. Endlich sprang Anton auf und sang , indem er sich an die Spitze des langen Tisches setzte : ANTON : Wälzt ihr träumend euch auf Rosen , Wecken sie mit spitzem Dorn , Laßt beim Wein der Liebe Kosen , Denn das gärt ihn auf zum Zorn . GÜLDENKAMM : Kitzelt die Lust , Witzelt die Freude . Mir ist bewußt Himmlische Weide . ALLE : Springt zum Weine , muntre Füllen , Alle Pfropfen sollen springen ; Jeder Becher soll sich füllen Und am andern widerklingen . GÜLDENKAMM : Springet in Lust , Klinget in Scherzen , Mir ist bewußt Heimliches Scherzen . ALLE : Eitle Lichter sollen zittern , In der Tonflut hohen Wellen , Alle Tische ungewittern , Trommeln mut ' ge Trinkgesellen . GÜLDENKAMM : Trommelt in Lust , Stürmet den Himmel , Mir ist bewußt Zärtlich Getümmel . ALLE : Höret alle Scheiben beben , Höret alle Wände dröhnen , Wenn die Stimmen sich erheben , Muß der Donner uns versöhnen . GÜLDENKAMM : Bebet in Lust , Tönet in Fülle , Mir ist bewußt Liebender Wille . ALLE : Überall ist frohes Leben , Wie noch keiner je erhörte , Alle Lustigkeit von oben Wieder zu der Erde kehrte . GÜLDENKAMM : Lebet in Lust Jauchzender Stunden , Mir ist bewußt , Wer sie empfunden . ALLE : Saget , unter welchem Zeichen Stehen wir an diesem Tage ? Schwört , daß keiner soll entweichen Ohne Spitz vom Festgelage . GÜLDENKAMM : Fraget in Lust , Suchet die Zeichen , Mir ist ' s bewußt , Sie ist mir eigen . ALLE : Einer schwanket nach der Türe , Daß wir andern fester sitzen , Schwacher Bruder , laß dich führen , Mußt dich nicht so schnell bespitzen . GÜLDENKAMM : Bleibet in Lust Angeführt sitzen , Mir bebt die Brust , Sie zu besitzen . ALLE : Einer fiel , es fallen alle , Doch in Reih und Glied wie Krieger Harren wir mit Jubelschalle , Wer zuletzt erst fällt als Sieger . Alle glaubten , Güldenkamm mache einen seiner gewohnten Scherze , eine Heimlichkeit sich einzubilden , diesmal war es aber ernst , er schlich nach der hohen Eiche , an der Katharina , mit ihrem Schäferstab gelehnt , wie eine Bildsäule stand . Der Meistersänger beschleunigte seine müden Beine und wollte ihr um den Hals fallen , sie wies ihn mit dem Schäferstabe zurück . » Höre « , sprach sie , » nicht zu schnödem Liebeswerk hat dich die schuldlose Schäferin bestimmt , nein du edler Sänger , ein größeres Werk ist dir beschieden , mich sollst du führen auf des Vaters Schloß , zur Kronenburg , die mir verheißen . « » Kronenburg ? « fragte Güldenkamm , » und wenn ich mein Gedächtnis wie eine Tasche umdrehe , so fällt mir nicht ein , wo der Ort gelegen sei , Mädchen laß das jetzt . « » Drei Schritt von mir « , spricht sie , » sonst straf ich deine Frechheit ; gedenke , daß ich eine Jungfrau bin , wohl aus dem herrlichen Geschlecht der Grafen Stock . « » Gut gesprochen « , sagte Güldenkamm , der durch alles Feierliche in den Gegensatz des Spottes gesetzt wurde , » den Stock scheinst du führen zu können , daß ich dich immerhin als Gräfin von dem Stocke anerkennen möchte , wenn du ihn nur bei Seite stellen wolltest , aufrichtig gesagt , es kommt nichts dabei heraus . « KATHARINA : » Es kommt heraus , daß ich des Grafen Schwester bin , dem du als Sänger zugesellt ; zwar nicht im Ehestand geboren , doch aus der Liebe , sieh diesen roten Strich um meinen Hals im Mondenscheine , dies wird dem Herrn mein edles Blut versichern . « GÜLDENKAMM : » Der Strich ist mit den Augen nicht zu leugnen , doch möcht ich ihn auch mit dem Munde mir bestätigen . « KATHARINA : » Des braucht es jetzt noch nicht , doch biet ich dir die Wange heut zum Kuß , wenn du zur Ehe dich mir heut verloben willst , doch ohne meiner Liebe zu begehren . « GÜLDENKAMM : » Ich könnte das Versprechen immer wagen , denn nicht umsonst blick ich durch deine Feueraugen in dein Herz . « KATHARINA : » Was ich gebiete , kann ich selbst halten , doch ehe du leichtsinnig diesen Bund willst eingehen , höre , was ich dir von den Meinen sagen muß . « Sie redete leiser , » ich habe Schreckliches dir zu verkünden , der Niklas , der mein Vater wird genannt , der ist der Teufel und meine Mutter hat er zur Hexenkunst verführt . Sie hat es mir vertraut , als sie mich ihm mit Leib und Seele übergeben wollte , er könne sich verwandeln , erscheine oft ein stattlich junger Jäger mit einer Hahnenfeder , wenn sie ihm wohlgedient , mit Zärtlichkeit zu lohnen . Ich tat ihr meinen Abscheu kund , da lachte sie und sprach : Vergnügen ist nicht viel dabei , das muß ich selbst gestehen , doch manche Kunst , die gar sehr künstlich ist ! Bei diesen Worten hatte sie die Stirn sich eingesalbt und setzte sich auf eine Ofengabel und schwankte bebend um den Feuerherd , dann sank sie tot zu Boden , daß ich sie nicht erwecken mochte , doch plötzlich krachte schwer das Dach , da wachte sie aus ihrer Ohnmacht auf und erzählte vergnügt von tausend Dingen , die sie auf ihrer Reise nach dem Blocksberg wollt gesehen haben , wohin der böse Geist sie in der kurzen Zeit entrückt hatte , sie sprach von der Musik , vom Tanz , vom Glanz der großen Herren , als ob ich noch in meines Vaters Schloß gewesen , und sicher hätte sie mich in das Garn gelockt , wenn sie mir nicht von dem Konfekt geboten hätte , was sie dort eingesteckt , das war ... «