die Waffen , schwarz und dunkel , ein grausig Leichentuch , legt der Rauch sich über Leichen und Lebendige , verhüllt den Augen der Gebietenden das Wogen der Schlacht . Da bedarf der Feldherr ein scharfes Auge , eine feste Seele , um mit starker , sicherer Hand die Wirbel der Schlacht zu schürzen und zu lösen nach seinem Sinne , sie zu behalten in seiner Macht , daß das Ende der Sieg ist und gebunden und ohnmächtig der Feind zu seinen Füßen liegt . Glänzt endlich auf des Siegers Haupt des Sieges Krone , so gilt es , sie zu bewahren , nicht ein Opfer seiner Siege zu werden , schmählich zu enden . Es ziehen Siege und Kronen gar zu leicht ins Herz hinein , schwellen das Herz , regieren das Herz , trüben den Blick , lähmen die Hand , jagen den Sieger in den Untergang , das Ende so vieler Sieger . Wie der Feldherr vor die Schlacht , trittet vor die Welt der junge Hausvater . Er will ihr abringen eine sichere Stätte , Platz zu einer Ehrensäule ; er prüft die Welt , mißt seine Kräfte , beginnt endlich den Kampf mit den vorhandenen Kräften und im Vertrauen auf sie . Tausende werden rasch niedergerannt von der Welt , verlieren alsbald Mut und Leben ; sie waren nicht befähigt zum Kampfe , ihr Dasein war und ist ein trostloses . Viele ringen immer und kommen nimmer zum Siege . Ihr Dasein ist ein mühseliges , das Schöpfen in ein durchlöchertes Faß , das Rollen des Steines , der immer wieder niederrollt , den Berg hinan ; zu einem festen Sitz kommen sie nicht , die Krone der Ehre schmückt ihre Scheitel nicht , der Welt ringen sie nichts ab , eitel und voll Mühe war ihr Leben , und keine Beute ward ihnen , weder eine äußere noch eine innere . Andere dagegen scheinen glücklich , siegreich zu kämpfen mit der Welt , große Beute von allen Seiten fällt ihnen zu , aber diese Beute ist eben das trojanische Pferd , welches die Mauern ums Herz sprengt , dem verräterischen Feind den Zugang öffnet . Wie die Siege dem Sieger zieht sie ein in des Eroberers Herz , wirft dort zum Herrn sich auf ; zum Knechte wird der Mensch , zu immer neuen Kämpfen hetzt sie den armen Sklaven , jagt ihn gleichsam alle Tage Spießruten ; was er auch erbeuten mag von der Welt , ihren Schätzen und Genüssen : Ruhe und Genügen findet er nimmer , jeder neue Gewinn ist Öl in die alte Gier und Glut , neue Jagd durch die Wüste beginnt an jedem neuen Morgen , bis er endlich elendiglicher verendet als der , welcher der Welt nichts abgewonnen hat . Und so wird es jedem ergehen in höherem und geringerem Grade , augenscheinlicher und minder bemerklich , in welchem nicht ein dritter Kampf sich erhoben hat und siegreich , nicht zu Ende geführt , aber doch dem Ende zugeschritten ist . Er ist der höchste der Kämpfe , aber auch der schwerste , es ist der Kampf mit dem eigenen Herzen , der Kampf des neuen Menschen mit dem alten , der Kampf des Geistes mit der Materie . Glücklich gefochten , bringt er aber auch den höchsten Lohn : hier ein Genügen , welches über allen Verstand geht , drüben die Krone der Gerechtigkeit , die Kampfgabe des ewigen Jerusalems . Im Herzen steckt von Anfang an und von Natur der alte Mensch , der da böse ist und verkehrt , Gott und den Nächsten haßt , sich allein liebt , lüstern ist nach der Welt , ihren Genüssen und Schätzen , der da einen Boden hat für alles Unkraut empfänglich , nicht für die Lust allein , absonderlich auch für Neid , Zorn , Haß und Rachgierigkeit . Dieser alte Mensch , vom Fleische geboren , ist es , der von der Welt sich locken läßt und gefangen genommen wird dem Affen gleich , dem man in einer Flasche Nüsse beizt ; in den engen Hals der Flasche zwingt wohl der Affe die leere Pfote , aber die mit Nüssen gefüllte bringt er nicht durch den engen Hals , die Nüsse fahren lassen will er nicht , läßt lieber Freiheit und Leben . Dieser alte Mensch ist der Zwillingsbruder der Welt draußen ; je mehr derselbe der Schwester abgewinnt , desto üppiger schwillt er auf , desto üppiger wird die Welt drinnen , desto größer ihre Gewalt , desto grausiger ihre Tyrannei über die arme Seele , wenn nämlich der dritte Kampf nicht entbrannt ist um die Emanzipation der Seele oder des neuen Menschen , der Kampf um das Himmelreich . Im dritten Kampfe soll eben nämlich der Himmel gewonnen und dieser gezogen werden ins Herz hinein , daß die Welt nicht Platz habe darin , daß man sie hat , als hätte man sie nicht , sie genießt , als genösse man sie nicht , übrig haben davon und Mangel leiden kann daran und beides unbeschwert . Der alte Mensch ist der erste , der erstgeborne , wenn man will . Es schlummert aber im gleichen Gehäuse ein zweiter Mensch , geschaffen nach dem Ebenbilde Gottes , aber gefesselt in dunkler Höhle , gefangen gehalten durch den alten Menschen , dem alten Barbarossa ähnlich , der da auch schlummern muß in dunklem Bergesschoße , bis ihn ein junger Tag zu frischem Heldentume weckt . Der neue Mensch muß eben auch geweckt werden und zwar durch den Geist , dessen Brausen man wohl hört , aber von dem man nicht weiß , woher er kommt noch wohin er fährt . Auf ihm liegt , schwerer als der schwerste Stein auf märchenhaften Schätzen , Moder und Schutt von Welt und Sünde . Gewaltiger als das Wehen der Winde , welche das Gebirge sprengen wollen , das auf den himmelstürmenden Riesen liegen soll , muß der Hauch des Geistes sein , welcher wegfegt Moder und Schnitt von