Herr , he is ja nu wedder bi Weg . « » Was war ihm denn ? « » He hett sich verfiert . Un noch dato an sinen Gebortsdag . Et is nu en Wochner drei ; ja , up ' n Dag hüt , drei Wochen . Oll Doktor Leist von Lebus hett em aber wedder torecht bracht . « » Er hat sich verfiert ? « » Ja , junger Herr , so glöwen wi all . Et wihr wol so um de fiefte Stunn , as mine Fru seggen däd : Willem , geih , un hol uns en paar Äppels , awers von de Renetten up ' n Stroh , dicht bi de Bohnenstakens . Un uns Lütt-Willem ging ooch , un ick hürt em noch flüten un singen un dat Klapsen von sine Pantinen ümmer den Floor lang . Awer dunn hürt ick nix mihr , un as he nu an de olle wackelsche Döör käm un in den groten Saal rinn wull , wo uns Äppels liggen und wo de Lüt seggen , dat de oll Matthias spöken deiht , da möt em wat passiert sinn . He käm nich un käm nich ; un as ick nu nahjung un sehn wull , wo he bliwen däd , da läg he , glieks achter de Schwell , as dod up de Fliesen . « » Das arme Kind ! Und Eure Frau ... « » De käm ooch , un wi drögen em nu torügg in unse Stuv un rewen em in . Mine Fru hätt ümmer en beten Miren-Spiritus to Huus . As he nu wedder to sich käm , biwwerte em de janze lütte Liew , un he seggte man ümmer : Ick hebb em sehn . « Lewin hatte sich zurechtgerückt . » Es geht also wieder besser « , warf er hin , und wie um loszukommen von allerhand Bildern und Gedanken , die des Kutschers Erzählung in ihm angeregt hatte , fuhr er hin und her in Erkundigungen , worauf Krist mit soviel Ausführlichkeit antwortete , wie ihm die Raschheit der Fragen gestattete . Dem Schulzen Kniehase war einer von seinen Braunen gefallen ; bei Hoppenmarieken hatte der Schornstein gebrannt ; bei Witwe Gräbschen hatte Nachtwächter Pachaly einen mittelgroßen Sarg , mit einem Myrtenkranz darauf , vor der Haustür stehen sehn , » un wihl et man en mittelscher Sarg west wihr , so hedden se all an de Jüngscht , an Hanne Gräbschen , ' dacht . De is man kleen und piept all lang . « Die Sterne traten immer zahlreicher hervor . Lewin lupfte die Kappe , um sich die Stirn von der frischen Winterluft anwehen zu lassen , und sah staunend und andächtig in den funkelnden Himmel hinauf . Es war ihm , als fielen alle dunklen Geschicke , das Erbteil seines Hauses , von ihm ab und als zöge es lichter und heller von oben her in seine Seele . Er atmete auf . Zwei , drei Schlitten flogen vorüber , grüßten und sangen , sichtlich Gäste , die im Nebendorf die Bescherung nicht versäumen wollten ; dann , ehe fünf Minuten um waren , glitt das Gefährt unserer zwei Freunde unter den Giebelvorbau des Bohlsdorfer Kruges . Bohlsdorf war drittel Weg . Niemand kam . An den Fenstern zeigte sich kein Licht ; die Krügersleute mußten in den Hinterstuben sein und das Vorfahren des Schlittens , trotz seines Schellengeläutes , überhört haben . Krist nahm wenig Notiz davon . Er stieg ab , holte eine der Stehkrippen heran , die beschneit an dem Hofzaun entlang standen , und schüttete den Pferden ihren Hafer ein . Auch Lewin war abgestiegen . Er stampfte ein paarmal in den Schnee , wie um das Blut wieder in Umlauf zu bringen , und trat dann in die Gaststube , um sich zu wärmen und einen Imbiß zu nehmen . Drinnen war alles leer und dunkel ; hinter dem Schenktisch aber , wo drei Stufen zu einem höher gelegenen Alkoven führten , blitzte der Christbaum von Lichtern und goldenen Ketten . In diesem Weihnachtsbilde , das der enge Türrahmen einfaßte , stand die Krügersfrau in Mieder und rotem Friesrock und hatte einen Blondkopf auf dem Arm , der nach den Lichtern des Baumes langte . Der Krüger selbst stand neben ihr und sah auf das Glück , das ihm das Leben und dieser Tag beschert hatten . Lewin war ergriffen von dem Bilde , das fast wie eine Erscheinung auf ihn wirkte . Leiser , als er eingetreten war , zog er sich wieder zurück und trat auf die Dorfstraße . Gegenüber dem Kruge , von einer Feldsteinmauer eingefaßt , lag die Bohlsdorfer Kirche , ein alter Zisterzienserbau aus den Tagen der ersten Kolonisation . Es klang deutlich von drüben her , als würde die Orgel gespielt , und Lewin , während er noch aufhorchte , bemerkte zugleich , daß eines der kleinen , in halber Wandhöhe hinlaufenden Rundbogenfenster matt erleuchtet war . Neugierig , ob er sich täuschte oder nicht , stieg er über die niedrige Steinmauer fort und schritt , zwischen den Gräbern hin , auf die Längswand der Kirche zu . Ziemlich inmitten dieser Wand bemerkte er eine Pforte , die nur eingeklinkt , aber nicht geschlossen war . Er öffnete leise und trat ein . Es war , wie er vermutet hatte . Ein alter Mann , mit Samtkäppsel und spärlichem weißen Haar , saß vor der Orgel , während ein Lichtstümpfchen neben ihm eine kümmerliche Beleuchtung gab . In sein Orgelspiel vertieft , bemerkte er nicht , daß jemand eingetreten war , und feierlich , aber gedämpften Tones klangen die Weihnachtsmelodien nach wie vor durch die Kirche hin . Übte sich der Alte für den kommenden Tag , oder feierte er hier sein Christfest allein für sich mit Psalmen und Choral ? Lewin hatte sich die Frage kaum gestellt , als er , der Orgel gegenüber , einen zweiten Lichtschimmer wahrnahm ;