Haufen und eroberte eine Standarte , 5 Kanonen und die dazugehörigen Pulverwagen . In der Schlacht von Laon entriß er dem Feinde 15 Kanonen und 35 Artilleriewagen . Im Jahre 1815 in der Schlacht von Ligny leitete der Generalmajor von Jürgaß die Angriffe auf das Dorf St. Amand la Haye . In der Nacht erhielt er in dem Getümmel einen Schuß unter der linken Schulter , nahe am Herzen . Er empfing darauf im Jahre 1816 den ehrenvollsten Abschied als Generalleutnant . Von da an lebte er abwechselnd in Berlin und bei seinem Bruder zu Ganzer , woselbst er am 8. November 1833 nach langen , höchst bittern körperlichen Leiden starb . 81 In der Nacht vom 25. auf den 26. Oktober war Blücher mit seinen Korps , das später , nach tapferem Widerstand , in Lübeck kapitulieren mußte , hier in Ganzer . 82 Prediger Schinkel zu Barsikow , der den » Dreißigjährigen Krieg « , soweit er die Grafschaft berührte , zum Gegenstand eingehender Studien gemacht hat , schreibt über das Elend jener Tage sehr richtig : » Die Verwüstungen waren nicht so sehr eine Folge der blutigen Schlachten , die geschlagen wurden , als vielmehr das Resultat einerseits der Pest , andrerseits der Armeeverpflegungsweise , die Wallenstein eingeführt hatte . Von diesem rührt bekanntlich der Grundsatz her , daß der Krieg den Krieg ernähren müsse . Wallenstein selbst war klug genug , um in Anwendung dieses Satzes nicht weiter zu gehen als nötig ; er trug viel mehr Sorge , daß der Baum nicht abgehauen würde , von dessen Früchten seine Heere leben sollten ; nur das Notwendige wurde genommen . So wenigstens war sein Wille . War es aber schon ihm schwer , diesen Willen durchzusetzen , so scheiterten seine Nachfolger vollends damit , Personen , die zum Teil zu wenig einsichtig waren , um auch nur diesen Willen ernstlich hegen zu können . Wo ein Heer sich lagerte , fiel es nieder wie ein Heuschreckenschwarm , und ob Freund oder Feind war gleichgültig . 83 Von diesen alten Grabsteinen ist einer der Kirche erhalten geblieben . Er wurde seinerzeit dem » hochedlen und mannhaften Herrn Gottfried Lehnmann , churf . brandenburgischen Capitain-Lieutenant zu Roß und Erbherrn auf Krentzlin errichtet , der 1628 geboren war und 1689 starb . Dieser Stein bietet nichts Besonderes , außer daß er , wie so vieles andre , darauf hinweist , daß unter dem Großen Kurfürsten viele Bürgerliche in die Rittergüter und in die Armee einrückten . Diese Tatsache ist längst bekannt , aber sie ist , soviel ich weiß , auf ihre Ursache hin noch nicht befragt worden . War es lediglich eine Folge des dreißigjährigen Krieges , der die Rittergüter entvölkert hatte , oder lagen dem allen auch Anschauungen und Prinzipien zugrunde ? Wir standen , wie später unter dem Einfluß des Französischen , so damals entschieden unter dem Einfluß des republikanisch Holländischen . Vielleicht liegt hierin eine teilweise Erklärung . 84 Mir persönlich will es , all diesen Auslegungen gegenüber , doch um vieles wahrscheinlicher erscheinen , daß die neuen Tore lediglich gebaut wurden , um etwas Beßres , Schöneres , auch der Befestigung Dienenderes , an die Stelle des Alten zu setzen . Ganz in derselben weise , wie man die Wölbungen der alten romanischen Kirchen abbrach und die Rundbögen durch den allgemeinwerdenden Spitzbogen ersetzte , ganz so machte man es mit den Torbauten . Ihre Modernisierung wurde Sache fortschrittlicher städtischer Repräsentation und des Wunsches » nicht zurückzubleiben « . – ( Im übrigen finden sich solche » zugemauerten Tore « , die stets gradlinig auf die Hauptstraße stehen , vielfach in unsrer Mark , so beispielsweise in Kyritz , Wittstock und Wusterhausen , ferner in Soldin , Friedeberg , Mohrin , Berlinchen , Königsberg , Landsberg a. W. und endlich in Bernau , Fürstenwalde und Mittenwalde . ) 85 Dieser sehr anfechtbare Name » Gentzrode « war das Resultat langen Suchens , was man ihm leider auch anmerkt . Alexander Gentz hatte » Helenenhof « vorgeschlagen , in Huldigung gegen seine Frau Helene , was , wenn angenommen , durchschnittsmäßig , aber wenigstens richtig gewesen wäre . Man war jedoch mit dem Einfachen und Natürlichen nicht zufrieden und forschte nach etwas Besserem . Unter denen , die befragt wurden , war natürlich auch Wilhelm Gentz , damals in Paris , der nicht säumte , bei seinen Freunden und Kunstgenossen eine Art Preisausschreiben zu veranstalten . Henneberg , dem in seiner Eigenschaft als Braunschweiger die » rodes « nahe lagen , verfiel auf » Gentzrode « , was sofort jubelnd begrüßt und auch in Ruppin vom alten Gentz angenommen wurde . Meinem Ermessen nach jedoch ist es , um es zu wiederholen , ein so schlecht gewählter Name wie nur irgend möglich , weil in zwiefacher Beziehung verwirrend . Erstlich gab es auf den Kahlenbergen überhaupt nichts zu » roden « , gerodet kann immer nur da werden , wo Wald ist und nicht auf einer Sanddüne . Was aber fast noch schlimmer ist , ist das , daß jeder , der den Namen hört , Gentzrode da suchen wird , wo die » rodes « zu Hause sind , also im Harz , nicht aber im Ruppinschen . Eine solche willkürliche Namensgebung ist , auf geographische Orientierung angesehen , nicht viel besser als ein falscher Wegweiser . 86 » Daß ich « , so schreibt A. Gentz an anderer Stelle , » den Versuch mit diesen holländischen Eichen machen konnte , verdanke ich dem Grafen v. Königsmarck auf Netzeband und Plaue , vordem preußischem Gesandten im Haag . Als ich ihn auf seinem Schloß Plaue besuchte , zeigte er mir auf schlechtem Boden Eichenpflanzungen , die mit vortrefflichem Erfolg ge macht waren , und ich erfuhr nun , daß es aus Holland bezogene Pflänzlinge seien . Mit großer Liebenswürdigkeit übernahm er es mir dergleichen in Holland zu bestellen , sogar die Zahlung dafür zu leisten , so daß ich die bald danach eintreffenden Pflänzlinge nur