Dichter Heinrichs anbelangt , so habe ich von intimen Freunden desselben Schauderdinge gehört und soll derselbe ein ganz gemeiner Schmutzian sein , der ja auch seine Sachen gar nicht selber schreibe . Doch lassen wir das ! Jedenfalls ist er ein sehr mittelmäßiges Talentchen und schon seiner Photographie nach , die ich bei Ihnen , lieber Herr Holbach , sah , ein tolpatschiger Schleicher mit seinem Cylinder und seinem Bewußtsein des schönen Mannes . « Holbach , der sich bisher passiv verhielt , vertheidigte jetzt Heinrichs in seiner bekannten Manier aus Sheridan ' s » Lästerschule « , wo grade beim Vertheidigen tropfenweis Bosheiten nachsickern . Feichseler brannte jedoch vor Begier , zum Schluß der Anthologie zu kommen , und den schließenden Autor , last not least , durchzuhecheln . Friedrich Leonhart . Robespierre . Brav , schöner Brissot , mache nur Madam Roland den Hof . Wohlwollend lächelt der Patriach , Ihr Mann der Philosoph . Wieviel poetisch Phrasengedresch , Wieviel Genialität ! Doch heiser kichert ' s aus einem Eck , Wo ein gelbes Männchen steht . Da schrie der stramme Maultitan Danton , wie immer benebelt : » Du Lederfratz , ist Dir das Maul Denn immer zugeknebelt ? « Der hat noch nie Bonmots gemacht , Der kneift nicht in die Backen Den Bürgerinnen , hat auch nicht Stierhals und Löwennacken . Er ist ein schlichtbescheidener Mann Und mit verliebter Miene Denkt er sich grade Danton ' s Kopf Als Zierde der Guillotine . Achill an der Leiche des Patroklus . ( Byron und Trelawny verbrennen Shelley ' s Leiche . ) Zum öden weißen Dünenstrand Von blauen Bergesketten Ziehn Pinienwälder schwarz herab , Die sich im Golfe betten . Zwei Männer bei einer Leiche stehn Am Mittelmeere einsam , Einen Scheiterhaufen entzünden sie Als Todtenwächter gemeinsam . » Den Freunden sein sterblicher Ueberrest Und Albion sein Gedächtniß ! Trage Du fort die Erinnerung , Meer , Und sein Lied als letztes Vermächtniß ! Für uns letzte Feueranbeter zumal Der Scheiterhaufen hier lodert . « Das Feuerzeichen steigt drohend empor , Als ob es Rache fodert . Wie ein Riesenarm mit geballter Faust ! Doch dann sich verdünnend bleicht es . In goldiger Säule senkrecht auf Bis zu den Wolken reicht es . Abscheidend vom Unsterblichen Die sterblichen Erdenatome ! Symbol der Psyche , darüber schwebt Ein Vogel im Aetherdome . Wie ein Phönix aus den Flammen hier Scheint er emporzusteigen Und tummelt sich zwischen Himmel und Meer In glückbeseligtem Reigen . Durchrieselt von erhabenem Graun , Ruft Byron , reckend die Rechte : » Hier als Brandopfer werfe ich ab Alles Feige und Schlechte . Wie Harmodius als Tyrsus schwing ich mein Schwert , Von bräutlichen Myrthen umwunden Ich bringe der Freiheit als Rosenstrauß Spartanische Ehrenwunden . Wie mein Ahne Ralph mit dem langen Bart Zieh ich an Deckbord des Drachen . Die Harfe zerschmettert , die Streitaxt hoch ! Durch aller Donner Krachen ! Mein Ahn hieß der Schlechtwetter-Johann , Ihm hab ' ich mich verglichen , Bin oft gescheitert auf festem Land , Hab ' nie die Flagge gestrichen . « Auf schwarzen Mitternachtfluthen schwimmt Ein schwarzer Orlog . Am Sterne Beim Vordersteven ein schwarz Panier . Ein Sarg scheint ' s in der Ferne . Stumm ist die Aeolsharfe nun , Die im Schicksalssturme erschollen , Bis im Schlußakkord des Todes sie borst , Der Titanenseufzer entquollen . Er ist jetzt eins mit der Lieblichkeit Der Natur , die er lieblicher machte , Mit dem allbelebenden Schöpferhauch , Der in ihm die Flamme entfachte . Durch die dumpfen chaotischen Massen des Alls Schwebt er dahin für immer , Auferstanden in neuer Gestalt In ewigem Jugendschimmer . Mater Dolorosa von Sedan . Viel tausend Granaten rechts und links Durchfurchen Feld und Heer . Doch ragt , von Trümmern umschleudeet rings , Der Altar blumenschwer . Noch lächelt die Jungfrau dort herab , Von steinerner Nische gedeckt . Zu ihren Füßen wühlt sein Grab , Wer fallend niedergestreckt . Ave Maria ! Die Stunde dies , Wo die Glocke zur Messe ruft , Wo wie ein Gruß zum Paradies Aufwirbelt des Weihrauchs Duft . Hier aber Dampf nur überall , Die Erde bebt im Krampf , Auffliegender Pulverkarren Knall Und Kampf und Rossegestampf . Am Kreuz noch immer die Erde hängt Und ewige Wehn der Geburt Durchzittern den Leib , den ewig umfängt Des Todes eherner Gurt . Dort schlendert ein bleicher Schemen durchs Feld : Des Kaiserreichs Gespenst ! Nun zähle die Leichen , Lügenheld , Ob Du Dein Werk erkennst ? » Es lebe der Kaiser ! « - Still , Du Narr ! Der Austerlitzsonne Glanz Geht blutig unter , doch leichenstarr Rast weiter im Todtentanz ! Spielt auf , Trompeten , zum letzten Marsch ! Noch ein Idol bleibt ganz ! » Merde ! « knirschte die alte Garde barsch Und wir » La France , la France ! « Zufall . In einer Schenke im Tiberthal Trafen zwo Reiter sich einmal . Der eine Dandy , der andre Roué , Doch Beide Patrizier vom Wirbel zur Zeh ' . Sie beplauderten überm Wein Die letzten pikanten Klatscherein . Den großen Clodius Pulcher-Skandal , Der als Weib verkleidet im Frauensaal Bei den Saturnalien Unfug versucht . Terentias falsche Haare . Luculls Fischbehälter und Seidenwurmzucht . Auch wie ein gewisser Sallust den Puls Der Zeit befühle und sich bereit Halte , zu sammeln die » Zeichen der Zeit « . Wie Crassus seine Volksküche und Sein Volkstheater ihm angepriesen Als Wichtigstes , doch der Autor mit Grund Ihn als bestes Zeichen der Zeit verwiesen An die Schulden des jungen Caesar , Zins Auf Zinseszins häufend , weil er die Provinz , Die er künftig bekommt , schon verpfändet . Und wie Sallust schon dem künftigen Opus verlieh Den Titel : » Catilina ' s Verschwörung « , Weil er prophezeie offne Empörung . » Beim letzten Fest hat mit Muränen Crassus gefüttert all seine Sclaven ! « Der Aeltre meint mit