unabsehbare Zug lang und langsam in lautloser feierlicher Stille zum Thore hinaus nach seinem Ziel , dem Hügel vor der Stadt , wo von den Barricadenkämpfern an den Tagen vorher ein großes Viereck ausgeschaufelt ist . Der Zug geht in die Grube hinein . Die Träger setzen ihre Särge stille nieder und schreiten weiter , und so die Anderen , bis der Zug hindurch ist . Und die Tausende stellen sich in andächtigem Schweigen rings umher . Gewehrsalven krachen , und an den Gräbern seiner Märtyrer betet ein ganzes Volk . Und Einer aus dem Volke - ein langer , schwarzbärtiger Mann - erhebt seine Stimme und spricht : Für wen beten wir , lieben Brüder ? Für die Todten ? Sie bedürfen der frommen Wünsche nicht in ihrer kühlen Grabesruhe , in ihrem ewigen Schlaf . Aber wir , die Lebenden ! Uns ist nicht das schlechtere , doch das schwerere Loos gefallen . Wir sollen schaffen und wirken in dem heißen Staub der Alltäglichkeit , rastlos , ruhelos , denn nimmer schläft die Tyrannei . Wir sollen arbeiten und schaffen , daß die Nacht nicht wieder hereinbreche , in welcher es dem Braven unheimlich und nur dem Schlechten heimlich war ; die Nacht , durch deren dunkle Schatten so viel romantische Larven und phantastische Gespenster huschten ; die Nacht , die so arm war an gesunden Menschen und so reich an problematischen Naturen - die lange schmachvolle Nacht , aus welcher nur der Donnersturm der Revolution durch blutige Morgenröthe hinüberführt zur Freiheit und zum Licht . Ende .