Meter vom breiten Saugfuß entfernt war : » Zweifellos haben wir das Recht , in allen astralen Dingen sehr viele Doppelsysteme zu vermuten und sehr viel Vielfältiges - ist doch unsre Sonne mit ihrem großen Trabantenheer auch nur ein derartiges Vielfältiges - ein großes Doppelsystem , in dem die Trabanten den einen Teil bilden , während die Sonne das Andere , das Höhere - die Düte ist . Wie kommt es aber , daß sich all die Trabanten von der großen Sonne fesseln ließen ? Ich glaube , es ist hauptsächlich maßlose Neugierde und maßlose Bewunderung . Die beiden großen Sterne , die der Sonne am nächsten sind , bewegen sich garnicht um sich selbst , starren die Sonne immerzu an und sind ganz weg vor berauschender Bewunderung . Der dritte Stern , den wir Erde nennen , ist nicht mehr so heftig von der Intensität der Sonnenkraft mitgerissen ; er dreht sich noch um sich selbst - er hats noch nicht vergessen , daß er einst auch eine Sonne war - sein Mond starrt ihn ebenso unbeweglich an - wie die beiden großen Sterne , die der Sonne am nächsten sind , die Sonne anstarren . Und mir gehts beinahe so wie diesen beiden Sternen , obgleich ich kein Stern und auch weiterab bin . Aber diese rasenden Stürme der Sonnenhaut - dieses intensive wilde unerschöpfliche zuckende Flammen- , Licht- und Glutleben reißt mich auch hin . Was soll man zu einer so unbeschreiblichen Kraft - zu solcher ungeheuren Schnelligkeit und zu solchem sprühenden trotzigen Lebensübermaß sagen ? Ich möchte mich für die Stoffverhältnisse der Sonnenhaut unempfindlich und unsichtbar machen und einmal da auf der Sonnenhaut mittendrin in all dem tollen Flecken- und Protuberanzen-Leben stehen und sehen - wies denn bloß möglich ist . Es muß der höchste Lebensrausch da sein - ein Lebensrausch , gegen den alles Trabantenglück einfach müde Schlafmützigkeit ist . Oh - wenn ich da hinkommen könnte ! Lesabéndio , die Sonne ist größer als alle ihre Trabanten . « » In noch größeren Kreisen « , erwiderte Lesabéndio , » als wir bewegen sich auch Sonnen um die große Sonne , die sich in der Mitte unseres Planetensystems befindet . Weiterab von der Mitte - weiterab als die Pallasbahn - gibt es auch große Sonnen , die sich wie wir um unsre Mittelpunktssonne bewegen , warum willst Du Deine Gedanken nur dieser widmen ? Und - haben wir nicht auch auf unserm Stern Pallas genug zu bewundern ? « Biba bewegte vier seiner Arme , aus denen sich viele lange Finger herausstreckten , bedeutsam in der Luft herum und machte dann seine Arme zehn Meter lang und deutete mit allen Fingern zitternd nach der grünen Centralsonne , die als dickster grüner Stern oben im violetten Himmel sanft leuchtete wie eine ganz stille , ruhige Welt . » Sie ist nicht still und ruhig ! « rief der Biba . Und der Lesabéndio sprach nun , während der Biba wieder seine Arme und Hände in die Falten seines Körpers hineinlegte : » Ein interessantes Buch hab ich neulich entdeckt , in dem ein Pallasianer seinen Aufenthalt auf dem Stern Erde schildert ; er ist dort für die Erdverhältnisse unsichtbar und unempfindlich gewesen und ist von seinem Leben auf diesem Stern Erde garnicht so entzückt . Und so könnte Dirs auch ergehen , wenn Du mal in ähnlicher Weise auf die Sonne kämest . « Biba wurde sehr lebhaft und wollte das Buch kennen lernen , und der Lesabéndio griff mit vielen Fingern an seine Halskette , von der an feinen Fäden viele kleine Rollen herunterbaumelten . Und eine von diesen Rollen machten Lesabéndios flinke Hände auf . Da die meisten Pallasianer ihre Augen auch ganz leicht zu Mikroskopen machen konnten , so wurden fast alle Bücher in allerkleinster Form in photographischer Manier nur für Mikroskopaugen hergestellt , sodaß jeder Pallasianer imstande war , seine ganze Bibliothek am Halsbande zu tragen . Lesabéndio las nun aus dem Buche , das der Pallasianer , der auf der Erde gewesen war , geschrieben hatte , das Folgende langsam und deutlich vor : » Auf dem den Pallasianern wohlbekannten Keulenmeteoriten fuhr ich durch die Bahn des Sterns Erde . Und es gelang mir da , ganz gefahrlos die Oberfläche der Erde zu erreichen . Die Erde ist ein außerordentlich schwerer Stern , besteht aber aus Stoffen , die so vollkommen anders sind als diejenigen , die wir auf dem Pallas kennen , daß mein ganzer , doch recht umfangreicher Körper für die Bewohner der Erdoberfläche gänzlich unsichtbar und unempfindlich blieb . Ich aber konnte mit meinen vortrefflichen Augen sehr wohl alles sehen , was auf der Erde vorging . Was ich aber sah , war wohl sehr seltsam , aber doch wenig erfreulich . Die Erdbewohner konnten durch meinen Körper durchgehen , ohne daß sie es bemerkten . Ich fühlte bei solchem Durchgehen nur ein feines , nicht unsympathisches Kribbeln in meinen Gliedern . Ich versuchte , auch ins Innere der Erde zu gelangen - das war aber an allen Stellen unmöglich . Und so mußte ich auf der Oberfläche bleiben . Ich fand überall eine Vegetation , die meinen Körper ernährte . Während wir aber auf dem Pallas nur nötig haben , unsern Körper mit den Pallaspilzen in Berührung zu bringen , um den Nahrungsstoff durch unsre Körperporen aufzunehmen , war ich auf der Erde gezwungen , Pilze und Schwämme erst zu zerreiben , bevor sie von meinen Poren aufgenommen werden konnten . Entsetzt aber war ich durch die Ernährungsart der Erdbewohner ; diese nehmen die Nahrung durch den Mund auf , bis ihr Leib aufquillt . Und das Furchtbarste war , daß sie andre Lebewesen töteten , zerschnitten und zerhackten und dann stück- und kloßweise in ihren Mund steckten ; im Munde hatten sie steinharte Zähne , mit denen sie alles zermalmten . Ich versuchte auf alle mögliche Art , mich den Erdbewohnern bemerkbar zu machen ; es gelang mir aber nicht . Die Erdbewohner sind von