auszuschauen , und sein ängstliches Gesicht heiterte sich auf . Denn was er sah , hatte nicht allein gar keinen Anschein von Gefahr , sondern sogar für ihn etwas Lockendes . Der weiße , wallende Glanz kam von den an Seilen trocknenden Leinwandstücken her , die der Wind dann und wann hoch aufblähte . Andere größere Stücke lagen zur Bleiche weithin zerstreut am Fließ , an den Hügelrändern bis in den Wald hinein . Ueberall war Ordnung und das waltende Auge der Hausfrau sichtbar . Jeder , Mägde , Knechte , Töchter , Verwandte und Freunde , bis auf die Hunde hinab , schien sein besonderes Geschäft zu haben . Die begossen mit Kannen , die schöpften aus dem Fließ , die trugen das Wasser . Jene nestelten an den Stricken , welche zwischen den Kieferstämmen angespannt waren ; sie prüften die Klammern ; sie sorgten , daß die nassen Stücke sich nicht überschlugen . Dort hingen gewaltige Kessel über ausgebrannte Feuerstellen und daneben standen Tonnen und Fässer . Aber diese Arbeit schien vorüber ; nur auf den einzelnen Waschbänken , die in das schilfige Ufer des Fließes hineingebaut waren , spülten noch die Mägde mit hochaufgeschürzten Röcken und zurückgekrämpten Aermeln . Es war die feinere Arbeit , die man bis auf die Letzt gelassen , die Jede für sich mit besonderer Emsigkeit betrieb . Da gab es mancherlei Neckereien zwischen dem Schilf . Wollte aber ein Mann in die Nähe dringen , ward er unbarmherzig bespritzt . Ja , einem Herrn im geistlichen Habit , der Miene machte , sich durch das Schilf zu schleichen , ward von eine der losen Dirnen ein ganzer Eimer gegen den Kopf gegossen . Ein Glück , daß er bei Zeiten ausbog ; und mit einem Paar Tropfen auf ' s Gesicht kam er davon , und die Dirne mit einem drohenden Finger . Den andern legte der geistliche Herr schnell auf den Mund , mit einem bedeutungsvollen Blicke , denn er sah die gebietende Hausfrau herankommen . » Ach , meine gnädige Frau von Bredow auf Hohen-Ziatz ! « mit den Worten und einem frohen Athemzuge ließ sich der Krämer schneller , als er hinaufgeklettert , von seinem Baume herab . Darauf ging er an sein Geschirr ; putzte die Pferde und schirrte sie an zum Aufbruch . Die hält ihre große Herbstwäsche ab ; hätte ich das früher gewußt , es hätte was zu verdienen gegeben . » Aber ' s ist ja noch nicht zu Ende , und fällt wohl noch zuletzt was ab . « Er brachte die Hand an die Stirn , und ehe er in den Weg einlenkte , lüftete er die Wagendecke , schnürte und schnallte und packte Unterschiedliches um . Einiges versteckte er , und andere Packete legte er oben auf , wie es ein guter Kaufmann thun muß , der seine Kunden kennt und weiß , was ihnen in ' s Auge sticht und was ihnen mißbehagt . Die große Herbstwäsche war ' s der Frau von Bredow auf Hohen-Ziatz ; » Der Winter ist ein weißer Mann , « sagte sie . » Wenn er an ' s Thor klopft , muß das Haus auch weiß und rein sein , daß der Wirth den Gast mit Ehren empfangen mag . « Ihr Gast , der Dechant , hatte zwar gesagt : » Der Winter ist ein ungebetener Gast ; den stellt man hinter die Thür ; « aber die Edelfrau hatte erwidert : » Das mag vor Alters gepaßt haben , ehrwürdiger Herr , als es noch keine geistliche Herren gab . Itzund wissen drei ungebetene Gäste in jedwed Haus zu dringen ; wie man ' s auch zuschließt , sie finden immer eine Ritze : der Winter , die Wanzen und die Pfaffen . « Der Dechant hatte dazu gelacht ; hatte doch die Edelfrau beim großen Kehraus in der Burg auch sein Bündel mit auf die Wagen werfen lassen , was ihn der Mühe überhob , daß er ' s nach Brandenburg mitnahm , wenn er mit dem einen ungebetenen Gaste , dem Winter , in seine warme Klause zurückkehrte . Eine Herbstwäsche war im Schloß Hohen-Ziatz eine Verrichtung . Eine große Arbeit war es , wo die Knochen sich rühren mußten , aber ein Fest auch . Die Hausfrau meinte , alle tüchtige Arbeit sei immer ein Fest , und wir meinen ' s auch . Wie hatte sie das alte Haus aus- und umgekehrt ; auf Hühnerleitern war sie selbst gestiegen , denn darin traute sie keinem andern Aug , in alle Kammern und Winkel , daß jedes Wollen-und Linnenstück , bis zum geringsten hinab , ein Sonntagsgesicht anlegen sollte . Drei Austwagen waren gepackt worden , und nachdem sie zugeschnürt mit Stricken , und saubere Bastmatten darüber gelegt , hatte sich die Edelfrau selbst auf den vordersten gesetzt . Das war ein Auszug aus der Burg . Die drei Austwagen voran , die Mägde und Töchter der gnädigen Frau auf den zwei andern . Der Junker Hans Jochem wollte eine Leiter ansetzen , daß Evchen und Agnes leichter hinaufkämen . Frau Brigitte hatte es aber nicht gelitten ; wie ein Ritter auf ' s Pferd müsse zur Noth sonder Steigbügel und Prallstein , so sei eine große Wäsche der Dirnen ihr Ehren- und Schlachttag ; müßten sich selbst zu helfen wissen , sonst wäre es nichts mit ihnen . Und ehe Hans Jochem zuspringen konnte , waren Evchen und Agnes auf den großen Zeugwagen hinauf , und lachten den Junker von oben aus . Drei Austwagen vorauf , der vorderste von zwei Knechten mit Pickelhauben und Spießen geführt , dazu ein Hornbläser , um den eine Koppel Hunde klaffte . Dahinter noch andere Wagen mit Bottichen , Kesseln , Stroh , Bänken , Decken , Fässern , Körben und was zur Lebens Nothdurft diente , vollauf . Die Frau sprach lächelnd zu denen , die sich drob wunderten : Du sollst dem Ochsen , der da drischt ,