diese Steine sehr hoch , und sagte , sie stammen aus dem kunstgeübtesten Volke alter Zeiten , nämlich aus dem alten Griechenlande her . Manchmal zeigte er sie Freunden , diese standen lange an dem Kästchen derselben , hielten den einen oder den andern in ihren Händen , und sprachen darüber . Zuweilen kamen Menschen zu uns , aber nicht oft . Manches Mal wurden Kinder zu uns eingeladen , mit denen wir spielen durften , und öfter gingen wir auch mit den Eltern zu Leuten , welche Kinder hatten und uns Spiele veranstalteten . Den Unterricht erhielten wir in dem Hause von Lehrern , und dieser Unterricht und die sogenannten Arbeitsstunden , in denen von uns Kindern das verrichtet werden mußte , was uns als Geschäft aufgetragen war , bildeten den regelmäßigen Verlauf der Zeit , von welchem nicht abgewichen werden durfte . Die Mutter war eine freundliche Frau , die uns Kinder ungemein liebte , und die weit eher ein Abweichen von dem angegebenen Zeitenlaufe zu Gunsten einer Lust gestattet hätte , wenn sie nicht von der Furcht vor dem Vater davon abgehalten worden wäre . Sie ging in dem Hause emsig herum , besorgte alles , ordnete alles , ließ aus der obgenannten Furcht keine Ausnahme zu , und war uns ein eben so ehrwürdiges Bildnis des Guten wie der Vater , von welchem Bildnisse gar nichts abgeändert werden konnte . Zu Hause hatte sie gewöhnlich sehr einfache Kleider an . Nur zuweilen , wenn sie mit dem Vater irgend wohin gehen mußte , tat sie ihre stattlichen seidenen Kleider an und nahm ihren Schmuck , daß wir meinten , sie sei wie eine Fee , welche in unsern Bilderbüchern abgebildet war . Dabei fiel uns auf , daß sie immer ganz einfache , obwohl sehr glänzende Steine hatte , und daß ihr der Vater nie die geschnittenen umhing , von denen er doch sagte , daß sie so schöne Gestalten in sich hätten . Da wir Kinder noch sehr jung waren , brachte die Mutter den Sommer immer mit uns auf dem Lande zu . Der Vater konnte uns nicht Gesellschaft leisten , weil ihn seine Geschäfte in der Stadt festhielten ; aber an jedem Sonntage und an jedem Festtage kam er , blieb den ganzen Tag bei uns und ließ sich von uns beherbergen . Im Laufe der Woche besuchten wir ihn einmal , bisweilen auch zweimal in der Stadt , in welchem Falle er uns dann bewirtete und beherbergte . Dies hörte endlich auf , anfänglich weil der Vater älter wurde und die Mutter , die er sehr verehrte , nicht mehr leicht entbehren konnte ; später aber aus dem Grunde , weil es ihm gelungen war , in der Vorstadt ein Haus mit einem Garten zu erwerben , wo wir freie Luft genießen , uns bewegen , und gleichsam das ganze Jahr hindurch auf dem Lande wohnen konnten . Die Erwerbung des Vorstadthauses war eine große Freude . Es wurde nun von dem alten finstern Stadthause in das freundliche und geräumige der Vorstadt gezogen . Der Vater hatte es vorher im allgemeinen zusammen richten lassen , und selbst , da wir schon darin wohnten , waren noch immer in verschiedenen Räumen desselben Handwerksleute beschäftigt . Das Haus war nur für unsere Familie bestimmt . Es wohnten nur noch unsere Handlungsdiener in demselben , und gleichsam als Pförtner und Gärtner ein ältlicher Mann mit seiner Frau und seiner Tochter . In diesem Hause richtete sich der Vater ein viel größeres Zimmer zum Bücherzimmer ein , als er in der Stadtwohnung gehabt hatte , auch bestimmte er ein eigenes Zimmer zum Bilderzimmer ; denn in der Stadt mußten die Bilder wegen Mangel an Raum in verschiedenen Zimmern zerstreut sein . Die Wände dieses neuen Bilderzimmers wurden mit dunkelrotbraunen Tapeten überzogen , von denen sich die Goldrahmen sehr schön abhoben . Der Fußboden war mit einem mattfarbigen Teppiche belegt , damit er die Farben der Bilder nicht beirre . Der Vater hatte sich eine Staffelei aus braunem Holze machen lassen , und diese stand in dem Zimmer , damit man bald das eine bald das andere Bild darauf stellen und es genau in dem rechten Lichte betrachten konnte . Für die alten geschnitzten und eingelegten Geräte wurde auch ein eigenes Zimmer hergerichtet . Der Vater hatte einmal aus dem Gebirge eine Zimmerdecke mitgebracht , welche aus Lindenholz und aus dem Holze der Zirbelkiefer geschnitzt war . Diese Decke ließ er zusammen legen , und ließ sie mit einigen Zutaten versehen , die man nicht merkte , so daß sie als Decke in dieses Zimmer paßte . Das freute uns Kinder sehr , und wir saßen nun doppelt gerne in dem alten Zimmer , wenn uns an Abenden der Vater und die Mutter dahin führten , und arbeiteten dort etwas , und ließen uns von den Zeiten erzählen , in denen solche Sachen gemacht worden sind . Am Ende eines hölzernen Ganges , der in dem ersten Geschosse des Hauses gegen den Garten hinaus lief , ließ er ein gläsernes Stübchen machen , das heißt , ein Stübchen , dessen zwei Wände , die gegen den Garten schauten , aus lauter Glastafeln bestanden ; denn die Hinterwände waren Holz . In dieses Stübchen tat er alte Waffen aus verschiedenen Zeiten und mit verschiedenen Gestalten . Er ließ an den Stäben , in die das Glas gefügt war , viel Efeu aus dem Garten herauf wachsen , auch im Innern ließ er Efeu an dem Gerippe ranken , daß derselbe um die alten Waffen rauschte , wenn einzelne Glastafeln geöffnet wurden und der Wind durch dieselben herein zog . Eine große hölzerne Keule , welche in dem Stübchen war , und welche mit greulichen Nägeln prangte , nannte er Morgenstern , was uns Kindern gar nicht einleuchten wollte , da der Morgenstern viel schöner war . Noch war ein Zimmerchen , das er mit kunstreich abgenähten rotseidenen Stoffen , die er gekauft hatte , überziehen ließ . Sonst