ihnen begegnet sie dem Fels der Teufelsmauer , und ihr Lauf wird an ihm ein rauschender und tosender . Hierauf geht sie noch um schöne Waldhöhen , und noch ein Weilchen gegen Morgen . Dann ändert sie ihre Richtung , wendet sich gegen Mitternacht , und beginnt das Waldland zu verlassen . Ihr Fall bleibt da fortan ein lebendigerer und schnellerer , als er in der moorigen Talsohle des oberen Waldes gewesen war . Sie begegnet noch manchem dichten Fels , dann manchem Waldhaupte , das sie in Schlangen zu umgehen gezwungen ist , und manchem langgedehnten Hange , an dem sie in gerader Richtung hinstreichen muß , bis die Berge immer kleiner werden , die sie leichter umspringt , bis sie nach mehreren Meilen gleich dem Blansko in die Ebene kömmt , in der Budweis liegt . Die bedeutendsten Orte , denen sie in dem Laufe , der genannt worden ist , in den heutigen Tagen begegnet , sind die Flecken Oberplan und Friedberg , die Abtei Hohenfurt und die Städte Rosenberg und Krumau . Zur Zeit , da in Deutschland der dritte Konrad , der erste aus dem Geschlechte der Hohenstaufen , herrschte , da Baiern der stolze Heinrich inne hatte , da Leopold der Freigebige Markgraf in Österreich war , da Sobeslaw der Erste auf dem Herzogstuhle der Böhmen saß , und da man das Jahr des Heiles 1138 schrieb : ritt in der Schlucht zwischen dem Berge des Oberhauses und dem des Nonngütleins - welche Berge aber damals wild verwachsen waren - auf einem grauen Pferde , dessen Farbe fast wie der frische Bruch eines Eisenstückes anzuschauen war , ein Mann von der Donau gegen das mitternächtige Hügelland hinaus . Der Mann war noch in jugendlichem Alter . Ein leichter Bart , welcher eher gelb als braun war , zierte die Oberlippe , und umzog das Kinn . Die Wangen waren fast rosenrot , die Augen blau . Das Haupthaar konnte nicht angegeben werden ; denn es war ganz und gar von einer ledernen Kappe bedeckt , welche wie ein Becken von sehr festem und dickem Stoffe gebildet , so daß ein ziemlich starker Schwerthieb kaum durchzudringen vermochte , dergestalt auf dem Kopfe saß , daß sie alles Haar in ihrem Innern faßte , und an beiden Ohren so gegen den Rücken mit einer Verlängerung hinabging , daß sie auch einen Hieb auf den Nacken unwirksam zu machen geeignet schien . Diese Verlängerung der Hauptbedeckung aber hing nicht lose auf den Nacken herab , sondern lag ihm vielmehr dicht an , und wurde unter dem Wamse geborgen , welches von gleichem Leder den ganzen Oberkörper knapp umhüllte . In den Achselhöhlen war ein Schnitt , daß der Mann den Arm hoch heben konnte , und daß man dann das Linnen seiner innern Kleidung zu sehen vermochte . Von dem nämlichen Leder schien auch die Beinbekleidung des Reiters . All dieses Leder war ursprünglich mattgelb gewesen , und wiewohl man nicht verkennen konnte , daß große Sorgfalt auf seine Erhaltung und Reinigung angewendet worden sei , so mußte man doch zugeben , daß es nicht mehr neu sei , und Spuren von Wetterschäden und ausgetilgten Flecken zeigte . An der Hüfte hing ein Schwert . Eine Art Mantel oder Oberkleid von Tuch oder überhaupt einem Wollstoffe war zusammengeschnürt an den Sattel geschnallt , weshalb man die Gestalt und das Wesen dieses Dinges nicht zu ergründen vermochte . Nur die Farbe schien grau zu sein . Der Reiter hatte keine Feder auf dem Haupte und nirgends ein Abzeichen an sich . Die Hände waren bloß , die rechte war frei , die linke führte die Zügel . Das Pferd hatte größere Hufe und stärkere Lenden , als Kriegs- oder Reitpferde gewöhnlich zu haben pflegen . Da der Reiter die Schlucht hinaus ritt , sah er weder rechts noch links , noch nach der Stadt zurück . Es war eine frühe Stunde eines Tages des Spätsommers , der schon gegen den Herbst neigte . Der Tag war heiter , und die Sonne schien warm hernieder . Das Pferd ging durch die Schlucht in langsamem Schritte . Als es über sie hinausgekommen war , ging es wohl schneller , aber immer nur im Tritte . Es ging einen langen Berg hinan , dann eben , dann einen Berg hinab , eine Lehne empor , eine Lehne hinunter , ein Wäldchen hinein , ein Wäldchen hinaus , bis es beinahe Mittag geworden war . In dieser Zeit langte der Reiter unter einigen hölzernen Häusern an , die den Namen des Hauzenberges führten . Die Häuser lagen in Unordnung zerstreut , und der Grund , auf dem sie standen , war ungleich . Es war hier schon kühler als an der Donau ; denn da in Passau viele Obstbäume standen , ragte hier nur der Waldkirschbaum empor , er stand vereinzelt , und stand in einer Gestalt , die in manchen Teilen zerstückt war , und bewies , daß viele harte Stürme in den Wintern an ihm vorübergegangen waren . In sehr schöner Bildung dagegen stand die Eberesche umher , sie stand bei vielen Häusern , und mischte das Grün ihres Laubes und das beginnende Rot ihrer Trauben zu dem Grau der Dächer . Die Herberge war ein Steinhaus , stand auch neben Ebereschen , und hatte ein flaches , weit vorspringendes Dach , auf dem große Granitstücke lagen . Die Tragebalken gingen weit hervor , und waren zierlich geschnitzt und rot bemalt . In der Gassenmauer war eine Tür , deren Pfosten rot angestrichen waren . Sie führte in die Schenkstube . Nicht weit von ihr war ein Tor , das in den Hof ging . Auf der Gasse standen mehrere steinerne Tische . Weiter zurück waren Pflöcke , die in die Erde eingerammt waren , und dazu dienten , daß man Pferde an sie anhängen konnte . Wieder weiter von diesen Pflöcken entfernt waren auch noch ein paar offene Schoppen , um Pferde unter ihr Dach führen zu können .