sangen ihm sein frohes Reiterlied nach . GÜLDENKAMM : Flüchtig Dasein auf den Rossen , Kühnes Buhlen mit dem Winde Schaut die Erde fortgestoßen , Rollet unter uns geschwinde . CHOR : Schaut die Erde fortgestoßen , Rollet unter uns geschwinde . GÜLDENKAMM : Brausend strecken sich die Rosse Schmal wie einer Jungfrau Leib , Was auf Erden ich genossen , Dies ist schnellster Zeitvertreib . CHOR : Was auf Erden wir genossen , Dies ist schnellster Zeitvertreib . GÜLDENKAMM : Grüne Äste überstreifend , Treiben fort die läst ' gen Fliegen , Durch die grünen Wiesen Gleiten wir in Wolkenzügen . CHOR : Durch die leichten Wolken schweifend Teilet euch in gleichen Zügen . GÜLDENKAMM : Unser Hufschlag schallet doppelt An des Waldes grüner Wand , Und die Sonne scheinet doppelt Bebend an der Erde Rand . CHOR : Seht , die Sonne scheinet doppelt Vor dem Auge froh entbrannt . GÜLDENKAMM : In den Zügen , welch Geschreie , In den Mähnen , welch ein Hauch , Über uns kommt eine Weihe , Eine Träne in das Aug . CHOR : Über uns kommt ein Geschreie , Holla ho nach Reiterbrauch . GÜLDENKAMM : Wir vergessen schon der Stunden , Wo wir zwischen Mauern wohnen , Sind vom Abendglanz gebunden Freier Lieb zur Nacht zu fronen . CHOR : Abendglanz , wer dich gefunden , Wird bei seinem Liebchen wohnen . GÜLDENKAMM : Lange drückte schweigend Bangen Meines Herzens tiefen Grund , Seit mein Roß ist durchgegangen , Füllt mit Jubel sich mein Mund . CHOR : Uns erfasset doch ein Bangen Auf dem glatten Wiesengrund . GÜLDENKAMM : Weggeworfen sind die Bügel , Schwebend hält mich Gleichgewicht , Freies Roß , zerreiß die Zügel , Jage nach dem Sonnenlicht . CHOR : Fallet ihm nur in die Zügel , Daß er sich den Hals nicht bricht . Die gute Laune der Reiter endete das gefährliche Spiel Güldenkamms , der in einer frevelnden Begeisterung diesen Abend fortphantasierte , wunderliche , oft freche Liebesabenteuer anderer als seine eigene Geschichte erzählte ; indem er in verkehrter Überzeugung eines heimlichen Einverständnisses zwischen Anton und Susanna seine Liebe zu ihr auszulöschen suchte in angenommenem Stolz , entfernte er sie ohne Willen von sich zu einer Zeit , wo sie ihre Freundlichkeit mehr als je zu ihm hingewendet hätte , da sie vor mancher Eitelkeit Antons zurückschreckte . Auf einer warmen Bergseite , wo in der Wiesennähe große Haufen des schönsten frischen trocknen Heues dufteten , beschloß Anton diese Nacht zu rasten , alles stieg ab , die Knechte sorgten für die Pferde , die sie mit verbundenen Füßen auf die schöne Wiese führten und ihrer Freßlust überließen , die Herren hatten unterdessen schon das Heu unter dem Laubdache großer Buchen ausgebreitet und Decken darauf gelegt . Sie suchten nach Holz und fanden Bretter , die sie als Tisch in die Mitte des Lagers zur Sicherstellung der Becher auflegen konnten , das Brennholz mußten sie aus dem häufigen Reisig zusammenlesen , alles brach man übers Knie , was vorgefunden wurde , und Anton , indem er Feuer angeschlagen hatte , legte den brennenden Zündschwamm in einen großen Büschel trockner Blätter , die von Papier festgehalten waren , und bewegte sie dann heftig in der Luft herum . Erst rauchte es , dann fing es an , rötlich durchzuleuchten , dann brach die helle Flamme durch seine Hand , womit er schnell die angebrannte Blättermenge unter das trockene Reisig steckte , ein Wind erhob sich , und alles loderte mit Eile empor , daß sich die Bäume plötzlich in herrlicher Beleuchtung gleichsam verwandelt wie Säulen eines Tempels mit grüner Wölbung um ihn her ordneten , herrlich knatterte mit Wohlgeruch das grüne Laub des Wacholders , an welchem die Beeren fast schwarz gereift waren ; die Vögel in ihrem Blätterdickicht erwachten und glaubten den Tag zu begrüßen , Güldenkamm bestärkte sie darin , denn mit wunderlicher Geschicklichkeit wußte er ihren Morgengruß nachzumachen , daß Finken und Häher , Meise und Specht getäuscht wurden . Ehe die Speisen bereitet waren , wurde das Weinfaß aufgerichtet , Susanna als erwählter Mundschenk mußte die Becher füllen , da gab ' s ein Gesundheittrinken , ein Singen aus allen Kehlen , von Klingenberg am Maine , von dem guten Heu , Güldenkamm schrie seine Späße dazwischen , daß mancher ehrliche Pforzheimer sich wälzen mußte . Als er alle lustig geschwatzt hatte , machte er plötzlich einen ernsten Zug mit der Hand übers Angesicht , sah auf einmal ganz anders aus und sang mit recht bitterm Ernst : Grimmig ist der Gott verwandelt , Der im weine lächelnd haust , Hat mit Schlägen mich behandelt , In den Haaren mich gezaust . Keiner trink vom Freudenwein , Der ein traurig Herz verschließt , Denn er öffnet uns allein , Was in Tränen sich ergießt . Wein verwandelt sich in Weinen , Wie er lang den Namen äfft , Denn die Traurigen erscheinen Während Lust sich selbst verschläft . Trauer sitzet auf zur Wacht , Liebe schließet ihr das Tor , Und die kalte feuchte Nacht Weilet sausend ihr im Ohr . Die lustigen Seelen waren aber noch nicht hinlänglich verschlafen , um von dem Schreckensgesange nicht aufgeweckt zu werden , ein paar fielen über ihn her , um ihn zum Tanzen zu bringen , er wehrte sich , aber es half nicht , der Zwang verdroß ihn , aber es half nicht , er schlug um sich , es half nicht , ein paar knollige Bursche hatten ihn gepackt , ein paar ludelten dazu , Anton gönnte ihm den Unterricht in dem , was sich beim Trinken schickt . Endlich riß ihm die Geduld und er riß sich los , die andern mit Holzbränden hinter ihm her , das war eine Jagd , er lief so eilig , daß er einem wilden Eber beinahe in die Rippen trat , der dann mit seinen Hauern den Verfolgern den Weg zu verhauen Lust bezeugte . Der Anblick war den unbewaffneten Verfolgern nicht