Bergströme , - das Getobe des wilden Kampfes , - Ströme von Blut , - und der Knabe emporgehoben von den Armen eines hohen blassen Mannes mit langem dunklem Bart und blitzendem Auge ! - Dann Nacht um ihn her , geröthet vom Flammenschein brennender Häuser , das wilde Geheul der Stürmenden , blitzende Bajonnete , donnernde Salven , - Dampf , Rauch , Blut , Feuer , - Tod und Gefahr ringsum ! - Und wiederum aus der frühesten Kindheit liebliche , seltsame Bilder : Frauen , in dichte Schleier gehüllt , die Brust von dem weichen Leder des Berghirsches eng umschlossen , blitzende Steine und Geschmeide um Haar und Hals ; - am dunklen Felsenhang die Ziege kletternd , - und von den hohen Bergwällen der Blick des spielenden Knaben hinabtauchend auf Fels und Thal und weit darüber hin die silberglänzende Fläche des weiten Meeres ! - Dann kamen die Erinnerungen seiner späteren Jahre , die Erziehung im Corps zu Petersburg , das Bild der Jugendfreunde und Kameraden , die jetzt weit zerstreut waren über das unermeßliche Reich , - die leuchtende Gestalt des kaiserlichen Herrn , den er so oft geschaut , dem er Treue geschworen , er , der - - Und nun vielleicht hier unrühmlich , ohne Namen , ohne Ruhm zu enden unter dem Beile eines Mörders ; vergessen zu werden unter dem Leichenhügel des Schnees , zerrissen von den gierigen Bestien des Waldes , die seine Leiche aus der heimlichen Gruft gescharrt ! - Dazwischen tauchte ein lichtes schönes Bild auf , seit wenigen Stunden erst gekannt , und dennoch verlockend , reizend vor seinen Augen stehend , - Wanda , - die junge Gräfin , für die er sein Blut vergießen , die er zu retten versuchen , oder mit der er sterben sollte . - - Eine wilde , energische Kraft , wie edles Blut vom Herzen strömend , schoß durch seine Adern ; er fühlte , daß das dunkle schwärmerische Auge des Mädchens ihn zu jeder That und Anstrengung begeistern könne . - - Die Stunden vergingen , es war Zeit , den Jäger zu wecken , und er that es . Im Augenblick war der Pole munter und bat ihn , nun seinerseits unbesorgt eine Stunde der Ruhe zu pflegen . Aber der Geist des jungen Mannes war zu aufgeregt , als daß er Schlaf zu finden vermocht hätte . Er überließ zwar seinem Begleiter , ohne sich einzumischen , alle Vorbereitungen , doch schaute er ihnen wach und aufmerksam von seinem Lager aus zu . Bogislaw horchte erst aufmerksam an dem Eingang , der zu der Kammer führte , in der die Weiber schliefen . Dann untersuchte er sorgfältig die Hausthür . Sie war zum Glück ziemlich fest , aber ohne Verschluß , als daß ein ziemlich starker Querbaum in Haspen vor dieselbe gelegt werden konnte . Die Thüren beider Kammern öffneten sich nach der Küche , sie konnten demnach verrammelt werden . Es blieb noch der Eingang von der Bodenluke her . Die Dispositionen des Jägers waren schnell getroffen . Er hing den großen hölzernen Riegelbaum vor die Thür und begann vor der Kammer der Frauen von den in der Küche aufgethürmten großen Holzstücken einen förmlichen Wall zu bauen , der bald halbe Mannshöhe erreicht hatte und die Bretter der Thür festhielt . Darauf schob er ein neues Scheit in das Feuer und fachte dieses wieder an . - » Es wird eben so gut sein , « sagte er leise nach allen diesen Vorbereitungen , » wenn wir meine Herrschaft schlafen lassen , bis die Gefahr wirklich erscheint . Der Graf ist ein alter Soldat und wird auf dem Platz sein . « - Die Uhr des Offiziers zeigte die vierte Stunde , als draußen ein leises Geräusch sich hören ließ und Bogislaw seinem Gefährten winkte . » Sie kommen ! machen wir uns bereit , sie zu empfangen , und möge die heilige Jungfrau uns schützen . Halten Sie die Bodenluke im Auge , ich werde die Thür nehmen . Nieder mit Jedem , der herein zu dringen wagt ! « Jeder von ihnen hatte ein Paar der Kavalerie-Pistolen an sich genommen ; der Offizier faßte an der Wand , gegenüber der Bodenluke , Posten , der Jäger an der Thür , an deren beiden Seiten zwei kleine Fensterchen , wie sie in den polnischen Hütten üblich sind , sich befanden , eben groß genug , um Licht und Luft hereinzulassen , aber zu eng , um zu einem Einsteigen , wenigstens bei einiger Vorsicht der Vertheidigenden , Gelegenheit zu geben . Beide waren von Außen mit Läden verschlossen , die kleinen Fensterscheiben zerbrochen und mit Papier ausgeflickt . Auch die Oeffnung des Bodenraumes war zum Glück nur so groß , daß Mann gebückt durch sie passiren konnte . Da mit der Seitenwand der Küche der Boden aufhörte und der Raum über derselben bis zu den Dachsparren frei war , lag der Zugang in der Wand ziemlich hoch , von der Erde aus mindestens in doppelter Mannshöhe , die Luke war jedoch offen und ohne Thür . Der Jäger hatte absichtlich nur spärlich das Feuer wieder aufgefrischt und ein schwaches Licht verbreitete sich über den Raum , das jedoch stark genug war , um den im Innern Befindlichen den nöthigen Ueberblick zu gewähren . » Wenn ich nur wüßte , « flüsterte der Diener , » wie Viele ihrer sind ! Es ist zu dunkel draußen , um sie zu zählen und ich darf es nicht wagen , sie nochmals wie vorhin zu belauern . « Das Geräusch hatte sich verstärkt , man konnte deutlich hören , daß mehrere Personen , jedoch vorsichtig , in das Gehöft eintraten und an dem Hause entlang schlichen . Der unter den Sohlen ihrer Stiefeln knisternde Schnee verrieth sie . Dann war Alles wieder still . - - Die kühnen Wächter harrten . Ihre Mäntel lagen auf den verlassenen Lagerstätten , so daß sie in dem matten Lichte in