Jäger seinen Hund , der aus Mitleid einen Hasen laufen ließ , und schlägt ihn mit scharfen Dornen , so zerschlug ihn der Teufel unsichtbar und er wand sich fürchterlich , seine Lippen wurden blau , sein Gesicht weiß , seine Kleider zerriß er , seine Hände zerrang er . So tobte er schon lange - als ein armer Einsiedler aus dem Walde geholt wurde , der in solchen Dingen erfahren war ; der kräftige Fromme kniete neben ihn , packte ihn fest und schrie ihm die kräftigsten Gebete in die Ohren , besprengte auch seine Schläfe mit Weihwasser und brachte ihn dadurch allmählich zu einem tiefen Schlafe , währenddessen ihm der Einsiedler eine Tonsur schor und eine Kutte überzog . Als Niklas nun wieder erwachte , wollte der Teufel in ihm lostoben , als er aber das Kleid betrachtete , erschrak er und auf des Einsiedlers Gebet ging nun wie eine Flamme aus seinem Rachen , in welcher ein schwarzer Geist sich bewegte . » Amen « , sagte der Einsiedler , » Amen « , rief Niklas ihm weinend nach , so sprach er ihm jetzt auch willig alle Gebete nach . Niklas wollte jetzt alle jämmerlichen Ereignisse seines Lebens in frommer Gesinnung beichten , der Einsiedler erlaubte es ihm aber nicht , es möchte den Teufel wieder locken , er müsse jetzt in strenge Aufsicht genommen werden . Die Neugierde Antons entschied , ihn , den Einsiedler , der sich Rautenstrauch nannte , mit dem armen Sünder nach der Einsiedelei zu begleiten , um das Leben eines Einsiedlers näher kennen zu lernen . Der Aufbruch aus dem wüsten Schlosse wurde durch die Trompeten verkündigt , die Reisigen stiegen zu Pferde , die stolze Katharina ritt an Antons Seite , so kamen sie vor den Bauern vorbei gezogen , die sie gnädig begrüßte , endlich zu der Herde , die sie einem jungen Hirten übergab , der ihr oft behülflich gewesen war , die verlaufnen Ziegen zusammen zu treiben . » Liebe Katharina « , sagte der schöne Schäfer , » sonst gibst du mir nichts zum Abschiede , dachte ich doch einmal deine Hand mir zu gewinnen . « » Einfältiger Bauerkerl « , antwortete Katharina , » wie hat Er sich so etwas einbilden können ; erst wenn dein Holzschuh mit einem güldnen Sporne geziert ist , will ich dich als meinen Herrn anerkennen . « » Geb Er sich zufrieden « , rief ihm Güldenkamm , » wer das Glück hat , führet die Braut nach Hause . « » Vergeßt nicht die Bedingung « , sagte Katharina ernsthaft zu Güldenkamm . Eine andre wunderliche Unterredung zog aber in diesem Augenblicke alle Aufmerksamkeit zu dem Einsiedler , der einen alten Bauer heftig ausschimpfte , daß er ihm keine Vögel gebracht , da er doch wisse , daß dies sein Vögelmonat sei . Der Bauer entschuldigte sich , er sei krank gewesen , aber der Einsiedler nannte ihn einen eselhaften Knollfinken , ohne Andacht , den er bis ins dritte Glied verfluchen wolle , die Vögel sollten ihm nicht nur die Saat auf dem Felde , sondern auch alle Haare aus dem Haupte ausraufen , der Geier seine Lämmer wegtragen und seine Kinder dazu . Anton wollte ihm Einhalt tun , aber Rautenstrauch versicherte , daß er längst wisse , wie man mit solchen Ochsenpantoffeln und Sauschwänzen umgehen müsse . Güldenkamm hatte noch ein schönes Bild vom Einsiedlerleben in tiefster Seele , er hatte auch diese Unterredung nicht gehört , er brachte den Einsiedler darauf , was er denn Abends in seiner Einsamkeit tue , wenn die frommen Pilger weggezogen wären und der Schlaf seine schwarzen Flügel noch nicht über die Augen breite . » Herr « , sagte er , » da hab ich erst noch genug mit meinem Fressen zu tun , denn was einem die albernen Bauern bringen , ist immer entweder versalzen oder verschmolzen , und habe ich gefressen , da muß ich mich lausen , wer tut mir das , wenn ich es nicht selbst tue , es kriecht einem immer so etwas an von den Bauernpudeln ; die Knochen muß man sich doch auch waschen , ja Herr , es ist ein hart Leben , was ich so im Walde führe und nun ich alt werde , kommen die Leute nicht mehr wie sonst zum Besuche . « Güldenkamm fuhr entsetzt vor ihm zurück und ergoß gegen Anton sein Mißbehagen über die verfluchte Natur dieses Teufelbeschwörers ; dagegen hatte sich Rautenstrauch das volle Zutrauen des armen Konrad erworben , der sein Pferd an Katharina hatte abtreten müssen und sich als Fußwanderer leicht zu ihm gesellen konnte . Konrad machte ihm eine ungeheure Beschreibung von allen seinen Geschicklichkeiten , wie er kochen , backen , fischen , schießen , alles aus dem Grunde verstehe und seinem Pfarrer häufig bei der Messe gedient habe , so daß sie zusammen einen großen Gottesdienst anstellen könnten . Der Einsiedler sah den rüstigen Kerl an , der schien ihm vortrefflich , er wollte ihn zu allem brauchen , wozu er sich selbst nicht mehr recht tüchtig fühlte , er machte schnell alles richtig und Konrad mußte noch unterwegs von Anton seinen Abschied begehren , der ihm auch ohne Umstände bewilligt wurde . Jetzt näherten sie sich der Einsiedelei , die wie in einer Wolfsgrube erbauet war , man sah sie nur , wenn man dicht davor stand ; damit aber kein Wasser sich an dem Boden sammelte , so hatte der Regen einen Ausfluß nach dem tieferen Tale aus der gemauerten Zisterne an der Seite des Hauses . Konrad gab sich das Ansehen , als wisse er vollkommen schon mit der Einsiedelei Bescheid , er ging mutig darauf los und fiel plötzlich durch Strauchwerk , daß er vor allen Augen wie ein Schatten verschwand . Rautenstrauch sagte ernsthaft : » So wollte ich doch , daß ihm alle Gebeine verdürrten , wenn er mir heiligem alten Manne , mein bißchen Vorrat von Lagerbier zerbricht .