mir mit . Er wollte selbst zu Ihnen kommen , hatte es aber sehr eilig . Fräulein Johanne , Fräulein Johanne , sind Sie eifersüchtig , wollen Sie ihn überraschen ? Lassen Sie sich von einem Uneigennützigen davor warnen . Sie würden keine angenehmen Entdeckungen machen « . Er rückte seinen Stuhl näher dem ihren . » Tage ist durchaus kein tadelloser Charakter , Fräulein Johanne . Ich würde dies Ihnen nicht mitteilen , wenn mich nicht durch meine liebe Frau Freundschaft mit Ihnen verbände « . » Aber « stotterte das junge Mädchen , » Herr Tage geht mich ja eigentlich nichts an , ich weiß nicht was Sie - « » Sie interessieren sich für ihn , Sie gehen mit ihm , ich selbst habe Sie an seinem Arm gesehen « , er sah ihr tiefes Erröten - » Sie sind ein unschuldiges , erfahrungsloses Mädchen . Ehe Sie es recht wissen , stecken Sie im Unglück « . » Was wollen Sie mir also sagen ? « fragte sie plötzlich kühl . Dieser Mensch da spielte sich auf den Wächter der Unschuld , der Tugend hinaus . War es nicht lächerlich ? Er ! Der ! Wewerka erriet aus dem verächtlichen Aufwerfen ihrer Lippen ihre Gedanken . » Ich wollte Sie nur warnen « versetzte er in biederem Ton , » sich Hoffnungen zu machen , wenn Tage Ihnen Dinge verspricht , wie man sie zuweilen jungen Mädchen verspricht . Er ist nicht mehr frei . Er ist durch die verschiedensten Bande an eine Frau gefesselt , die ebenso alt und kokett wie hochvermögend ist . Das letztere weniger durch ihren Reichtum , als durch ihre Verbindungen . Sie arbeitet für die ersten Blätter der Residenz . Sie hat ihm zu seiner Berühmtheit verholfen , sie und sein Protektor , der berühmte Professor Kneilenbregg , vor dem Tage auf den Knieen rutscht . Früher trieb er philologische Studien unter ihm . Der Mann , der sich so angebetet sieht und der als Gesellschaftsfex in den Salons , wo er Sekt trinkt und den Frauen den Hof macht , viel für einen jungen Autor thun kann , bestimmte seine Verehrerinnen , nicht allein Tages Bücher zu kaufen , sondern auch in ihm eine Zukunftsnummer zu erblicken . Die Weiblein gehen ja immer auf den Leim , wenn ein berühmter Mann sie da haben will . Innerlich denkt er , zu seiner Ehre will ichs annehmen , ebenso wie die andern , nämlich , daß Tage ein Phrasenheld , aber nichts weniger als ein echtes Talent sei . Aber der Kerl verstehts , wo es ihm darum zu thun ist , ausgezeichnet zu schmeicheln . Und dem großen Mann ist das Lob und die Bewunderung , selbst wenn sie aus dem Munde des Allerkleinsten kommt , immer willkommen . Der bekannte Dichter Tage singt ihm , widmet ihm Bücher , was Wunder , wenn er sich gedrängt fühlt , zu quittieren . Die pikante Baronin , Tages Geliebte und Gönnerin , ist schon etliche Male sehr eifersüchtig auf den großen Mann gewesen . Aber sie haben sich wieder verständigt . Daß Tage , wenn er den Dichterkranz aus dem roten Haar legt , auch ein Mensch sei , dem es nach ihren geschminkten Lippen nach frischen dürstet , scheint sie nicht wissen zu wollen . Er hintergeht sie fortwährend mit kleinen Ladenmädchen , ohne daß sie es ahnt . Und - aber vergeben Sie , Sie sind ganz blaß geworden . « - - Johanne hatte sich erhoben und ging heftig auf und nieder . » Warum erzählen Sie mir das alles ? Herr Tage kann thun , was ihm beliebt . Er ist sein eigner Herr . Er kümmert mich nicht « . » Mir scheint - ich hätte über diesen Mann nichts Böses sagen sollen . Aber daß das Ihnen so nahe geht « - » Herr Wewerka « rief sie zornig mit dem Fuße stampfend , » ich verbitte mir jede Beleidigung von Ihnen « . Er trat zu ihr und wollte besänftigend ihre Hand ergreifen . » Aber Fräulein Johanne , nur die Freundschaft für Sie ließ mich von diesem Unwürdigen - « » Lassen Sie das Wort Unwürdiger , es giebt noch viel Unwürdigere als den « . Ihre Augen blitzten . In Wewerkas Gesicht regte sich keine Miene . » Fräulein Johanne , Sie haben recht ; es giebt noch bösere Burschen als ihn , lassen wir das Thema « . In diesem Augenblick wurde geklopft , und Schüler trat herein . » Fräulein Johanne , guten Tag , ' n Tag , Wewerka . Laßt Euch nicht stören « . » Ich war eben im Begriff zu gehen , Herr Gott « rief Wewerka , seine Uhr hervorziehend , » schon so spät ! Auf Wiedersehen « . Er verneigte sich vor Johanne , zwinkerte Schüler zu und eilte hinaus . » Wie gehts , wie gehts , Schönste der Schönen . Irr ich mich , oder sind Sie erregt ? Ihre Augen blitzen , Ihre Wangen brennen . Hat er das zustande gebracht ? « Er deutete nach der Thüre , durch die Wewerka verschwunden war . Johanne lächelte schwach . » Ja , wir plauderten und ich geriet in Eifer « . Schüler sah im Zimmer umher . » Eigentlich ein Käfig hier , viel zu armselig für eine Gestalt wie Sie . Na , sagen Sie Fräulein Johanne - apropos , sind Sie mit mir zufrieden , daß ich Ihnen so prompt Ihr Ideal , Herrn Tage , offeriert habe ? « » Reden wir nicht von dem « rief Johanne . Schüler lächelte . » Sie hatten wohl Streit mit einander ? Na , ich meinte nur , Sie sehen , ich thue Ihnen zu Liebe , was ich kann ; thuen Sie mir auch etwas zu Liebe « . » Und das wäre ? « Ihre Augen richteten sich fest auf ihn . » Kommen Sie öfter