hörte , und Bernhard ward roth , wie vor Zorn . Bald hätte mich das erbittert ; doch Mathildens Blick machte , daß ich mich schnell wieder faßte . Die Kinder drängten sich dicht um mich her , als geschähe ein Unglück , und Bernhard verließ plötzlich das Zimmer . Die guten besorglichen Menschen nehmen das Alles ganz anders , befürchten eine gemeine Verbindung : von mir ! von ihr ! - Mathilden spräch ' ich , beruhigte ich gern ; aber Bernhard ist bei ihr . Ich war bei ihr . Ein ganzes Zimmer voll Rosen duftete mir entgegen ; Stühle , Tische , der Fußboden , Alles mit Rosen bedeckt . Sie selbst schwebte aus einem andern Rosenzimmer herein , gestand mir diese Rosenleidenschaft , die sich jeden Frühling erneuere , und ihr den Winter ertragen helfe . » Uebrigens , « fügte sie hinzu , » scheinen mir die Männer am liebenswürdigsten , welche die wenigsten Rosen zertreten . « Auf diese Worte setzte ich mich schnell ihr zur Seite . Sie war wunderbar schön , fühlte es , lächelte , und wurde noch schöner . Ich starrte sie eine Weile sprachlos an , aber da ihr Auge fragend auf mir ruhete , faßte ich mich endlich und wagte meine Bitte . » Ach ja ! « - antwortete sie - » der Graf hat mir schon lange davon gesagt , aber ich habe immer gezweifelt , daß irgend Jemand die nöthige Geduld mit mir haben würde , denn lange auf einer Stelle zu bleiben , ist mir unmöglich . « Ich versicherte ihr , dies sey gar nicht nöthig , und ich hoffe um so mehr für meine Arbeit , je weniger Zwang sie sich anthun werde . » O wenn das ist ! « - rief sie mit einer unaussprechlich reizenden Bewegung - » so können wir anfangen , wann Sie wollen . « Wir sprachen nun noch einiges über den Anzug , und sie gestand mir , daß sie sich für die Bühne in ganze Stücke Zeug kleide , welche , ohne Hülfe des Schneiders , sich nach ihrer Laune fügen müßten , dann reichte sie mir noch ein Paar Rosen , und verschwand in das andere Rosenzimmer . Den Abend sah ich sie noch als Psyche und so will ich sie bitten , sich malen zu lassen . Bernhard war nicht bei Tisch und doch nicht verreist ; Mathildens Augen waren roth , die Kinder fragten nach dem Vater , der Aelteste wollte ihn holen und sie verbot es . Länger nun zu schweigen war mir unmöglich . Mathilde - sagt ' ich - warum sind wir getrennt ? - Warum ? O Gott ! Bernhard sagt , ich sey Schuld . Sie ? Ja , ich hätte Sie früher warnen sollen . Was fürchten Sie ? Ach Gott ! daß die ganze Ruhe Ihres Lebens verloren gehe . Wenn ich das bewundere , was Jeder , der ein fühlendes Herz hat , bewundert ? Bewunderten Sie es so , was hätt ' es dann für Noth ? Sie lieben ! lieben ! und wen ! - Mathilde ! wen ! - rief ich ausser mir . Sie verbarg das Gesicht in den Händen und eilte weinend davon . Ich war heftig erschüttert , und schloß die ganze Nacht kein Auge . Mein Gott , wie werde ich diese besorglichen Menschen zurückbringen ! Unbegreiflich ist es mir , wie sie , bei ihrer Bildung , sich von so ganz rohen Urtheilen hinreissen lassen . Sie , die mich liebten , die noch vor Kurzem , da sie mich in euerer Mitte sahen , Schätze für etwas , das meinen gedrückten Geist hätte erheben können , geboten haben würden , sie verbittern jetzt meine Freude . Heute wollte sie mir sitzen ; glücklicher Weise wurde sie abgehalten . Wer wüßte , was sonst aus mir , aus dem Bilde geworden wäre . Ich sah sie gestern auf der Bühne . O du ! Inbegriff von tausendfältigem Leben ! von Seligkeit ! bist du es ; die sie lästern ? - Morgen , Morgen ! Wird meine Hand nicht zittern ? Mag Alles wahr seyn , was ihr vermuthet und fürchtet ; mich kümmert das nicht mehr . Diese göttlichste Form , die mein Auge je sah , war bestimmt , einen göttlichen Geist zu umschliessen . Kann dieser Geist nun irren , geirrt haben , war es möglich , daß er sich selbst verkannte , eben weil andere ihn verkannten ? - Das nun ist gerade euere Sache zu beweisen . Und , wie gesagt , mich kümmert das nicht mehr . Kommt und seht . Meint ihr , ihr hättet schon gesehen ? - Ich sage euch , ihr irrt . Und stört mich nur nicht in meiner Seligkeit ! Was hattet ihr ? Was botet ihr , mich zu retten , da ich trostlos meine Bücher anstarrte ? sie die mein Herz mit immer giftigern Zweifeln erfüllten . Ihr betrachtet mich , wie einen Kranken , träumt von Gefahr und von Tod . Seyd ruhig ! Jetzt , gerade jetzt fühle ich die ganze Kraft , die volle Lebendigkeit meines Geistes . Naht mir der Tod , den ihr fürchtet , ich erkenne ihn , rette mich , bin genesen schneller , als ihr glaubt . Nicht als Psyche , als Hebe will ich sie malen . Sie ist die ewige Jugend . In dieses Auge voll Leben und Seligkeit darf nichts Schmachtendes kommen . Ich vertraute das einem lieben , herzlichen Jungen , der mich versteht , und wie ich der Kunst leidenschaftlich ergeben ist . Er wandte mir ein , ihr Körper sey , wenn gleich entfernt von üppiger Fülle , dennoch zu vollendet und es fehle ihrem Gesichte Hebens characteristischer Zug . Fehlen ! Haben kann sie etwas , was Hebe nicht hat ; fehlen kann ihr nichts . Wir stritten lange darüber . Endlich meinte er , wenn