, so folge ich Ihnen nach Paris . « Ich reichte dem Fürsten die Hand . » O ! « rief ich , » Sie sind sublime in Ihrer Treue . Das ist die wahre instinctive Treue des Hundes , der liebt und folgt , ohne zu wissen weshalb , ohne Dank , ohne Anspruch , ohne Verlangen . O , die Thiere sind unegoistischer als wir und glücklicher obenein , denn sie kennen nicht das ewig wache , ewig ungestillte Sehnen in unserer Brust , das vom Himmel stammend , hier rastlos und vergebens nach Befriedigung sucht . « » Schlafen Sie noch eine Stunde , meine Gräfin , « sagte der Fürst , » ich will es auch thun - und dann lassen Sie uns reisen , es freut mich , daß ich doch nun weiß , wohin ich von Baden gehen soll . Ich konnte zu keinem Entschlusse kommen bis jetzt . Gute Nacht , meine Gräfin ! « Und innerlich sagte er sich : Welch ein Thor ist doch der Graf , sich von dieser Frau zu entfernen , deren prächtige Capricen alle Tage neu sind , so daß man vollauf beschäftigt ist und gar keine Langeweile hat , wenn man nur all das thut , was sie verlangt . Solch eine Frau , wenn sie jung und reich und schön ist wie diese Gräfin , ist ja ein veritabler Tresor . Zweites Buch Ich hatte das ganze südliche Frankreich nach allen Richtungen durchstrichen , war über die Pyrenäen gegangen , hatte in Alhambra einsam schöne Stunden , in süßen Erinnerungen an die goldene Zeit der Abenceragen verträumt und auf den Kalkfelsen Gibraltars die blonden , rothgeröckten Söhne Albions ihre Parademärsche halten sehen . Wie Lord Byron hatte ich in Cintra geseufzt und wie er war ich ohne Befriedigung geblieben . Wohin ich kam , umgaben mich die Huldigungen der Männer , alt und jung waren überwältigt von meinem Zauber . Fürsten knieeten zu meinen Füßen , schwarzlockige Hidalgos sangen zur Nachtzeit unter meinen Fenstern die glühenden Serenaden ihres Landes , und selbst der wilde Matador verdoppelte im Stiergefechte seine Anstrengungen , wenn mein Auge auf ihm ruhte und ihn inspirirte . Alle diese Huldigungen nahm ich an . Ich war unermüdlich in der Recherche nach dem Rechten , ich empfand süße , elegische Rührung am Herzen eines Abkömmlings der Abenceragen , dessen orientalische Phantasie mich einwiegte mit wundersamen Träumen ; ich fand die aufgethaute Wärme eines jungen Irländers von der Garnison zu Gibraltar pikant ; ich amüsirte mich mit den Liebesextravaganzen eines Portugiesen - ich lernte spanisch und portugiesisch , ich copirte sämmtliche Murillo ' s der spanischen Schlösser in wenig Monaten , und als ich nach Neujahr in Paris anlangte , war ich todt müde und trotz dieser ernsten Anstrengung , glücklich zu werden , ebenso unbefriedigt als je . Der Ruf meiner Schönheit war mir vorausgegangen . Alle books of beauty und keep sakes brachten mein Portrait ; ich war der Gegenstand der stupendesten Erwartung . Ich hatte bei den ersten Putzhändlerinnen so enorme Bestellungen gemacht , daß man sie selbst in Paris surprenirend fand und gespannt war , mich , diese vielgepriesene Frau , zu sehen . Der Fürst , mein treuer Cavalier auf der ganzen Reise , war nach Paris vorausgeeilt , um mir ein Hotel einrichten zu lassen und empfing mich mit der Nachricht , wie sehr man mir entgegenharre . Das ennuyirte mich und ich beschloß ein ganz neues Regime zu beginnen . Ich machte keine Visiten , sah nur einmal meinen Onkel , welcher Gesandter war und mir die Scheidungsakte zwischen mir und meinem Manne zu unterzeichnen brachte , und verließ mein Haus gar nicht . Die Folge davon war , daß alle Fenster der gegenüberstehenden Häuser von den fashionabelsten jungen Männern zu ganz enormen Preisen gemiethet waren . Man macht Pari ' s darauf , wer der Erste sein werde , die miraculose Gräfin zu erblicken ; der Fürst , selbst in Verzweiflung über mein wiederholtes Refusiren ihn zu empfangen , ward sehr recherchirt , weil man von ihm Auskunft über mich zu erhalten erwartete . Ich erfuhr durch Rosalinde all diese Extravaganzen und war degoutirt davon . Eine finstere , lugubre Melancholie kam über mich , ich fing an die Welt und die Menschen zu hassen , dem Schicksal zu zürnen . Ich wollte versuchen , mir die Thüren des Jenseit zu eröffnen . Es schien mir picant , grade in Paris , wo alle Welt die Genüsse der Erde sucht , diese gänzlich zu verschmähen und , umgeben von einem wahrhaft eblouirenden Luxus , das Leben eines Anachoreten zu führen . Ich ließ neben meinem pompösen , comfortablen Boudoir ein kleines , schlechtes Zimmer seiner Tapeten berauben , alle Möbel daraus entfernen , den Kamin vermauern und das Fenster verhängen . Aus einem Kloster schaffte ich mir das abgelegte Gewand einer verstorbenen Nonne . Als ich es angelegt hatte , sah ich mich zum letzten Male im Spiegel . Strahlender als je , erschien meine fascinirende Schönheit in dieser Verhüllung . Dann zog ich mich in meine Zelle zurück und beschloß , den Pater Benoit holen zu lassen , der berühmt war durch seine strenge Ascese , seine große Schönheit und sehr en vogue in der beau monde , um mich mit ihm über den Zustand meiner Seele und meines Herzens zu berathen . Als er die Prachtsäle meines Hotels durchwandert hatte , vermuthete er sicher , in eines jener eleganten Betzimmer geführt zu werden , in denen die vornehmen Damen , kokett vor ihren prie-dieu hingegossen , die Sünden des vorigen Tages bereuen . Wie sehr war er erstaunt , eine Zelle , eine von allem eitlen Tande entblößte Frau , in voller Schönheit der Jugend , vor sich zu sehen . Aber nicht minder frappirt war ich selbst . Der Pater war ein Mann von kaum dreißig Jahren . Zehn Jahre lang Missionair in dem Innern von Afrika , war von der Sonne