Ahriman Mirza , nicht aber als der Fürst der Schatten auf und gab kluger Weise zu ahnen , daß dieser Letztere sich bei den heranziehenden Sillan befinde . Er ließ hierauf das Allerheiligste besetzen , um die Taki nicht in die Ruinen zu lassen , und kehrte dann nach dem Zelte zurück . Ich hatte vor demselben zu bleiben , bei der Dienerschaft , der ich dann half , Decken und Kissen nach der Vorderkante des Stockwerks zu schaffen , wohin der Mirza und die Gul sich beim ersten Grauen des Morgens setzen wollen , um von diesem allerbesten Platze aus dem Abschlachten der Dschamikun zuzusehen . Das gab mir Gelegenheit , mich zu entfernen . Ich eilte nach Eurem Hause hinüber und wurde da zu Euch hierhergeschickt . « » Und was tust du nun ? « fragte der Ustad . » Das weiß ich nicht . Gib mir einen Platz , damit ich für Euch kämpfe ! « » Wir haben Krieger genug . Bist du ein guter Reiter ? « » Ja . « » So eile nach dem Hause zurück , und sag Kara Ben Halef , daß schnell gesattelt werden soll . Der Barkh für ihn , der Ghalib für dich und der Assil für mich . Dem Syrr mag Schakara den Sitz auflegen ; er ist für den Effendi , doch nur mit Halfter . Dann kommt Ihr herab ! « » Wohin soll es gehen ? « fragte ich , indem sich der über diesen Auftrag erfreute Aschyk entfernte . » Hinauf nach dem Beit-y-Chodeh . Dieser Gedanke kam mir erst soeben . Es gibt kein edles Waffenspiel , keinen Kampf zwischen gleichwertigen Männern , sondern nur ein völlig gefahrloses Kesseltreiben auf niedriges Gezücht . Der Kessel ist gestellt , und Jedermann kennt seinen Posten und das , was man von ihm erwartet . Der Hauptmann mag an meine Stelle treten ; er weiß Bescheid für alles Mögliche . Wir aber reiten dort hinauf , weil wir vom Beit den besten Ausblick haben . Sehen wir , daß man uns braucht , so können wir in zwei Minuten wieder unten sein . Nötigenfalls dienen Kara oder der Aschyk uns als Boten . « Das hatte meinen Beifall , besonders deshalb , weil der zu erwartende Bergsturz , falls er nicht später kam , von dem Säulentempel aus viel besser als an jeder andern Stelle beobachtet werden konnte . Der Hauptmann bekam also seine Weisung , und wir gingen nach dem Bergwege , wo Kara mit dem Aschyk und unsern Pferden sehr bald eintraf . Der Himmel hatte noch die stumpfe , bleierne Farbe , und auch die Nebel zogen noch dicht über den See und das Tal . Sie waren jetzt so kompakt , daß man nur wenige Schritte weit sehen konnte . Dann aber hörten sie plötzlich auf . Wir waren ihrer Grenze entstiegen und befanden uns in freier , durchsichtiger Morgenluft . Es war zwar noch nicht Tagesanbruch , aber im Osten dämmerte es schon leise , und die Linien unserer Bergesspitzen wurden - - - Bergspitzen ? Ah ! Auf der dort im Westen flammten hochlodernde Feuer . Waren sie erst jetzt angebrannt worden , oder hatten wir sie wegen des Nebels vom Tale aus nicht sehen können ? Das waren die Warnungszeichen auf der Höhe des Alabasterzeltes . Die Lawine holte zum schrecklichen Sturze aus ! Am Beit-y-Chodeh angekommen , stiegen wir ab . Der Aschyk blieb bei den Pferden ; wir andern Drei betraten das Innere und gingen nach vorn , wo wir uns niedersetzten . Da sagte der Ustad : » Hier war es , hier an diesem Orte , wo der Feind uns herausforderte , so soll es nun auch hier sein , von wo aus wir sehen , was er vermag . Der frechste von ihnen damals , der Henker , ist schon dahin , beseitigt durch sich selbst , durch seine eigene Waffe . Du , auf dessen Person er die Blutrache warf , brauchtest gar nicht einzugreifen . So nun auch ich ; ich lasse es dem Verhängnis über ! « Wir waren nicht etwa allein hier oben . Ich habe bereits gesagt , daß sich die ganze , große Menge der heut bewaffneten Festgäste auf die ringsum liegenden Höhen zurückgezogen hatte . Sie waren auch hier am Beit . Sie füllten den ganzen , freien Platz . Ihre Linie lief nach beiden Seiten in den Busch , in den Wald hinein . Und als es nun nach und nach heller zu werden begann und unser Blick über den See hinüberreichte , sahen wir sie auch drüben stehen , fast Kopf an Kopf , den ganzen See entlang - - - auch eine Lawine , welche bereit war , hernieder zu fahren , in den ethischen Abgrund , in das Heer der Sillan hinein . Diese Gefahr für die Feinde war zwar von hier oben , aber noch nicht von unten aus zu sehen . Denn die Nebel rückten enger und enger zusammen und immer neue und neue kamen dazu . Sie machten für die Tiefe den Blick nach oben unmöglich . Es war , als ob sich die heranziehenden Schatten in dieses dunstige Geschwader verwandelt hätten , um ihren Angriff vom Lande auf das Wasser zu verlegen . Denn der erste Hauch des Morgens war gekommen , von Osten her , wo die Kalhuran mit den nördlichen Dschamikun nun standen , und schob die Nebel , zunächst langsam zwar , doch unwiderstehlich vor sich her , der Ruinenseite zu . Dort wirrten und wühlten sie sich an den alten Mauern empor , wickelten und wirbelten zu den Türmen hinauf und wagten sich sogar über diese hinüber , wo sie an der Kühle und Ruhe des Felsens erstarben . So wurde es da draußen gegen Aufgang von ihnen frei und zugleich am Himmel immer heller und heller . Schon wurde die Ebene klar , die nach den Pässen führte . Da sahen wir