die Massaban bei Ahriman Mirza angekommen seien . Und bald darauf stellte sich ein zweiter mit der Nachricht ein , der Mirza habe sich an ihre Spitze gestellt und komme mit ihnen anmarschiert , doch leise , ohne Pferde , wie es seine Absicht ja erfordere . Der Ustad wiederholte seine für diesen Fall schon vorher gegebene Weisung , sich so weit zurückzuziehen , daß man nicht bemerkt werden könne , und den Heranschleichenden den Weg nach den Ruinen vollständig freizugeben . Es dauerte nicht lange , so kamen sie , von den Nebel gedeckt , die aber auch uns ihnen verbargen . Sie glaubten den Duar im friedlichen Schlafe und zogen vorüber , ohne daß Etwas geschah , was ihnen diesen Glauben benahm . Wir kehrten also in unsere vorherige Stellung zurück . Einige Zeit später erklang in den Ruinen über uns ein lauter , aber kurzer , abgerissener Schrei . Hierauf war es , als ob Jemand mit unterdrückter Stimme irgend Etwas kommandiere . Dann war es wieder still . So ungefähr eine Stunde nach Mitternacht erfuhren wir , daß die Vorhut der Schatten von den Pässen her nahe und draußen in der Ebene halte , um die ganze Horde herankommen zu lassen ; die Unteranführer des Mirza seien ihnen entgegengeritten , um sie dann nach dem See zu führen . Und nach einer längeren Pause meldete man uns von der andern Seite des Berges , daß die Ultra-Taki in das Garn gegangen seien und nun in dem Gange stäcken , ohne rück- oder vorwärts zu können ; Ibn el Idrak aber habe die ganze Vollzahl der verständigen Taki zu dem Entschlusse gebracht , sich dem Scheik von Schohrd anzuschließen und gegen Morgen bei uns einzutreffen . Dieser Bote hatte sich eben entfernt , so kam Jemand , an den wir jetzt am allerwenigsten gedacht hätten , nämlich der - - - Aschyk . Er war oben im Hause gewesen , um uns zu sprechen , und hatte erfahren , wo wir uns befanden . Was er uns mitteilte , war noch interessanter als sein völlig unerwartetes Erscheinen . » Ich bin öfters bei Euch gewesen , als Ihr denkt , « sagte er , » und von Allem sehr gut unterrichtet . Der Scheik ul Islam hat mich bis heut als seinen Spion betrachtet , der sich in Euer Vertrauen geschlichen habe , um Euch an ihn zu verraten . Darum erntet er aber nun selbst das Unkraut , welches er für Euch säete ! Ich war oben auf dem Berge und habe mich überzeugt , daß die Lawine nicht mehr zu halten ist . Ich hielt es für meine Menschenpflicht , es ihm zu sagen , damit er sich entfernen möge . Da lachte er mich aus . Ja , er wurde sogar mißtrauisch , von mir dieselbe Warnung zu hören , wie von Euch , doch durfte ich bei ihm bleiben . Er wanderte unruhig zwischen seinem Zelte und dem Allerheiligsten hin und her , um nachzusehen , ob seine Taki durch den Gang angekommen seien . Sie stellten sich aber nicht ein . Auch seine Bedienung habe ich gewarnt . Sie steht auf dem Sprunge , sich zu retten . « » Und sein Gefolge ? « fragte ich . » Der Heilige , der Selige , der Imam und die Generale ? « » Die sind bei den Taki geblieben und bleiben auch dort , bis der Kampf vorüber ist . « » Das ist ja höchst bezeichnend ! « sagte der Pedehr , der bei uns stand . » Früchte auflesen , aber ja nicht mit schütteln ! Wie leicht könnte eine treffen , vielleicht gar eine faule ! Sprich weiter ! Hast du die Khanum Gul gesehen ? « » Nicht nur gesehen , sondern sogar mit ihr gesprochen . Diese beiden Personen verkehren notgedrungen sehr höflich miteinander , hassen sich aber grimmig . Sie glaubt ebenso wie der Prinz , daß ich der Schatten des Scheik ul Islam sei , und schmeichelt mir , um Gefährliches über ihn zu erfahren . Das zwingt sie , auch ihrerseits mitteilsam gegen mich zu sein , und so werde ich von beiden Seiten unterrichtet , ohne diesen Unterricht selbst bezahlen zu müssen . Mit heut ist aber hierin eine Aenderung eingetreten . Die Khanum Gul hat mir nämlich den Antrag gestellt , in ihren Dienst zu treten . Sie sagte , es gehe mit dem Scheik ul Islam zu Ende und sie werde mir die beste Garantie für meine Zukunft geben , falls ich geneigt sei , Alles zu sagen , was ich über ihn wisse . Das war gegen Mitternacht , denn sie hatte mich für diese Zeit zu sich bestellt , weil sie da Ahriman bei sich erwarte . Er kam , aber nicht allein , sondern mit den Massaban . Als er hörte , worüber wir verhandelt hatten , forderte er mich auf , sofort mit ihm zu gehen , um bewiesen zu sehen , daß es besser für mich sei , zu ihm und zur Khanum Gul , als zu dem Scheik ul Islam zu stehen , der sich grad eben in seinem Zelt befand . Er ließ dieses von den Massaban umzingeln und trat mit den Anführern hinein . Ich durfte mit . Da ich die Unterredung dieser beiden Männer im Allerheiligsten mit belauscht hatte , ahnte ich , was es nun für eine Szene geben werde , und wie ich dachte , so geschah es auch : Der Fürst der Schatten nahm den Scheik ul Islam beim Genick , nicht nur bildlich , sondern auch wörtlich , und schüttelte ihn so lange ab , bis auch der letzte Rest von Hochmut herausgeschlottert war . Dann warf er ihn hin und befahl , ihn auf das Strengste hier zu bewachen , bis der Kampf vorüber sei , und ihn dann zur weiteren Bestimmung vorzuführen . Natürlich trat er während alles Dessen , was ich erzähle , nur als