weiß es , daß ich ' s bin : ich weiß es ja durch ihn : - ich will ' s für ihn sein . Laß mir , Himmel , diese Schöne . Sie sagen : ich habe einen mächtigen , schwungvollen Geist . O gib ihm Flügel , Gott , daß ich seiner Heldenseele folgen kann in alle Sonnenhöhen . Aber , o Gott , laß mich auch abtun meine Fehler , den spröden , stolzen , leicht gereizten Sinn , den Trotz des zornigen Eigenwillens , den unbändigen Drang nach Freiheit ... - O fort damit : beuge dich , beuge dich , hochmütiger Geist : ihm sich zu beugen ist edelster Ruhm . Gib dich gebunden , Herz , und verloren auf ewig ' an ihn , deinen starken und herrlichen Herrn . O Witichis , « rief sie und sank fortgerissen vom Gefühl halb aufs Knie , sich an das Lager lehnend und zu der Büste aufblickend mit schwimmenden Augen - » ich bin dein . Tu , wie du willst mit meiner Seele ! Vernichte sie ! nur gesteh ' , daß du glücklich bist , glücklich durch mich . « Und sie beugte das schöne Haupt vor , nach den gefaltenen Händen . Doch plötzlich fuhr sie empor . Licht , helles Licht floß ins Gemach . An der offenen Türe stand der König : draußen auf dem Gang zeigten sich zahlreiche Goten und Ravennaten mit hellen Fackeln . » Dank , meine Freunde , « sprach der König mit ernster Stimme . » Dank , für das Festgeleit . Geht nun und vollendet die Nacht , « und er wollte die Türe schließen . » Halt , « sprach Hildebrand , mit der Hand die Türe wieder öffnend , so daß Mataswintha sichtbar ward , » hier seht ihr , alles Volk : der Mann und das Weib , die heut ' wir vermählt , sind glücklich geeint im Ehegemach . Ihr sehet Witichis und Mataswintha : und ihren ersten ehelichen Kuß . « Mataswintha erbebte . Sie wankte , und schlug erglühend die Augen nieder . Unschlüssig stand der König in der Tür . » Du kennst der Goten Brauch , « sprach Hildebrand laut , » so tu danach . « Da wandte sich Witichis rasch , ergriff die zitternde Linke Mataswinthens , führte sie schnell einen Schritt vorwärts und berührte mit den Lippen ihre Stirn . Mataswintha zuckte . » Heil euch ! « rief Hildebrand . » Wir haben gesehen den bräutlichen Kuß . Wir bezeugen hinfort den ehelichen Bund ! Heil König Witichis und seinem schönen Weib , der Königin Mataswintha . « Der Zug wiederholte den Ruf und Hildebrand , Graf Grippa , Herzog Guntharis , Hildebad , Aligern und der tapfere Bandalarius ( Bannerträger ) des Königs , Graf Wisand von Volsinii , lagerten sich neben den sechs Frauen und Mädchen vor der Türe des Brautgemachs , welche Witichis nun schloß . Sie waren allein . Witichis warf einen langen , prüfenden Blick durch das Gemach . Das erste , was Mataswintha tat , war - sein Kuß brannte auf ihrer Stirn - , daß sie unwillkürlich so weit als möglich von ihm hinwegglitt . So war sie - sie wußte nicht wie - in die fernste Ecke des Zimmers , an das Fenster , gelangt . Witichis mochte es bemerken . Er stand hart an der Schwelle , die Hände auf das mächtige , breite und fast brusthohe Schwert gestützt , das er , aus dem Wehrgehäng genommen , in der Scheide , wie einen Stab , in der Rechten führte . Mit einem Seufzer trat er einen Schritt vor , das Auge ruhig auf Mataswintha gerichtet . » Königin , « sprach er und seine Stimme drang ernst und feierlich aus seiner Brust , » sei getrost ! Ich ahne , was du fürchtend fühlst in zarter Mädchenbrust . Es mußte sein . Ich durfte dein nicht schonen . Das Wohl des Volks gebot ' s : ich griff nach deiner Hand : sie muß mein sein und bleiben . Doch hab ' ich schon in allen diesen Tagen dir gezeigt , daß deine Scheu mir heilig . Ich habe dich gemieden - und wir sind jetzt zum erstenmal allein . Auch diese gepreßte bange Stunde hätt ' ich dir gern erspart : es ging nicht an . Du kennst , glaube ich , die alte Sitte des Brautgeleits . Und du weißt , in unserm Fall liegt alles daran , sie nicht zu verletzen . Als ich in dies Gemach trat und die Röte in deinen Wangen aufflammen sah , - lieber hätt ' ich im ödesten Berggeklüft dieses müde Haupt auf harten Fels zur Ruhe gelegt . Es ging nicht : Hildebrand und Graf Grippa und Herzog Guntharis hüten diese Schwelle . Sonst ist kein Ausgang aus diesem Gemach . Wollt ' ich dich verlassen , es gäbe Lärm und Spott und Streit : und neuen Zwist vielleicht . Du mußt mich diese Nacht in deiner Nähe dulden . « Und er trat einen Schritt weiter vor und nahm die schwere Krone ab : auch den Purpurmantel , den er , ähnlich dem Mataswinthens , über der Schulter trug , warf er ab . Zitternd , sprachlos lehnte Mataswintha an der Wand . Witichis drückte dies Schweigen : so schwer er selber litt , ihn dauerte des Mädchens . » Komm , Mataswintha , « sprach er . » Verharre nicht in unversöhntem Zorn . Es mußte sein , sag ' ich dir . Laß uns , was sein muß , edel tragen und nicht durch Kleinheit uns verbittern . Ich mußte deine Hand nehmen - dein Herz bleibt frei . Ich weiß , du liebst mich nicht : du kannst , du sollst , du darfst mich nicht lieben . Doch glaub ' mir : redlich ist mein Herz und achten sollst du immerdar den Mann , mit dem du diese