wird , so begebe ich mich sofort und direkt hinauf nach Raffley-Castle und - - - « Hier fiel die Musik wieder ein , mit noch größerem Eifer als vorher . Da brüllte er vor Wut und Entsetzen so laut auf , daß dieser Schrei sogar die Instrumente übertönte , ballte die beiden Fäuste , warf uns eine Drohung zu , die wir aber nicht verstanden , drehte sich dann um und sprang zur Türe hinaus . Zur Ehre aller Anwesenden muß ich sagen , daß kein Einziger unter ihnen war , der da lachte . Der Eindruck , den er da gemacht hatte , war ein ganz andrer als vorhin bei dem vergeblichen Redeversuch auf der Tribüne . Mir kam sein Verhalten nicht mehr lächerlich , sondern beinahe unheimlich vor , besonders wenn ich an die fast vollständige Gleichheit mit dem früheren Auftreten seines Oheims dachte . Es wurde bereits gesagt , daß der Ho-Schang heut nicht nur nach Shen-Fu kommen , sondern auch Raffley-Castle sehen wollte . Das war leicht zu ermöglichen , obgleich voraussichtlich erst nach Abends Anfang von Shen-Fu aufgebrochen werden konnte . Die Straße war vortrefflich , und da der geistliche Herr die Einladung annahm , mit seinen Unterpriestern für die Nacht auf dem Schlosse zu bleiben , so gab es keine Verspätung , die als Hinderungsgrund hätte geltend gemacht werden können . John telephonierte heim , um das dort Nötige vorbereiten zu lassen , und gab sodann auch hier die zur Beleuchtung während des Rittes erforderlichen Befehle . Auf diese Weise erfuhr man , was geschehen sollte , und die Folge davon war , daß sich sowohl bei den Hiesigen als auch bei den Auswärtigen eine Bewegung geltend machte , die auf Raffley-Castle zielte . Ueber die Fan-Fan , die » westlichen Barbaren « , konnten wir nichts erfahren ; sie blieben verschwunden . Was aber Dilke betraf , so wurde gemeldet , daß es ihm doch noch gelungen sei , seinen musikalischen Verfolgern zu entkommen . Er war ihnen ganz plötzlich so schnell davongelaufen und hatte dabei eine solche Ausdauer entwickelt , daß sie ganz außer Atem stehengeblieben waren und die Verfolgung aufgegeben hatten . Das war aber nicht hier in der Stadt geschehen , sondern draußen auf dem Lande , weit weg von hier , gegen das Einkehrhaus hin , wo die Straße sich nach Raffley-Castle teilt . Der Tag hatte sich zur Rüste geneigt und dem Abend Platz gemacht , als wir soweit waren , den Heimritt beginnen zu können . Der Ho-Schang hatte auch um ein Pferd gebeten ; das war bequemer als die enge Sänfte . Seine Unterpriester wünschten Maultiere ; die waren ruhig und bedächtig . So brachen wir auf . Die Straße war belebt , fast wie am Tage . Viele faßten noch jetzt den Entschluß , nach Raffley-Castle zu gehen , weil sich das Gerücht verbreitet hatte , daß es dort eine große Illumination geben werde . Wir wurden von Läufern begleitet , welche Fackeln trugen . Andere liefen freiwillig nebenher , mit leuchtenden Laternen in jederlei Gestalt . Das gab ein hübsches , abendliches Bild für Alle , an denen wir vorüberkamen . Am Einkehrhause wurden wir für einige Augenblicke angehalten . Fu bekam Meldungen , die für ihn hier abgegeben worden waren ; dabei erzählte der Wirt , daß Einer von den Fan-Fan bei ihm gewesen sei und ihn aber nur gefragt habe , nach welcher Richtung und wie lange er zu gehen habe , um nach Raffley-Castle zu gelangen ; weiter nichts . Das war Dilke gewesen , der also im Sinne hatte , seine Drohung wirklich auszuführen . Was aber wollte er dort ? Wer droht , der beabsichtigt nichts Gutes . Ein klein wenig besorgt , wenigstens um Waller und seine Tochter , ritten wir weiter . Es wurde schon einmal erwähnt , daß dieses Einkehrhaus im Walde lag . Als wir aus demselben in das freie Feld kamen , wo der Blick nicht mehr gefangen gehalten wurde , ließ Fu anhalten . » Wir haben dunklen Himmel , fast keinen einzigen Stern , « sagte er . » Ich habe durch den Wirt das Zeichen nach dem Schlosse geben lassen . Das Kreuz wird gleich erscheinen . « Kaum hatte er diese Worte gesagt , so flammte es auf , nicht langsam , nach und nach , sondern ganz plötzlich , mit einem Male ! Hoch und höher , wie eine plötzliche , ganz unerwartete Gotteswundertat , stand es am nächtlich düstern Firmament erleuchtend und erhebend - triumphierend ! So weit es in unserer Nähe Menschen gab , erklangen die Rufe der Freude , des Entzückens . Da legte der Ho-Schang die Zügel über den Sattelknopf , faltete seine beiden Hände und sprach : » Das kommt so wunderbar ! Zwar vorbereitet , aber doch erstaunlich ! Wie die Erfüllung eines Menschheitstraumes ! Auch ich war Träumer - - träume vielleicht noch ! Will es der Herr des Himmels , so werde ich erwachen , bei Euch , bei Euch , und seine Wahrheit , seine Klarheit sehn ! « Das ging uns durch und durch ; leicht zu begreifen , bei dieser Situation ! Indem wir die Pferde wieder in Bewegung setzten , erschienen noch drei andere Lichtzeichen , über dem Kreuze und rechts und links von ihm . Diese entstanden nach und nach und wurden um so deutlicher , je weiter wir vorwärts kamen . Endlich erkannten wir sie als die chinesischen Schriftfiguren für Schin , Ti und Ho , die Humanität , die Bruderliebe und den Frieden . Das waren die Worte der » Shen « , die wir auf der Karte unseres Tsi in Kota Radscha gesehen hatten . Wir ritten so , daß Fu und John den Ho-Schang zwischen sich hatten . Hinter ihnen kam ich mit den Unterpriestern , die sehr ernste , aber außerordentlich aufgeweckte , intelligente Leute waren . Und dann folgten die » Spitzen der chinesischen Gesellschaft « , mitten unter