oder ihr Wunsch je hätte übereinstimmen können . Herr Stark hatte seine ganze Handlung der Aufsicht des Sohns übergeben , und ihm zur Vergeltung für seine Mühe , einige nicht unwichtige Zweige derselben völlig abgetreten . Nur die Geldgeschäfte , deren er viele und sehr beträchtliche machte , hatte er sich selbst vorbehalten . Indess unterliess er nie , besonders weil er in die kaufmännische Klugheit seines Stellvertreters nicht das meiste Vertrauen setzte , sich um die übrige Handlung , so wie um das ganze Leben des Sohns , zu bekümmern ; und da er ohne Unterlass etwas versäumt oder nicht ganz nach seinen Grundsätzen fand , so gab dies zwischen Vater und Sohn zu sehr unangenehmen Auftritten Anlass , die am Ende von beiden Seiten ein wenig bitter und beleidigend wurden . Man sehe hier zur Probe nur einen der letzten Auftritte , der für die Ruhe und Glückseligkeit der Familie die bedeutendsten Folgen hatte . II. Der junge Herr Stark hatte sein Wort gegeben , im öffentlichen Concert zu erscheinen , und sich zu diesem Ende in ein lichtbraunes sammtnes Kleid mit goldgestickter Weste geworfen . Er hatte sich über dem Anziehen ein wenig versäumt , und fuhr jetzt mit grosser Eile in das gemeinschaftliche Arbeitzimmer , wo eben der Alte beim Geldzählen sass . - Friedrich ! Friedrich ! rief er , indem er die kaum zugeworfene Thüre mit Geräusch wieder aufriss . Gott sei bei uns ! sagte der Alte ; was giebts ? - und nahm die Brille herunter . Der Sohn forderte Licht zum Siegeln , warf sich an seinen Schreibtisch , und murmelte dem Alten , seitwärts die Worte zu : Ich habe zu arbeiten - Briefe zu schreiben . So eilfertig ? sagte der Alte . Ich wiederhol ' es dir schon so oft : bedächtig arbeiten und anhaltend , hilft weiter , als hitzig arbeiten und ruckweis . - Doch freilich ! freilich ! Je eher man sich vom Arbeitstisch hilft , desto früher - - Kömmt man zum Spieltisch , wollte er sagen ; aber weil eben Friedrich mit Licht hereintrat , so besann er sich , und verschluckte das Wort . An wen schreibst du denn da ? fing er nach einiger Zeit wieder an . An Eberhard Born in S * * . Den Sohn ? Der Vater heisst August , nicht Eberhard . Gut ? Meine Empfehlung an ihn ! - Ich denke noch oft an die Reise von vorigem Sommer , wo ich ihn kennen lernte . Es ist doch ein vortrefflicher junger Mann . O ja ! murmelte der Sohn in sich hinein . Wer nur auch so wäre ! Ein ordentlicher , arbeitsamer , gesitteter Mann , wie geboren zum Kaufmann . Voll Muths , etwas zu unternehmen , aber nie ohne Bedacht ; in seinem Äusserlichen so anständig , so einfach : von Sammt und Stickereien kein Freund , und was ich an ihm ganz vorzüglich schätze - kein Spieler . Ich denke , er soll in seinem Leben noch sein erstes Solo verlieren . - Wenn er ja einmal spielt , so ist es nicht in der Karte , sondern mit seinen Kindern . Er hat so liebenswürdige Kinder ! - Ach , und der Alte , sein Vater ! Der kann so ganz aus vollem Herzen gegen ihn Vater seyn . Das ist ein glücklicher Mann ! - Ich kenne Väter , fuhr er ein wenig leiser fort , die sich an ihm versündigen , die ihn beneiden könnten . Schreib , oder - ! sagte der Sohn , indem er eine Feder nach der andern auf den Tisch stampfte und hinwarf . Der Alte sah das eine Weile mit an . - Du bist ja ganz ärgerlich , wie es scheint ? Wer ' s nicht wäre ! murmelte der Sohn wieder in sich . Bin etwa ich daran Ursache ? Hab ' ich deinen Geschmack nicht getroffen ? - Er stand auf , und ging zum Tische des Sohns . - Ich weiss , du bist von Winken und von Anspielungen eben kein Freund , und ich kann ja auch deutlicher reden . O , es braucht dessen nicht , sagte der Sohn , und schrieb fort . Der Alte nahm ihm ruhig die Feder aus der Hand , sprützte sie aus , und legte sie hin . - Sieh ! fing er dann an : es wird mir von Tage zu Tage immer ärgerlicher , dass ich einen Menschen von so weitläuftigem Kopfe und von so engem Herzen zum Sohn haben muß . Einen Menschen der für seinen Putz , sein Vergnügen , der in L ' hombre und Whist ein Ducätchen nach dem andern , oft auch wohl dutzendweise , vertändelt ; der nur noch gestern wieder bis in die sinkende Nacht gespielt hat , und der , wenn er eine grossmüthige Handlung thun sollte , vielleicht keines Thalers Herr wäre ; - einen Menschen , der ewig ledig bleibt , weil keine Partie ihm reich genug ist , und der doch immer übrig hat , zu fahren , zu reiten , den Cavalier zu machen , Sammt und Stickereien zu tragen . - Ich muss wohl nicht Unrecht haben , fuhr er nach einigem Stillschweigen fort ; denn du kannst mir nicht antworten . O , ich könnte , sagte der Sohn , indem er mit Hitze aufstand ; aber - - So sprich ! Was verhinderte dich ? Bei Gott ! ich bin es müde , so fortzuleben . - Dass ich das hoffen dürfte ! Ich bin nun , denk ' ich , ein Mann , und kein Kind mehr . Warum wird mir denn noch immer begegnet , wie einem Kinde ? Sohn ! Sohn ! Es giebt alte Kinder . Ich bin aufmerksam ; ich versäume nichts , was zu thun ist : ich setze nie die Achtung und die Ehrerbietung gegen Sie aus den Augen - Nur den Gehorsam ein wenig