, wie du gleich sehen wirst . Aber jetzt aufgepaßt . Erst also : Onkel und die Quitzows . « » Der gute Onkel ! Er wird natürlich über all die Rodomontaden entzückt gewesen sein . « » Mitnichten , Mutter . Ich möchte vielmehr umgekehrt annehmen , daß er , trotzdem er den Dietrich von Quitzow bewunderte , nicht so recht auf seine Kosten gekommen ist . Aber es stehe dahin . Nur soviel , als die Straußberger mit Sack und Pack anrückten , sprach er ziemlich laut ( und jedenfalls so , daß es einen genieren konnte ) von Mühlendamm und Trödelmarkt . Am meisten gefallen hat ihm offenbar eine hübsche Gräfin , eine gewisse Barbara , die bei den Pommernherzögen , das mindeste zu sagen , gut angeschrieben stand und es nun auch mit unserm Dietrich von Quitzow versuchen wollte . Aber da kam sie schön an . Die Mark vertrat schon damals die höhere Sittlichkeit , also dasselbe , wodurch sie später so groß geworden ist . « » Spotte nicht . « » Und der Onkel zeigte auch darin wieder seine pommersche Abstammung , daß er gleich in hellen Flammen stand und von Manfred Klessentin , den wir nach der Vorstellung im Theaterrestaurant trafen , auf der Stelle wissen wollte , wer denn eigentlich die Gräfin sei . Das heißt , die Schauspielerin , die die Gräfin gab . « » Eine schöne Geschichte ... « » ... Und da haben wir denn mit guter Manier auch gleich die Überleitung auf Teil zwei , auf Onkel Eberhard und Manfred Klessentin . Aber davon können dir am Ende die Mädchen geradesogut erzählen wie ich selbst . « Die Mama nickte . » ... Und so denn lieber gleich Teil drei unter der imposanten Überschrift : Onkel Eberhard und der Hundertmarkschein . Und noch dazu ein ganz neuer . Ja , Mama , das war ein großer Moment . Er existiert zwar nicht mehr als Ganzes , ich meine natürlich den Schein , aber doch immer noch in sehr respektablen Überresten . Hier sind sie . Wie du dir denken kannst , sträubt ich mich eine ganze Weile dagegen , als ich aber sah , daß er es übelnehmen würde ... « » Leo , so hast du noch nie gelogen ... « » Selbstverspottung ist keine Lüge , Mama . Aber du siehst daran so recht , wie unrecht du mit deiner ewigen Sorge hast . Noch am Grabe pflanzt er die Hoffnung auf , solch großes Dichterwort ist nicht umsonst gesprochen und darf nie vergessen werden . Ich bekenne gern , daß ich den ganzen Abend über wegen des Rückreisebillets in einer gewissen Unruhe war , denn ich darf wohl sagen , ich gebe lieber , als ich nehme ... « Die Mädchen lachten . » ... Indessen , Gott verläßt keinen Deutschen nicht und einen Poggenpuhl erst recht nicht , und wenn die Not am größten ist , ist die Hilfe am nächsten . So hab ich es immer gefunden . Und so schwimm ich denn augenblicklich ganz kreuzfidel wieder obenauf und , so Gott will , eine ganze Weile noch . Denn die Rückreise macht keinen großen Abstrich , auch wenn ich erster Klasse fahre . « » Aber Leo ... « » Beruhigt euch , Kinder . Ich werde ja nicht erster Klasse fahren ; es beglückt mich nur , so einen Augenblick denken zu können , ich könnt es . Alles bloß Phantasie , Traumbild . Aber das ist Ernst : ich will wissen , wieviel ich von meinem Vermögen hier lassen soll ; jede Summe ist mir recht , und ich will auch keine Rückzahlung und keine Zinsen . Ich will vielmehr diesen Zustand voll und rein genießen und will Wendelin mal übertrumpfen . Aber ihr sagt ja nichts , auch du nicht , Mama . « » Nun , ich nehme es für genossen an , Leo . Und nun geh in die Vorderstube , und nimm Manon mit , sie kann dir da beim Packen behilflich sein . Aber haltet euch nicht zu lange damit auf ; ich weiß schon , ihr kommt immer ins Schwatzen und könnt dann kein Ende finden . Und nun gute Nacht , und wir nehmen auch gleich Abschied . Komm morgen früh nicht an mein Bett , und bringe Wendelin meine Grüße , und es wäre hübsch von ihm gewesen , daß er dir diese Reise gegönnt . Er wäre nun schon der Beste von der Familie , ganz anders ... « » Wie Leo ... « » Ja , ganz anders . Aber du kannst doch bleiben , wie du bist . So sind alle alten Mütter ; die Tunichtgute sind ihnen immer die liebsten , wenn sie nebenher nur das Herz auf dem rechten Fleck haben . Und das hast du . Du taugst nichts , aber du bist ein lieber Kerl . Und nun gute Nacht , mein Junge . « Er streichelte sie und gab ihr einen Kuß , und dann ging er mit der jüngsten Schwester , die seine besondere Vertraute war , nach vorn , um da für den Abreisemorgen alles in Ordnung zu bringen . Als sie mit dem Kofferpacken fertig waren , nahm Manon Leos Hand und sagte : » Setz dich da in die Sofaecke ; ich muß noch ein paar Worte mit dir sprechen . « » Brrr . Das klingt ja ganz ernsthaft . Ist es so was ? « » Ja , es ist so was . Freilich in deinen Augen kaum . Und nun höre zu , ganz aufmerksam . Ich bin nämlich einigermaßen in Sorge , daß du , deiner ewigen Schulden halber , falsche Schritte tust . Und noch dazu in Thorn . Ich bitte dich , übereile nichts . Du hast neuerdings ein paarmal Andeutungen gemacht , erst in deinen Briefen und nun auch hier wieder , so heute abend noch auf dem Heimwege . Du