der Mann ; das müßt Ihr mir in Ruhe erzählen . Kommt mit zu Rosalien ; aber erst wollen wir doch noch hören , was der verrückte Professor dort zu sagen hat . Kennt Ihr den ? fragte Timm . Still ! wir kennen ihn ! - belogenes Volk - sehr gut ! - zu den Waffen - ausgezeichnet ! warte ! Dich wollen wir kriegen ! Und da kommt ja auch noch der lange pommersche Baron , der in den Volksversammlungen so aufrührerische Reden führt - da haben wir ja das ganze Nest zusammen ! - Barricaden bauen - bravo ! Hurrah ! alle Mann an die Barricade , hurrah ! schrie der Polizist und schwenkte seinen Hut in vortrefflich gespielter Begeisterung . Dann griff er Timm beim Arm und sagte : Nun wollen wir machen , daß wir wegkommen , sonst bauen uns die Kerle noch mit in die Barricade hinein . Die beiden Spießgesellen drückten sich in die Gertrudengasse und verschwanden im Dustern Keller . Frau Rosalie Pape empfing sie mit ungewöhnlicher Herzlichkeit : Nun , Ihr Schäfchen , kommt Ihr mit vollem Beutel ? hat ' s gefleckt , he ? Ein ander Mal ! sagte der Geheime , jetzt schaff ' uns Bier , wir müssen bald weiter . Ohne mir gesagt zu haben , wie ' s steht mit - ; sagte die Frau entrüstet und machte mit Daumen und Zeigefinger die Bewegung des Geldzählens . Herr Timm zuckte statt der Antwort mit den Achseln und zog die beiden leeren Taschen seines Beinkleides heraus . Frau Pape war eine cholerische Natur , und das Fehlschlagen so großer Hoffnungen erfüllte sie mit einer Entrüstung , die sich in einer Fluth von Schimpfwörtern Luft machte . In diesem Augenblick ertönten die Salven von dem Sturm auf die Barricade in der Langen Straße . Und fast unmittelbar darauf erschallte großer Lärm vor den Kellerfenstern . Man begann die Barricade zu bauen , welche die Gertrudengasse sperren sollte . Der geheime Polizist und Timm , die durch eines der Fenster verstohlen herausschauten , sahen Oswald , Berger , Schmenckel und andere Männer bei der Arbeit . Sie retirirten , gefolgt von der Wirthin , tiefer in den Keller hinein . Das sieht reizend aus ! sagte der Polizist , wir sind von allen Seiten eingeschlossen , und wenn sie uns hier finden , schlagen uns die Schufte wo möglich todt . So schlimm steht es noch nicht , sagte das Weib , ich will Euch glücklich hinausbringen . Kommt nur mit ! Sie führte die Beiden aus dem letzten Zimmer durch eine Thür ein paar Stufen hinab in einen noch tieferen Keller , der als Vorrathsraum diente . An der Mauer brannte ein Gasflämmchen . Das Weib drehte die Glasflamme höher . So ! sagte sie , nun geht durch die Thür ! - sie deutete auf eine eiserne Thür der Wand gegenüber ; Ihr kommt dann auf einen langen schmalen Hof ; auf dem haltet Euch links ; so kommt Ihr durch das Haus von meinem Bauer auf die Schwesternstraße . Adieu ! Ist sie immer offen ? fragte Timm , als er fand , daß die eiserne Thür nicht verschlossen war . Nur heute , erwiederte Röschen , wir müssen noch mehr Bier herein haben . Die Kerle sind ja wie die Schwämme . Als die Beiden durch die eiserne Thür auf den Hof des Nachbarhauses , von diesem in das Haus und so schließlich oberhalb der Barricade auf die Schwesternstraße , die an diesem Theil schon von Militair besetzt war , gelangt waren , blieben sie stehen und blickten sich an . Ein und derselbe Gedanke schoß Beiden durch den Kopf . Das wäre eine famose Mausefalle , sagte Albert . Wenn Ihr dabei helfen wollt , erwiederte der Geheime , so habt Ihr bei dem Präsidenten gewonnen Spiel . Wir brauchen solche Leute wie Ihr . Ich habe schon auf alle Fälle über Euch mit dem Alten gesprochen . Und Rache an den verdammten Schuften hätten wir obenein . Die Sache ist freilich nicht ohne Gefahr , meinte der Andere . Wer nicht wagt , nicht gewinnt , sagte Timm ; der Gedanke , meine Freunde auf eine so angenehme Weise zu überraschen ist zu spaßhaft . Wenn Ihr nicht von der Partie sein wollt , thu ' ich es allein . Nun denn , kommt , sagte der Polizist , wollen sehen , ob die Herren vom Militair darauf eingehen . Und die Beiden schritten geradenwegs auf den Oberst zu , der wüthend über den hartnäckigen Widerstand der Barricaden in der Langen- und Schwesternstraße , die er zu nehmen commandirt war , umgeben von seinen Officieren , in einiger Entfernung hielt . Als Frau Rosalie , nachdem sie ihren Freunden fortgeholfen , in das Schenklokal zurückgelangte , fand sie Herrn Schmenckel mit zehn oder zwölf andern Barricadenmännern , die sich hier nach den Strapazen gütlich thun wollten . Es waren meistens alte Kunden des Dustern Kellers , dieselben haarbuschigen Gesellen , die schon so manche Nacht vorher hier die Köpfe zusammengesteckt und auf die » verrotteten Zustände , die schändliche Polizeiwirthschaft , die verthierte Soldateska « geschimpft hatten . Herr Schmenckel hatte immer in hohem Ansehen bei diesen Leuten gestanden ; jetzt , wo man gesehen , daß er nicht blos freimüthig reden , sondern auch muthig handeln konnte , war er der gefeierte Held des Tages . Unter diesen Umständen hielt Rosalie es für gerathener , die Ausführung ihrer Rache lieber noch etwas aufzuschieben und die Bedienung der Barricadenmänner dem hübschen Elischen zu überlassen , während sie selbst sich an das Comptoir setzte . Das hübsche Elischen wollte Herrn Schmenckel ganz besonders wohl . Sie hatte vorhin einen Theil des Gesprächs zwischen der Wirthin , Timm und Gutherz mit angehört , und es war ihr sehr verdächtig vorgekommen , daß sich die Beiden durch die Hinterthür entfernt . Elischen glaubte ihrem Liebling von dem Geschehenen Mittheilung machen zu müssen , und wäre