Deiner Gruft . « » Napoleon ist kein Freund von Nachtstücken . « » Je nachdem es ihm konvenirt . Glauben Sie nicht , daß der Akt die Bewunderung der Deutschen für ihn erhöhen muß ! « Sie waren an die Thür des Hotels gekommen , wo die Fürstin abgestiegen . » Ich danke Ihnen für die Begleitung , « sagte sie . » Wir werden uns nicht wiedersehen , - wenigstens bis zu einem nächsten Aktschluß . « » Warum ? « Er hatte sie die Stufen hinauf geführt , und drückte die nicht verschlossene Thür auf . » Sie haben Ihrem Kaiser von der heutigen Nacht zu berichten . Leben Sie wohl . « Er drückte ihre Hand an die Lippen ; sie zitterte . » Ich möchte Sie noch um einige Details bitten , die mir entgangen sind . Aber Sie stehen in der Zugluft . « Er zog sie in den Flur und drückte die Thür zu . Sechsundvierzigstes Kapitel . Bekenntnisse schöner Seelen . Als die Fürstin in ihren dichten Zobelpelz gegen die kalte Morgenluft verhüllt , in den Wagen stieg , um in seinen weichen Polstern einer Reihe seltsamer Gedanken Audienz zu geben , war sie nicht wenig betroffen , noch Jemand darin zu finden . Es war zu spät zum Schreien ; die Thür war zugeschlagen , die Jäger hatten sich aufgeschwungen und der Wagen rasselte schon über das unebene Pflaster nach dem Berliner Thor zu . Es war übrigens wohl Grund zum betroffen sein , aber nicht zum Schreck , als die weichen Hände der Baronin Eitelbach die der Fürstin erfassten . Sie bat sie mit einer mit Thränen kämpfenden Stimme um Verzeihung wegen der Attrape , aber sie habe sie sprechen müssen , koste es was es wolle . Deshalb nach Potsdam gekommen , habe sie von Stunde zu Stunde vergebens auf den Augenblick gewartet , mit ihr allein zu sein , und endlich diese kleine List sich erlaubt , um der einzigen Frau , die Theilnahme für sie empfinde , die sie und ihre Leiden verstehe , ihr Herz auszuschütten . Die Fürstin wollte sich mit sich selbst beschäftigen , und die Leiden der Baronin waren ihr unter allen Dingen , mit denen sie sich beschäftigt , in dem Augenblick die allergleichgültigsten . Das schien wenigstens der Seufzer anzudeuten , der aus ihrer Brust sich Luft machte , aber sie drückte die Freundin mit sanfter Innigkeit an diese selbe Brust : » Ach , glauben Sie mir , Leiden schickt der Himmel Denen , die er liebt . « » Aber nicht solche , « rief die Schluchzende , » wie mir ! Ach mein Gott , ich weiß jetzt nun Alles , ' s ist mir Alles so klar wie was ! « » Was ist Ihnen klar , Liebe ? « » Nichts , sage ich Ihnen , wie ich Ihnen immer gesagt , als ein Mißverständnis . Mein Mops ist mir jetzt ordentlich zuwider ; ich könnte ihn vergiften . Aber wer trennt sich gleich von solchem Thier ! Er hat nun mal seinen Platz . ' s ist die Gewohnheit , « sagt mein Mann . » Fanchon hat wohl recht , wenn sie singt - « » Ich verstehe Sie nicht . « Die Fürstin verstand sie wirklich nicht . » Ich weiß es , ich rede konfus , ich verstehe mich ja selbst zuweilen nicht . Aber das mit dem Mops war so gewiß ein Irrthum , er konnte nicht davor , er wusste nicht , daß es meiner war . Es sind boshafte Menschen dazwischen , die haben ihm das arme Thier vor den Fuß geschoben ; o ich weiß nicht , ich habe eine Ahnung - « » Was hat Wandel mit Ihrem Mops zu thun ! « » Glauben Sie , daß er sein Freund ist ? « » Des Mopses ! « » Nein Seiner ! Mögen Sie über mich lachen , ich fürchte , der Rittmeister ist nicht frei . « » So viel ich mich entsinne , sagt man , er sei von seinen Gläubigern etwas genirt . « » Ach , Sie wollen mich nicht verstehen . Er ist zu arglos , gutmüthig , er hat das beste Herz von der Welt , ein Gefühl rein wie ein Kind ; mein Gott , Fehler hat jeder Mensch , er hat mir nicht weh thun wollen , aber boshafte Menschen sind dazwischen gekommen . Sie können sich nicht vorstellen , wie ich mich gequält habe , was ich ihm denn gethan haben könnte ; Tag und Nacht ließ mir ' s keine Ruhe . « » Und Sie haben sich ganz ernst gefragt ? « » Theuerste Fürstin , da blieb kein Fältchen in meiner Seele . Nein , wahr und wahrhaftig , ich that ihm nichts , ich bin unschuldig , es ist was andres dazwischen gekommen . « Die Fürstin war in ein Sinnen verfallen , das nicht zu der Art Theilnahme stimmte , welche sie der schönen Frau bisher angedeihen ließ . Sie hatte sich wieder mit sich selbst beschäftigt . So passte auch ihre Entgegnung nicht ganz zu dem eben Gesagten : » Das ist der Kobold , meine Freundin , der uns alle neckt : es kommt uns allen , bei unsern besten Entschlüssen , unsern edelsten Bestrebungen , etwas dazwischen , worauf wir nicht gerechnet . Da glaubten wir , mit jahrelangen Mühen , mit gesparter Kraft die Hindernisse beseitigt , wir eilten schon mit offenen Armen dem Ziele entgegen , und plötzlich straucheln wir - Gott weiß woran , wir wissen es selbst nicht , an einem Ball , den eine Kinderhand uns zwischen die Füße warf , am Reflex einer Scheibe , und wir glauben eine Mauer , einen Abgrund vor uns zu sehen . Wir müssen über uns lachen , wir ärgern , wir schämen uns , daß es so sein konnte , aber es ist so , und