die Nachricht , daß die Massaban und Schatten in die Falle gegangen seien . Was die Taki betrifft , so hatte sich Ibn el Idrak schon früh bei dem Ustad eingestellt , um sich mit ihm für Weiteres zu besprechen . So sehr dieser Stamm an seinen alten Vorurteilen hing und so von Allah bevorzugt sich die Angehörigen desselben betrachteten , dieser vermeintlichen Ueberlegenheit ein blutiges Opfer zu bringen , zumal so friedfertigen Nachbarn gegenüber , das erschien ihnen doch als zu viel verlangt . Nur die kleine , halsstarrige Corona , welche sich in den Strahlen des Scheik ul Islam sonnte , hielt fest zu ihm , sonst aber Niemand weiter . Und diese Verblendeten waren es auch , die in den geheimen Gang eindringen sollten , um uns zu überrumpeln . Der Ustad beschloß , sie trotz alledem zu schonen , aber sie in diesem Gange derart festzustopfen , daß sie sich nicht zu rühren vermochten . Ibn el Idrak war hiermit außerordentlich gern einverstanden und ritt dann fort , um den Scheik von Schohrd aufzusuchen . Infolge dessen gingen bei Anbruch des Abends zwei Abteilungen Dschamikun heimlich ab , die eine um von außen her bis zur Hälfte des Ganges vorzudringen , ihn zu verstopfen und sich hinter dieser Barrikade aufzustellen . Der hierzu bestimmte Punkt war natürlich so gewählt , daß ihn keine der beiden zu erwartenden Katastrophen berühren konnte . Die andere Abteilung sollte die Feinde alle eindringen lassen und dann den Ausgang besetzen , um ihnen die Rückkehr unmöglich zu machen . Wenn dies gelang , konnten die Eingeschlossenen keine andere als nur noch eine höchst lächerliche Rolle spielen , und es sei gleich hier gesagt , daß es so gut gelang , wie es gar nicht besser gelingen konnte . Hiermit waren diese Feinde also kalt gestellt , und es handelte sich nur noch um die Massaban und Schatten , vor denen es uns ebenso wenig bange wie vor Jenen war , denn wir hatten sie ja fest und konnten sie erdrücken , sobald es uns beliebte . Man hatte während des ganzen Tages wieder Reisig und Holz auf sämtliche Häupter und Vorsprünge der Berge geschafft . Wie das Fest mit einer Höhenbeleuchtung begonnen hatte , so sollte es auch mit einer solchen enden . So wurde gesagt . Die Eingeweihten aber wußten , daß das Aufflammen dieser Feuer für die Umschließung der Feinde das Zeichen sei , daß die Entscheidung einzutreten beginne . Nur eine einzige Stelle war von dieser Bedeutung ausgenommen , nämlich die Kuppe des Alabasterzeltes . Man hatte dort den ganzen Tag sich mit der größten Anstrengung bemüht , der Moräne Stillstand zu gebieten , doch ohne den gewünschten Erfolg . Sie war trotz aller künstlichen Hemmnisse weiter und weiter vorgerückt , um die vorlagernden Geröllmassen zu ergreifen . Das verheerende Schicksal von oben war also mit Gewißheit zu erwarten , doch sah man sich außer Stande , die Zeit genau zu berechnen . Darum standen nun Wächter oben , welche die dortigen Holzhaufen anzubrennen hatten , sobald der gefährliche Augenblick im Nahen sei . Das war es , was die Feuerzeichen von diesem Punkte aus zu sagen hatten . In Erwartung aller dieser Dinge versicherten wir uns unserer Pferde , welche in das Gewölbe gebracht wurden . Auf der ganzen Breite der Pferdeweide standen Posten , um uns von den Ruinen abzuschließen . Im Hofe etablierte der Ustad eine Art Hauptquartier , zu welchem alle geltenden Personen gehörten , doch aber nicht Ibn el Idrak und die Scheike der Dinarun und Kalhuran , welche sich bei ihren Stämmen befanden und genau wußten , wie sie zu handeln hatten . Je weiter der Abend vorrückte , umso stiller wurde es unten im Tale . Alle Dschamikun verließen den See und stiegen bergauf in die Höhe . Die Schatten sollten kommen dürfen , ohne den geringsten Widerstand zu finden . Aber der Duar selbst blieb umso schärfer besetzt , an jeder Flanke sechs Kamelkanonen , um den Zugang von beiden Seiten des Sees her zu bestreichen . Schon diese Geschütze allein genügten , den Schatten ihre Ohnmacht gegen uns zu beweisen . Die übrigen acht waren zu beiden Seiten des Sees auf dominierende Punkte verteilt , von denen aus wir mit ihnen die ganze Rennbahn beherrschten . Für den Bedarfsfall hatte der Ustad eine Menge von Fackeln verteilen und anfertigen lassen , und draußen am Ende des Sees lagen Späher versteckt , um das Zelt Ahrimans zu beobachten und uns das Erscheinen der Massaban zu melden . Er wollte ja mit diesen die Ruinen besetzen , und so waren sie viel früher als die Schatten zu erwarten . Als wir die Zeit dazu gekommen glaubten , gingen wir hinunter in den Duar und erfuhren dort , daß der Pedehr so gewissenhaft gewesen war , die Bewohner der Zelte noch einmal zu warnen , und zwar in eigener Person , von ihnen aber ebenso höhnisch abgewiesen worden war wie die vorherigen Boten . Damit hatten wir den Pflichten der Menschlichkeit genügt . Auf dreimaliges Vermahnen nur Spott ; mochte für sie nun kommen , was da wollte ! Am Himmel waren die Sterne verschwunden , nicht etwa infolge von Regenwolken , sondern es schien , als habe er sich in einen dichten , undurchdringlichen Schleier gehüllt , um nicht sehen zu müssen , was sich hier unten ereignen werde . Es nahte eine zwar nicht vollständig dunkle , aber fahl obskure Mitternacht , so recht geeignet für Schemen , Phantome und Chimären . Auf dem See bildeten sich Nebel . Sie lagen erst in unbestimmten Umrissen auf dem Wasser . Dann lösten sie sich von ihm , um sich in einzelnen Fetzen aufzurichten und zu individualisieren . Hierauf verdichteten sie sich zu allerlei gespenstischen Gestalten und trachteten dem Lande zu , um , feucht und kalt , wie Geister von Ertrunkenen , sich auf uns zuzuschleichen . Da tauchte aus ihnen einer der Späher auf und teilte uns mit , daß