . Dann kamen auch andere Leute , besonders junge Männer , um zu sehen , was da geschehe . Witiko ließ sie gewähren . Der Steinhauer Elias und sein Weib Anna kamen , und es kam Joachim , der Maurer , mit seinem Weibe . Tom Johannes , der Fiedler , stand jedes Mal an der Mauer des Stalles . Selbst Mädchen liefen zuweilen gegen das Tor , und sahen von ferne hinzu . Jeder , in dessen Hause ein Pferd und ein junger Mann war , gestattete , daß der junge Mann sich auf das Pferd setzte , und darauf nachahmte , was er in dem Hofe des steinernen Hauses gesehen hatte , oder was ihm Augustin und Urban zeigten . Selbst mancher ältere Mann stieg auf ein Roß , und Witiko zeigte ihnen , wie sie die Zurüstungen zu machen hätten . Der Schmied ging nun nach Netolic , und kam nach fünf Tagen mit zwei Pferden zurück , einem für Urban , dem andern für sich . Wenn die Pferde auch nicht waren , wie sie Ritter brauchen , so war das Pferd für Urban hinlänglich , und das Pferd des Schmiedes war ein sehr starker Rappe mit großen Hufen und einer struppigen Mähne . Nun mußte Raimund auch an dem Unterrichte Anteil nehmen . Als eine kurze Zeit vergangen war , ritt Witiko mit seinen drei Schülern auf den Bachanger hinaus , und ließ sie dort ihre Bewegungen machen . Da kamen nun noch mehr Menschen herzu . Oft verließen sie die Arbeit , und standen an dem Reitplatze . Der Schmied ging hierauf mit Joachim , dem Maurer , noch einmal nach Netolic , und sie brachten zwei Pferde . Eines hatte Joachim für Augustin gekauft , und das andere hatte der Schmied zu dem Ende gebracht , daß er es ausleihe , oder wieder verkaufe . Es ritten täglich die vier Reiter auf den Anger , Witiko , Augustin , Urban und Raimund . Der Schmied ließ aber auch auf der Gasse vor seiner Werkstätte Sand streuen , und es versammelten sich ältere und jüngere Männer , welche Pferde zu besteigen hatten , und machten dort ihre Reitübungen . Der Schmied saß auf seinem starken Rappen . Die Lehrmeister waren Urban und Augustin . Die Reiter liehen aber ihre Pferde auch wieder an andere , und wurden ihre Lehrer . Witiko kam oft herzu , und unterwies die Männer . Zwei von ihnen durften täglich , abwechslungsweise in den Hof des steinernen Hauses zum Unterrichte kommen , weil der Raum nicht mehrere faßte , und auf den Anger durften vier mit hinaus reiten , die er dann wie seine Schüler unterrichtete . Nach einigen Wochen ritt Witiko schon mit den jungen Männern auf allerlei Wege , besonders auf den gegen den Thomaswald