sie das schönste Paar gewesen , welches seit langem in einer Kirche gestanden . Mehr als hundert Wägelein hätten sie zum Hochzeit begleitet , und noch Viele seien auf den Rossen gekommen , was dazumal viel mehr der Brauch gewesen als jetzt , ja sogar das Weibervolk hätte man zuweilen auf Rossen gesehen und bsonderbar an Hochzeiten . Das Hochzeit habe drei Tage gedauert , und an Essen und Trinken sei nichts gespart worden , man hätte landauf , landab davon geredet . Aber dann hätte es auch Hochzeitgeschenke gegeben , daß es ihnen selbst darob übel gegruset hätte . Zwei Tage lang hätten sie mit Abnehmen nicht fertig werden können und noch Leute zur Hülfe anstellen müssen ; aber ein berühmterer Bauernort sei auch noch nie gewesen das Land auf , das Land ab . Einen solchen Hof , von den schönsten einen und ganz bezahlt und manchtausend Pfund Gülten dazu , das finde man nicht allenthalben . Sie hätten es aber nicht für sich alleine , die wüßten noch , daß die Reichen Verwalter Gottes seien und von dem erhaltenen Pfund Rechnung stellen mußten . Wenn jemand sie zu Gevatter bitte , so sei es nie Nein , und die meinten nicht , seit das Holz so teuer sei , hätten arme Leute keines mehr nötig . Die Diensten hätten ihre Sache wie nicht bald an einem andern Ort ; da meinte man noch nicht , es müsse alles an einem Tage gearbeitet sein und dazu sei es schade um ein jegliches Tröpflein gute Milch , welches ihnen vor die Augen komme . Kurzum das seien rechte Leute , und einen Frieden hätten sie unter sich , wie man sonst selten antreffe ; da sei das Jahr aus , das Jahr ein lauter Liebe und Güte , es hätte noch niemand gehört , daß eins dem Andern ein böses Wort gegeben . Wenn es unter der Sonne Leute gebe , welche es hätten , wie sie wollten , und nichts zu wünschen , so seien es die ; öppe glücklichere Leute werde man nicht antreffen . So urteilten die Leute und hatten dem Anschein nach vollkommen recht , und doch war auch hier wahr , daß jedermann seine Bürde schwer finde und daß den meisten Lebensbürden die Eigenschaft anwohne , daß sie immer schwerer werden , je länger man als Bürde und ununterbrochen sie trage , daß ihre Last zu einer Unerträglichkeit sich zu steigern vermöge , in welcher jedes andere Gefühl , jedes Glück und jede Freude untergeht . Allerdings hatten sie sehr lange , was man so sagt , recht glücklich mit einander gelebt ; doch war es auch wahr geblieben , daß an allen Orten etwas sei , aber dieses Etwas blieb nur vorübergehend , ward nicht zur andauernden Empfindung und kam nie vor die Leute . Es ist kurios , wie das , was die Menschen im Allgemeinen so oft gegen einander aufregt , so gerne trennend ebenfalls zwischen Eheleute kömmt ; ich meine das zeitliche Gut . Nur wo ein Instrument rein gestimmt ist , klingt es bei kundiger Berührung rein wider , wo aber das Instrument unrein geworden , antwortet es mißtönend auch der kundigsten Hand , auch bei der leisesten Berührung . Es scheint , das Verhältnis zweier Eheleute , wo Beide ein Interesse haben , Beiden das Gut gemeinsam gehört , Beide jeglichen Schaden gemeinsam fühlen , sollte dem Zwiespalt vorbeugen , aber eben das ist , was ich meine : Friede und Zwiespalt liegen nicht in den Verhältnissen , sondern in den Herzen . Man wird mir etwas zugeben , man wird sagen : ja , wo alles Vermögen vom Manne kommt , wo er alleine alles verdient und das Weib nichts mitgebracht hat , da geschieht so etwas gerne , oder wo vom Weib alles kömmt und von dessen Sache der Mann lebt , ebenfalls ; da wird das rechte Maß selten gefunden , und das Eine meint , es möge alles erleiden , und das Andere , man sollte es bei jedem Kreuzer zeigen , wem es gehöre und wem man es verdanke . Oder , wird man sagen , wo ein Mann haushälterisch ist und das Weib vertunlich , wo der Mann alles zu Ehren ziehen möchte und das Weib von nichts den Wert kennt und alles an die Kleider hängen möchte , oder wo der Mann gutmeinend ist , das Weib aber den Geizteufel im Leibe hat , wo der Mann will , was Recht und Brauch ist , das Weib aber Kaffeebohnen zählt und niemand was gönnt , da muß es Streit geben , da kann es nicht anders sein . Allerdings , so ists . Aber es gibt nicht bloß Streit , sondern noch Schlimmeres als Streit , andauernden Zwiespalt , und zwar nicht bloß wegen Lastern , sondern noch weit mehr wegen Eigentümlichkeiten , und zwar auch da , wo man in der Hauptsache durchaus einig ist . Unsere Eheleute waren Beide von Haus aus reich , Keines hatte dem Andern etwas vorzuhalten . Er hatte den Hof geerbt mit wenig Schulden , sie ungefähr vierzig , oder fünfzigtausend Pfund eingebracht . Beide waren haushälterisch , gaben wenig Geld für Unnützes aus , zogen alles bestmöglichst zu Ehren , gingen wenig von Haus , waren dabei guten Herzens , dienstbar , hülfreich und wohltätig . Nach altländlicher Sitte hatten sie auch das Geld gemein , die Frau ging über das Schublädli so gut wie der Mann , und vom Auf , schreiben der täglichen Ausgaben und Einnahmen war keine Rede . Zu diesem Schublädli hatten sie nur einen Schlüssel , und wenn eins denselben von dem Andern forderte , so fragte nie eins das Andere , für was es Geld nehmen wolle . Christen , der Mann , hatte eine behagliche Natur ; wenn er an der Arbeit war , so tat es ihm selten einer zuvor an Fleiß und Geschick , aber Mühe kostete es ihn , an die Arbeit zu